Wildbiologie · Jägersprache
Läufe
auch: Laeufe
Läufe ist das Wort der Jägersprache für die Beine des Haarwildes, zum Beispiel bei Reh, Rot- oder Damwild; man unterscheidet Vorder- und Hinterläufe.
Was bedeutet „Läufe“?
Wo der Laie von Beinen spricht, sagt der Jäger Läufe. Der Ausdruck gehört zum Grundwortschatz der Wildkunde und wird für das Haarwild verwendet, also für die dem Jagdrecht unterliegenden Säugetiere. Er steht in einer Reihe mit anderen Körperbezeichnungen wie Haupt für den Kopf, Träger für den Hals, Lichter für die Augen oder Lauscher für die Ohren. Beim Rehwild spricht man von Vorderlauf und Hinterlauf, die oberen Partien der Hinterläufe heißen Keulen. Auch in der Fährtenkunde taucht das Wort auf: Ein Tritt ist der einzelne Abdruck eines Laufes.
Läufe als Merkmal beim Ansprechen
Form und Länge der Läufe helfen, Wildarten zu unterscheiden. Damwild hat verhältnismäßig lange, schlanke Läufe. Beim Rotwild tragen lange Läufe zusammen mit dem langen Träger und der fast waagrechten Rückenlinie dazu bei, dass es ausdauernd läuft und weit wandert. Der Elch fällt durch sehr lange Läufe und einen hohen Widerrist auf. Ganz anders gebaut ist Schwarzwild: Sein gedrungener, massiger Körper ruht auf kurzen, kräftigen Läufen. Auch Steinwild besitzt starke Läufe. Das Rehwild nutzt die Vorderläufe außerdem zum Plätzen, also zum Freischlagen des Bodens, was häufig mit Markieren zusammenhängt.
„Läufe“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt, Körperteile von Rot- und Rehwild waidgerecht zu benennen; Vorder- und Hinterläufe gehören in diese Aufzählungen. Zugleich taucht das Wort in der Waffenkunde auf, dort als Mehrzahl von Waffenlauf: Beim Drilling liegen zwei Flintenläufe nebeneinander und der Büchsenlauf mittig darunter, gezogene Läufe haben Züge und Felder, und beim Besteigen eines Hochsitzes oder Überwinden eines Hindernisses werden die Läufe entladen. Prüflinge müssen aus dem Zusammenhang erkennen, welche Bedeutung gemeint ist.
Häufige Fragen zu „Läufe“
Was sind Vorderläufe und Hinterläufe?
Es sind die Vorder- und Hinterbeine des Wildes in der Jägersprache. Beim Rehwild heißen die Hinterläufe beziehungsweise Oberschenkel auch Keulen.
Welche Wildarten haben besonders lange Läufe?
Nach der Wildkunde fallen Elchwild mit sehr langen Läufen und hohem Widerrist, Rotwild und Damwild mit langen, schlanken Läufen auf. Schwarzwild steht dagegen auf kurzen, kräftigen Läufen.
Was hat ein Tritt mit den Läufen zu tun?
Beim Schalenwild ist die Fährte die Spur, der Tritt der einzelne Abdruck eines Laufes. So verbindet die Fährtenkunde die Läufe mit dem Spurenlesen.
„Läufe“ kommt in 60 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HaarwildHaarwild ist der jagdliche Sammelbegriff für alle wildlebenden Säugetiere, die nach Bundesjagdgesetz und gegebenenfalls Landesrecht dem Jagdrecht unterliegen – im Gegensatz zum Federwild, den jagdrechtlich erfassten Vögeln.
- LauscherLauscher ist das Wort der Jägersprache für die Ohren des Schalenwildes, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild; andere Wildarten haben eigene Ohrbezeichnungen.
- LichterLichter ist das Wort der Jägersprache für die Augen des Wildes, etwa bei Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild; beim Hasen spricht man auch von Sehern.
- ÄserÄser ist das jägersprachliche Wort für das Maul des Schalenwildes, also etwa von Reh, Rot-, Dam- oder Sikawild. Beim Schwarzwild heißt der entsprechende Bereich dagegen Gebrech.
- LaufDer Lauf ist das Rohr einer Schusswaffe, in dem die Treibladung zündet und das Geschoss oder die Schrotladung beschleunigt und nach vorn geführt wird.
- FährteFährte ist das jägersprachliche Wort für die Spur des Schalenwildes, also die Abfolge seiner Tritte im Boden; den einzelnen Abdruck eines Laufes nennt man Tritt oder Trittsiegel.
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