Wildbiologie
Fuchs
auch: Rotfuchs, Vulpes vulpes
Der Fuchs, genauer Rotfuchs (Vulpes vulpes), ist ein Hundeartiger und das häufigste heimische Raubwild in Deutschland. Er ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger und Allesfresser mit Schwerpunkt auf Mäusen und anderen Kleinsäugern.
Was ist ein „Fuchs“?
Der Rotfuchs gehört zur Ordnung der Raubtiere und zur Familie der Hundeartigen (Canidae). In Deutschland ist er die einzige heimische Art der Gattung Vulpes; jagdlich zählt er zum Haarwild. Obwohl seine Pupillen bei Tageslicht schlitzförmig wirken und er seine Beute oft anschleicht, ist er kein katzenartiges Tier. Wie Wolf und Hund hat er im Dauergebiss 42 Zähne mit kräftigen Fang- und Reißzähnen; die vier Eckzähne nennt der Jäger auch Haken. Er lebt allein, paarweise oder in Familiengruppen und ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv, in ruhigen Gegenden auch am Tag. Sein Streifgebiet umfasst häufig 100 bis 500 Hektar, in Städten weniger.
Aussehen, Sinne und Jägersprache
Typisch ist ein rotbraunes Fell, das am Bauch hell und an den Läufen dunkel ist; die Spitze der Lunte, wie der Schwanz jagdsprachlich heißt, ist meist hell. Auf der Lunte sitzt eine Duftdrüse, die Viole. Die Ohren werden Gehöre genannt. Als Farbvarianten kennt die Jägersprache Brand-, Birk-, Kohl-, Kreuz- und Silberfuchs. Einen verwertbaren Balg trägt der Fuchs nur im Winter. Er hört so gut, dass er Mäuse unter Schnee orten kann, riecht ausgezeichnet und sieht bewegungsempfindlich in der Dämmerung. Für die Fährtenkunde gilt die Faustregel: Füchse schnüren, Dachse nageln.
Bau, Lebensraum und Bejagung
Der Fuchs besiedelt Wald, Feldflur, Heckenlandschaften, Ortsränder und selbst Großstädte. In den Bau zieht er sich hauptsächlich während der Ranzzeit und zur Aufzucht der Jungen zurück. Er gräbt ihn selbst oder übernimmt Röhren von Dachs oder Kaninchen; wohnen Fuchs und Dachs friedlich im selben Bau, spricht man vom Burgfrieden. Fuchsröhren wirken am Eingang eher rund, Dachsröhren eher breit-oval. Sogar die Brandgans brütet mitunter im Fuchsbau. Bei Regen und Sturm steckt der Fuchs am ehesten im Bau. Bejagt wird er unter anderem mit der Reizjagd und am Kunstbau, den auch der Marderhund annimmt. Die Jagdzeiten unterscheiden sich je nach Land: In Bayern ist der Rotfuchs ganzjährig jagdbar, in Hessen vom 15.08. bis 28.02., Jungfüchse dort ganzjährig.
„Fuchs“ in der Jägerprüfung
Mit über 220 Fragen ist der Fuchs das wichtigste Raubwild im Fragenkatalog. Schwerpunkte sind die Jägersprache – Lunte, Viole, Gehöre, Haken, Farbvarianten –, das Gebiss, die Unterscheidung der Spuren von Fuchs und Dachs, der gemeinsam genutzte Bau und die Jagdarten. Außerdem spielen Ranz, Geheck, Fuchsbandwurm und Räude als Themen eine Rolle. Häufige Fehler sind die Einordnung als Katzenartiger wegen der Schlitzpupillen und eine falsche Jagdzeit, weil die Regelungen je nach Bundesland stark voneinander abweichen.
Häufige Fragen zu „Fuchs“
Ist der Fuchs ein Hund oder eine Katze?
Er gehört zu den Hundeartigen. Schlitzförmige Pupillen und das Anschleichen erinnern zwar an Katzen, sein Gebiss mit 42 Zähnen entspricht aber dem von Wolf und Hund.
Was ist eine Viole?
Eine Duftdrüse an der Lunte, also am Schwanz des Fuchses. Sie wird in der Prüfung gern zusammen mit anderen Ausdrücken der Jägersprache abgefragt.
Was bedeutet Burgfrieden?
So nennt man es, wenn Dachs und Fuchs dasselbe Bausystem bewohnen, ohne sich zu bekämpfen.
„Fuchs“ kommt in 228 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RaubwildRaubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.
- DachsDer Dachs (Meles meles) ist der größte heimische Marderartige: ein kräftiger, grabender Allesfresser mit schwarz-weiß gestreiftem Gesicht, der in weitverzweigten, oft über Generationen genutzten Bauen lebt.
- LunteLunte ist die jägersprachliche Bezeichnung für den Schwanz des Fuchses. Sie ist buschig, beim Rotfuchs etwa 30 bis 45 cm lang und meist hell gespitzt.
- RanzzeitRanzzeit, kurz Ranz, ist die Paarungszeit beim Raubwild, etwa bei Fuchs, Mardern, Dachs, Luchs und Wolf. Je nach Art liegt sie im Winter oder im Hochsommer.
- MarderhundDer Marderhund (Nyctereutes procyonoides), auch Enok genannt, stammt aus Ostasien und gehört zu den Hundeartigen. Hierzulande gilt er als etabliertes Neozoon und invasive Art; mit Mardern ist er nicht verwandt.
- WolfDer Wolf (Canis lupus) ist der größte wild lebende Vertreter der Hundeartigen in Deutschland; er lebt im Rudel als Familienverband und unterliegt nach aktuellem Bundesrecht besonderen jagdrechtlichen Vorschriften.
- DuftdrüseEine Duftdrüse ist ein Hautorgan, über das Wild Geruchsstoffe abgibt – etwa zur Reviermarkierung, zum Anlocken eines Partners, zur Verständigung oder zur Abwehr von Feinden.
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