Weidloch
Weidloch heißt in der Jägersprache der After des Haarwildes, etwa bei Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase und Fuchs; auch beim Hund ist das Wort üblich.
Beim Rehwild liegt es in der Mitte des Spiegels, des hellen Flecks am Hinterteil. Ist der Spiegel mit Losung verschmiert, kann das auf Durchfall durch Kokzidien oder Magen-Darm-Würmer hindeuten. Beim Aufbrechen wird das Weidloch ringförmig umschnitten, damit sich der Enddarm lösen, abbinden und mit dem Gescheide herausnehmen lässt; Jäger nennen das Ringeln.
Feldhasen und Wildkaninchen nehmen weichen Blinddarmkot direkt am Weidloch wieder auf und verdauen ihn ein zweites Mal.
Verwandte Begriffe
SpiegelSpiegel heißt die helle Haarfläche um das Weidloch, etwa bei Reh-, Rot-, Dam- und Sikawild; beim Ansprechen zeigt sie die Art, beim Reh im Winter auch das Geschlecht.RingelnRingeln heißt beim Aufbrechen von Schalenwild, das Weidloch, also den After, kreisförmig zu umschneiden, damit sich der Enddarm lösen lässt.AufbrechenAufbrechen nennt der Jäger das Öffnen der Bauch- und Brusthöhle eines erlegten Stückes, vor allem beim Schalenwild, und das Herausnehmen der inneren Organe.LosungLosung nennt die Jägersprache den Kot des Wildes, vom Reh und Hirsch über Hase und Kaninchen bis zu Fuchs und Marder.KokzidioseDie Kokzidiose ist eine von einzelligen Darmparasiten, den Kokzidien, ausgelöste Krankheit, die vor allem junge Hasen, Kaninchen und Fasanen schwächt oder tötet.