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Lexikon
Wildbiologie · Jägersprache·Hohe Prüfungsrelevanz

Alttier

Erwachsenes weibliches Stück Rotwild nach dem ersten Setzen.

Als Alttier bezeichnet man beim Rotwild das führende oder adulte weibliche Stück nach dem ersten Setzen. Alttiere tragen das Wissen des Rudels, prägen Wechsel, Einstandsverhalten und Sozialstruktur und sind deshalb in Hege und Jagd besonders bedeutsam.

Definition

Das Alttier ist das ausgewachsene weibliche Stück des Rotwildes, das nicht mehr als Schmaltier oder Kalb angesprochen wird. Mit dem Begriff wird vor allem das erfahrene Muttertier im Rudel bezeichnet. In der Praxis ist das Alttier häufig führend oder zumindest sozial ranghoch.

Rolle im Rudel

Alttiere kennen Äsungsflächen, Einstände, Wechsel und Störungsbereiche oft am besten. Sie reagieren früh auf Gefahr und beeinflussen damit das Verhalten des gesamten Rudels. Eine unüberlegte Entnahme führender Alttiere kann daher erhebliche Unruhe und Fehlentwicklungen in der Sozialstruktur auslösen.

Prüfungsrelevanz

In der Prüfung wird häufig abgefragt, warum führende weibliche Stücke besonders sorgsam angesprochen werden müssen. Das Stichwort lautet Sozialstruktur und Tierschutz. Wer Alttier, Schmaltier und Kalb sicher unterscheiden kann, vermeidet schwere jagdliche Fehler.

Häufige Verwechslung

Das Alttier gehört zum Rotwild; eine Ricke ist das weibliche Rehwild und kein Alttier.

Relevante Wildarten

Rotwild