Perücke
Perücke heißt ein krankhaft wucherndes Gehörn oder Geweih, das dauerhaft im Bast bleibt und nicht mehr abgeworfen wird; ein Bock damit heißt Perückenbock.
Mit künstlicher Intelligenz erzeugte AbbildungUrsache ist ein Mangel am männlichen Hormon Testosteron, meist weil die Hoden, jagdlich Brunftkugeln oder Kurzwildbret, verletzt sind oder nicht mehr arbeiten. Ohne das Hormon wird das Gehörn nie fertig, der Bast stirbt nicht ab, und der Bock kann weder fegen noch abwerfen.
Das Gehörn wuchert so Jahr für Jahr weiter zu einer unförmigen, vom Bast überzogenen Masse. Sie kann bis über die Lichter wachsen und behindert das Stück dann beim Sehen und Äsen. Meist trifft es den Rehbock, bei Hirschen ist eine Perücke selten.
Verwandte Begriffe
KurzwildbretKurzwildbret heißen in der Jägersprache die äußeren Geschlechtsteile des männlichen Schalenwildes, im engeren Sinn die Hoden, etwa bei Rehbock, Hirsch und Keiler.GehörnGehörn heißt in der Jägersprache der Kopfschmuck des Rehbocks; biologisch ist es ein Geweih, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.BastBast heißt die behaarte, stark durchblutete Haut, die das wachsende Geweih der Hirsche und das Gehörn des Rehbocks überzieht und ernährt.AbwerfenAbwerfen nennt der Jäger das jährliche Abstoßen von Geweih oder Gehörn, deren Stangen sich dabei samt Rose vom Rosenstock lösen.BockBock heißt in der Jägersprache das männliche Stück bei Reh-, Gams- und Steinwild; ohne Zusatz ist meist der Rehbock gemeint.