Wildbiologie · Jägersprache
Gabler
auch: Gabelbock
Gabler ist die jagdliche Bezeichnung für einen Rehbock oder Hirsch, dessen Stangen sich jeweils zu einer Gabel mit zwei Enden verzweigen. Der Name beschreibt nur die Form des Kopfschmucks, nicht ein festes Alter.
Was bedeutet „Gabler“?
In der Jägersprache werden Rehböcke und Hirsche nach der Form ihres Kopfschmucks benannt. Ein Gabler, beim Rehwild auch Gabelbock genannt, trägt an jeder Stange zwei Enden, die zusammen eine Gabel bilden. Er steht damit zwischen dem Spießer mit unverzweigten Stangen und dem Sechser mit meist drei Enden je Stange. Beim Rehbock reicht die Reihe vom schwachen Knopfbock über Spießer und Gabler bis zum Sechser; beim Rotwild setzt sie sich über Achter und Zehner bis zum Kronenhirsch fort. Wichtig ist: Diese Namen beschreiben das Aussehen, nicht eine feste Entwicklungsstufe.
Gabler beim Rehbock: Alter und Gehörnentwicklung
Das Rehwild bildet als einziger heimischer Hirschartiger schon im Kitzalter ein erstes Gehörn, das Erstlingsgehörn ohne Rosen. Nach dessen Abwurf schiebt der Jährling sein zweites Gehörn, meist als Spießer. Bei sehr guten Bedingungen kann er aber auch schon Gabler sein, in Ausnahmefällen sogar Sechser. Vom zweiten Jahr an trägt der Bock in der Regel ein Sechsergehörn, alte Böcke setzen später zurück. Wie stark das Gehörn wird, hängt vor allem von der Ernährung während des Wachstums ab, daneben von Alter, Konstitution, Umwelt und Veranlagung. Abgeworfen wird meist von Oktober bis Dezember, gefegt meist von März bis Mai.
Ansprechen: Gabler ist nicht gleich alt
Weil die Gehörnform kein Altersnachweis ist, braucht es weitere Hinweise. Einer ist der Zeitpunkt des Fegens: Ältere Böcke haben früher verfegt als junge. Trägt ein kräftiger Gabelbock Anfang Juni noch Bast, spricht das eher für einen Jährling. Beim Rotwild wiederum lässt die Form Rückschlüsse auf fehlende Enden zu: Ein Gabler trägt sicher keine Eissprosse, ebenso wenig ein Kronenzehner.
„Gabler“ in der Jägerprüfung
Der Begriff taucht in wenigen, aber typischen Fragen auf. Gefragt wird nach der normalen Gehörnentwicklung vom Kitz bis zum reifen Bock, nach der Bedeutung eines späten Fegetermins für die Altersschätzung und beim Rotwild nach Stangenformen ohne Eissprosse. Ein häufiger Fehler ist, vom Gablergehörn direkt auf ein bestimmtes Lebensalter zu schließen.
Häufige Fragen zu „Gabler“
Kann ein Jährling ein Gabler sein?
Ja. Meist schiebt der Jährling Spieße, unter besonders guten Bedingungen aber bereits ein Gablergehörn und ausnahmsweise sogar ein Sechsergehörn.
Was unterscheidet einen Gabler von einem Sechser?
Der Gabler hat zwei Enden je Stange, der Sechser meist drei. Beide Namen beschreiben lediglich die Form des Kopfschmucks.
„Gabler“ kommt in 3 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- GehörnGehörn ist die jagdsprachliche Bezeichnung für den Kopfschmuck des Rehbocks. Biologisch ist es ein Geweih aus Knochen, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- SpießerEin Spießer ist ein junger männlicher Geweih- oder Gehörnträger, dessen Stangen noch unverzweigt sind, also je nur einen Spieß ohne Enden tragen; beim Rot- und Damhirsch ist das meist der erste Kopf.
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- BastBast ist die behaarte, gut durchblutete Haut, die das wachsende Geweih oder Gehörn überzieht und mit Nährstoffen versorgt. Ist der Kopfschmuck fertig, streift das Stück den Bast durch Fegen ab.
- RosenstockDer Rosenstock ist der knöcherne Stirnzapfen, auf dem Geweih oder Gehörn der Hirscharten sitzt. Er bleibt dauerhaft bestehen, während der Kopfschmuck darauf jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
Weitere Begriffe aus Wildbiologie
GamswildFuchsGebrächFrischlingFischotterGesäugeFeldhaseGesperreAlle Begriffe aus Wildbiologie