Wildbiologie · Jägersprache

Keiler

Keiler heißt in der Jägersprache das männliche Wildschwein ab dem dritten Lebensjahr; kennzeichnend ist sein Gewaff aus vergrößerten Eckzähnen, den Gewehren und Haderern.

Was bedeutet „Keiler“?

Im Alltag spricht man vom männlichen Wildschwein, der Jäger sagt Keiler. Das weibliche Stück heißt Bache, das Jungtier im ersten Lebensjahr Frischling. Im zweiten Lebensjahr spricht man vom Überläufer, beim männlichen genauer vom Überläuferkeiler. Ab dem dritten Lebensjahr gilt das Stück als Keiler, ausgereift ist es aber erst mit etwa fünf Jahren. Keiler, Bache und Frischling sind reine Schwarzwildbegriffe; auf den Dachs etwa passen sie nicht, auch wenn dessen Haut ebenfalls Schwarte heißt.

Gewaff, Schild und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal ist das Gewaff. Es besteht aus den unteren Eckzähnen, den Gewehren oder Hauern, und den oberen Eckzähnen, den Haderern. Weil sie ständig aneinander reiben, schärfen sie sich selbst. Sichtbar ist von den Gewehren nur ein geringer Teil, rund zwei Drittel ihrer Länge sind im Unterkiefer verborgen. Das Gewaff dient als Waffe, zum Imponieren bei Rangkämpfen und wird als Trophäe bewertet. Die Bache besitzt nur viel kleinere Eckzähne, die man Haken nennt. Ältere Keiler bilden im Blatt- und Schulterbereich ein Schild aus derbem Bindegewebe, wirken vorn massig und hochvorderständig und tragen ein starkes Haupt.

Lebensweise und Bejagung

Schwarzwild lebt in Rotten aus Bachen, Frischlingen und Überläufern unter Führung einer Leitbache. Junge Keiler verlassen den Verband häufig mit etwa 18 Monaten, erwachsene Keiler ziehen außerhalb der Rauschzeit meist allein umher. Das Schild schützt bei Kämpfen, rechtfertigt aber keine schwachen Schüsse oder unzureichende Munition. Ein Flintenlaufgeschoss ist für den Keiler zulässig. Auch nach dem Schuss kann ein Keiler noch gefährlich sein. Auf der Strecke liegen beim Schwarzwild die Keiler vor den Bachen und Frischlingen, die stärksten zuoberst. Vom Rücken stammt der Saubart, ein jagdlicher Hutschmuck.

„Keiler“ in der Jägerprüfung

Gefragt wird nach den Bezeichnungen der Geschlechter und Altersstufen, nach den Namen der Eckzähne und nach dem verborgenen Anteil der Gewehre im Kiefer. Hinzu kommen Rechtsfälle: Wer mit einer Erlaubnis nur für einen Rehbock einen Keiler erlegt, kann sich der Wilderei schuldig machen, und auch im eingegatterten Eigenjagdbezirk braucht man einen Jagdschein. Außerdem wird abgefragt, dass das Wildbret stark rauschiger Keiler genussuntauglich bleibt.

Häufige Fragen zu „Keiler“

Wie heißen die Zähne des Keilers?

Die Eckzähne im Unterkiefer heißen Gewehre oder Hauer, die im Oberkiefer Haderer. Zusammen bilden sie das Gewaff.

Ab wann ist ein Wildschwein ein Keiler?

Ab dem dritten Lebensjahr. Davor heißt das männliche Stück Frischling (erstes Jahr) und Überläufer oder Überläuferkeiler (zweites Jahr).

Lebt der Keiler in der Rotte?

Außerhalb der Rauschzeit ist der ausgewachsene Keiler in der Regel ein Einzelgänger. Die Rotte besteht aus Bachen, Frischlingen und Überläufern, die eine Leitbache führt.

„Keiler“ kommt in 36 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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