Wildbiologie · Jägersprache
Luchs
auch: Eurasischer Luchs, Lynx lynx
Der Luchs, genauer Eurasischer Luchs (Lynx lynx), ist Europas größte Katze und ein streng geschützter Lauer- und Pirschjäger mit Pinselohren, Backenbart, Stummelwedel und Tellertatzen.
Was ist der Luchs?
Zoologisch gehört der Luchs zur Ordnung der Raubtiere und zur Familie der Katzen. Jagdlich wird er gemeinsam mit Wolf und Wildkatze dem Großraubwild zugerechnet. In weiten Teilen Deutschlands war er einst verschwunden; heute leben wieder Luchse in mehreren Regionen, etwa in waldreichen Mittelgebirgen, teils durch Wiederansiedlung, teils durch natürliche Ausbreitung. Die Jägersprache nennt das Männchen Kuder und das Weibchen Katze, Jungtiere heißen Jungluchs oder Kätzchen. Weil Bestände und Verbreitung jährlich schwanken, werden sie über das Großraubtier-Monitoring erfasst und nicht als feste Zahl gelernt.
Erkennungsmerkmale und Lebensweise
Vier Merkmale machen den Luchs unverwechselbar: schwarze Haarpinsel an den Ohrspitzen, ein seitlich verlängerter Backenbart, ein sehr kurzer Stummelwedel mit schwarzer Spitze und große, breite, dicht behaarte Pfoten, die Tellertatzen. Er lebt als Einzelgänger in großen, deckungsreichen und ruhigen Wäldern. Gejagt wird aus dem Hinterhalt oder nach gedecktem Anschleichen; die Beute tötet er mit einem kurzen Angriff, oft durch Kehlbiss. Große Risse deckt er ab und sucht sie über mehrere Tage erneut auf, solange er nicht gestört wird. In mitteleuropäischen Wäldern ist Rehwild häufig seine wichtigste Beute. Die Ranz fällt in den März und April; eine Keimruhe gibt es beim Luchs nicht.
Schutzstatus des Luchses
Der Luchs ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie gelistet und nach nationalem Artenschutzrecht streng geschützt. Ihn zu töten, zu fangen, ihm nachzustellen oder ihn erheblich zu stören, ist verboten; Ausnahmen bleiben behördlichen Einzelfällen vorbehalten. Dass eine Art dem Jagdrecht unterliegt, bedeutet deshalb nicht, dass sie bejagt werden darf. In Niedersachsen und Baden-Württemberg ist der Luchs ganzjährig geschont. Weil seine Streifgebiete sehr groß sind, gelten Zerschneidung durch Straßen und fehlender genetischer Austausch als zentrale Schutzprobleme; Korridore zwischen Teilpopulationen sind daher wichtig.
„Luchs“ in der Jägerprüfung
Geprüft werden vor allem die markanten Körpermerkmale, die Jagdweise und der Schutzstatus. Häufig gilt es, falsche Aussagen zu erkennen: Der Luchs lebt nicht gesellig und nimmt durchaus Fallwild an. Weitere Schwerpunkte sind die Ernährung vorwiegend von Schalenwild, der Bedarf an sehr großen Streifgebieten, die Ranzzeit im Frühjahr und die ganzjährige Schonung. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Wolf, der jedoch ein ausdauernder Hetzjäger im Rudel ist.
Häufige Fragen zu „Luchs“
Darf der Luchs gejagt werden?
Nein, der Luchs ist streng geschützt und nicht regulär bejagbar. In Niedersachsen und Baden-Württemberg ist er ausdrücklich ganzjährig geschont; Ausnahmen gibt es nur als behördliche Einzelfälle.
Was frisst der Luchs?
Er ernährt sich überwiegend von Schalenwild, in mitteleuropäischen Wäldern häufig von Rehwild. Größere Risse deckt er ab und nutzt sie über mehrere Tage.
Was ist der Unterschied zwischen Luchs und Wildkatze?
Beide sind heimische, streng geschützte Katzenarten. Der Luchs ist die größte Katze Europas und trägt Pinselohren, Backenbart und einen kurzen Stummelwedel.
„Luchs“ kommt in 30 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- WildkatzeDie Europäische Wildkatze (Felis silvestris) ist eine in Deutschland heimische, streng geschützte Waldkatze – eine eigene Wildart und keine verwilderte Hauskatze.
- WolfDer Wolf (Canis lupus) ist der größte wild lebende Vertreter der Hundeartigen in Deutschland; er lebt im Rudel als Familienverband und unterliegt nach aktuellem Bundesrecht besonderen jagdrechtlichen Vorschriften.
- RaubwildRaubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.
- ArtenschutzArtenschutz ist der gezielte Schutz einzelner wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch rechtliche Vorschriften, praktische Maßnahmen und wissenschaftliche Arbeit.
- FFH-GebietEin FFH-Gebiet ist ein Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG). Es sichert bestimmte Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten und bildet zusammen mit den Vogelschutzgebieten das Netz Natura 2000.
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- WildkorridorEin Wildkorridor ist ein verbindender Landschaftsstreifen, etwa aus Hecken, Wald oder Gewässerläufen, über den Wildtiere zwischen voneinander isolierten Lebensräumen wandern können.
Weitere Begriffe aus Wildbiologie
LunteLosungMalbaumLöffelMarderhundLichterMauswieselLauscherAlle Begriffe aus Wildbiologie