Wildbiologie · Jägersprache
Steinwild
auch: Alpensteinbock, Steinbock, Steingeiß, Capra ibex
Steinwild ist die jagdliche Bezeichnung für den Alpensteinbock (Capra ibex), einen Hornträger des Hochgebirges, der zum Schalenwild und zum Hochwild zählt; das männliche Stück heißt Steinbock, das weibliche Steingeiß.
Was ist Steinwild?
Mit Steinwild ist in Deutschland ausschließlich der Alpensteinbock gemeint. Er gehört zu den Hornträgern (Bovidae) und dort zu den Ziegenartigen, ist Wiederkäuer mit mehrkammerigem Magen und hat im Oberkiefer vorn keine Schneidezähne. Jagdrechtlich ist er Schalenwild und gehört zum Hochwild. Sein Lebensraum sind die felsigen Hochalpen mit steilen Hängen; im Winter nutzt er Hänge, auf denen weniger Schnee liegt. Für das Klettern im Fels ist er gut ausgerüstet: Die harten Ränder der Schalen geben Halt, weiche Sohlenpolster passen sich dem Untergrund an.
Hörner statt Geweih
Steinwild trägt keinen Knochenkopfschmuck, der jedes Jahr abgeworfen wird, sondern Hörner. Diese bestehen aus einem knöchernen Hornzapfen, über dem dauerhaft eine Hornscheide sitzt; sie werden nie abgeworfen und wachsen das ganze Leben lang. Beide Geschlechter tragen Hörner. Beim Bock sind sie jedoch deutlich länger und kräftiger, säbelartig nach hinten geschwungen und mit auffälligen Schmuckwülsten besetzt. Weil die Hörner stetig weiterwachsen, lässt sich das Alter eines erlegten Steinbocks an der Trophäe wesentlich besser bestimmen als an der Abnutzung der Zähne. Das gilt ähnlich für Gamsbock und Muffelwidder.
Schutzstatus
Steinwild gehört zu den Arten der Bundeswildschutzverordnung, die Besitz- und Vermarktungsverbote für schutzbedürftige Wildarten regelt. In Bayern ist es ganzjährig geschont, ebenso wie Schneehase und Murmeltier. Wer einen Steinbock erlegt, obwohl die Art Schonzeit hat, riskiert ein Schonzeitvergehen, das einen Straftatbestand darstellen kann.
„Steinwild“ in der Jägerprüfung
Häufig ist Steinwild eine von mehreren richtigen Antworten: bei den Hornträgern, bei Arten ohne Abwurf des Kopfschmucks, bei weiblichen Stücken mit Kopfschmuck, bei der Altersbestimmung über die Trophäe und beim Hochwild. Gefragt wird auch nach dem Schutz durch die Bundeswildschutzverordnung und nach der rechtlichen Folge eines Abschusses in der Schonzeit. Fehlerquelle: von Geweih zu sprechen.
Häufige Fragen zu „Steinwild“
Was ist der Unterschied zwischen Steinwild und Gamswild?
Beide sind Hornträger aus der Gruppe der Ziegenartigen. Die Gams ist leichter und hochläufiger, trägt hakenförmige Krucken und eine typische Gesichtsmaske; der Steinbock ist massiger und trägt lange, nach hinten gebogene Hörner.
Wirft der Steinbock seine Hörner ab?
Nein. Hörner bestehen aus einer Hornscheide auf einem Knochenzapfen und wachsen lebenslang weiter. Deshalb eignen sie sich gut zur Altersbestimmung.
„Steinwild“ kommt in 17 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- GamswildGamswild, auch Gämse oder Gams (Rupicapra rupicapra), ist ein ziegenartiger Hornträger der Gebirge und zählt jagdrechtlich zum Schalenwild. Bock und Geiß tragen Krucken, die nie abgeworfen werden.
- MuffelwildMuffelwild, auch Mufflon genannt, ist das kleinste Wildschaf. Es gehört zu den Hornträgern und Wiederkäuern und wird jagdrechtlich als Schalenwild geführt; der Widder trägt Schnecken.
- WisentDer Wisent (Bison bonasus) ist Europas größtes frei lebendes Landsäugetier, ein Hornträger aus der Unterfamilie der Rinder, der nach § 2 BJagdG zum Schalenwild zählt.
- SchalenwildSchalenwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer mit Schalen – Hirschartige, Hornträger und Schwarzwild.
- KruckenKrucken sind die Hörner des Gamswildes: hakenförmig nach hinten gebogene Hornscheiden über einem Knochenzapfen, die Bock und Geiß tragen und die zeitlebens nicht abgeworfen werden.
- BundeswildschutzverordnungDie Bundeswildschutzverordnung (BWildSchV) ist eine Verordnung zum Bundesjagdgesetz, die für besonders schutzbedürftige Wildarten Besitz und Handel verbietet und die Greifvogelhaltung in der Falknerei regelt.
- MurmeltierDas Alpenmurmeltier (Marmota marmota) ist ein Nagetier aus der Familie der Hörnchen, das im Hochgebirge in Familienverbänden lebt, bei Gefahr pfeift und echten Winterschlaf hält.
- SchneckenSchnecken heißen in der Jägersprache die spiralig eingedrehten Hörner des Muffelwidders; im allgemeinen Sinn sind Schnecken zudem Weichtiere, die als Nahrung vieler Wildarten und als Zwischenwirt des Leberegels vorkommen.
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