Wildbiologie
Duftdrüse
auch: Witterungsdrüse
Eine Duftdrüse ist ein Hautorgan, über das Wild Geruchsstoffe abgibt – etwa zur Reviermarkierung, zum Anlocken eines Partners, zur Verständigung oder zur Abwehr von Feinden.
Was ist eine „Duftdrüse“?
Viele Wildarten verständigen sich über Gerüche. Die dafür nötigen Stoffe stammen aus Duftdrüsen, die je nach Art an ganz unterschiedlichen Körperstellen liegen. Mit den Duftmarken grenzt ein Tier sein Revier ab, gibt sich als Individuum zu erkennen und hilft Artgenossen bei der Orientierung. Zu den Aufgaben zählen außerdem das Anlocken eines Geschlechtspartners und die Abwehr von Feinden. Bei den Marderartigen gelten Duftdrüsen sogar als typisches Familienmerkmal, neben dem langgestreckten Körperbau. Für den Jäger sind diese Organe vor allem beim Rehwild und beim Fuchs Prüfungsstoff.
Die drei Duftdrüsen des Rehwildes
Rehwild besitzt drei Duftdrüsen. Die Stirndrüse liegt unter der Stirnlocke; wenn der Bock fegt, streicht er neben Pflanzensäften auch diese Duftstoffe an Zweige und Sträucher. Die Zwischenzehendrüse, auch Klauensäckchen genannt, sitzt zwischen den Schalen und gibt bei jedem Tritt Geruch an die Fährte ab – beim Rehwild auch an den Hinterläufen, was es unter dem Schalenwild auszeichnet. Die dritte ist die Laufbürste an den Hinterläufen, die ebenfalls zur Duftfährte beiträgt. Der Bock markiert sein Territorium vor allem durch Fegen und Plätzen, also das Freischlagen des Bodens mit den Vorderläufen; die Drüsen verleihen diesen Marken ihren individuellen Geruch.
Die Viole des Fuchses
Beim Fuchs heißt die bekannteste Duftdrüse Viole. Sie sitzt auf der Oberseite des Luntenansatzes, also hinter der Wurzel des Fuchsschwanzes, den der Jäger Lunte nennt. Der Rüde markiert sein Territorium mit ihrer Hilfe und zusätzlich, indem er Urin und Losung an exponierten Stellen absetzt.
„Duftdrüse“ in der Jägerprüfung
Elf unterschiedliche Fragen im Bestand befassen sich mit Duftdrüsen. Gefragt wird nach ihren Aufgaben, nach der Lage der Drüsen beim Rehbock – unter der Stirnlocke und an den Hinterläufen – sowie nach Namen und Sitz der Viole beim Fuchs. Oft verlangen die Fragen mehrere richtige Antworten; wer nur die Reviermarkierung nennt und das Anlocken des Partners vergisst, verliert Punkte.
Häufige Fragen zu „Duftdrüse“
Wo hat das Reh Duftdrüsen?
Unter der Stirnlocke, zwischen den Schalen und an den Hinterläufen in Form der Laufbürste. Zusammen hinterlassen sie Duftmarken an Pflanzen und entlang der Fährte.
Was ist die Viole beim Fuchs?
Eine Duftdrüse auf der Oberseite des Luntenansatzes. Der Fuchsrüde nutzt sie zur Markierung seines Territoriums.
Wozu dienen Duftdrüsen beim Wild?
Sie dienen der Reviermarkierung, dem Anlocken von Partnern, der Abwehr von Feinden sowie der Erkennung einzelner Tiere und der Orientierung.
„Duftdrüse“ kommt in 11 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- FuchsDer Fuchs, genauer Rotfuchs (Vulpes vulpes), ist ein Hundeartiger und das häufigste heimische Raubwild in Deutschland. Er ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger und Allesfresser mit Schwerpunkt auf Mäusen und anderen Kleinsäugern.
- LunteLunte ist die jägersprachliche Bezeichnung für den Schwanz des Fuchses. Sie ist buschig, beim Rotfuchs etwa 30 bis 45 cm lang und meist hell gespitzt.
- FährteFährte ist das jägersprachliche Wort für die Spur des Schalenwildes, also die Abfolge seiner Tritte im Boden; den einzelnen Abdruck eines Laufes nennt man Tritt oder Trittsiegel.
- RaubwildRaubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.
- BlattzeitBlattzeit ist das Jägerwort für die Brunft, also die Paarungszeit, des Rehwilds; sie fällt in den Sommer, meist von Mitte Juli bis Mitte August.
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