Waffenkunde ist fester Bestandteil der Jägerprüfung. Hier findest du die Begriffe zu Waffentypen, Verschlüssen, Abzügen und Sicherungen, zu Munition, Ballistik, Optik und zum sicheren Umgang mit Jagdwaffen.
Das Absehen ist die im Zielfernrohr sichtbare Zielmarke – etwa ein Fadenkreuz oder Leuchtpunkt –, mit der der Schütze den Haltepunkt auf das Ziel legt.
Der Abzug (auch Züngel) ist das Bedienteil, mit dem der Schütze den Schuss auslöst: Er gibt den Abzugsstollen frei, sodass die Schlagfeder den Schlagbolzen auf das Zündhütchen treibt.
Der Abzugsbügel ist der Bügel um den Abzug einer Schusswaffe. An ihm liegt der gestreckte Zeigefinger des Schützen, solange nicht geschossen werden soll.
Die Außenballistik ist der Teil der Ballistik, der das Verhalten des Geschosses beschreibt, nachdem es den Lauf verlassen hat, bis es auf das Ziel trifft – vor allem seine Flugbahn.
Der Auszieher ist ein Bauteil am Verschluss, das den Hülsenboden erfasst und die Patrone oder leere Hülse beim Öffnen ein Stück aus dem Patronenlager herauszieht.
Ein Beschusszeichen ist der Stempel eines staatlichen Beschussamts auf den wesentlichen Teilen einer Schusswaffe; es belegt, dass die Waffe die amtliche Beschussprüfung schadlos überstanden hat.
Ein bleifreies Geschoss ist ein Büchsen- oder Flintenlaufgeschoss ohne Blei, meist aus Kupfer, Messing oder Tombak, das nach dem Deformations- oder Zerlegungsprinzip wirkt.
Eine Bockbüchsflinte (BBF) ist eine kombinierte Kipplaufwaffe mit zwei übereinanderliegenden Läufen: einem gezogenen Kugellauf und einem glatten Schrotlauf.
Eine Bockflinte ist eine Kipplaufflinte mit zwei glatten Läufen, die senkrecht übereinander liegen; sie wird auch Über-Unter-Flinte genannt und ist besonders für Flugwild bewährt.
Eine Büchse ist eine für den Kugelschuss gebaute Langwaffe mit gezogenem Lauf: Züge und Felder versetzen das Geschoss in Drall und stabilisieren so seinen Flug.
Eine Büchsenpatrone ist die Munition für gezogene Läufe; sie besteht aus Hülse, Zündhütchen, Treibladung und Geschoss und muss für Schalenwild die Mindestwerte des § 19 BJagdG erfüllen.
Ein Direktabzug ist eine Abzugsart, bei der ein einziger Druck auf das Züngel den Schuss auslöst – ohne dass vorher ein Stecher eingestochen werden muss.
Drall ist die Drehung, die ein Geschoss im gezogenen Büchsenlauf durch Züge und Felder erhält; sie stabilisiert das Geschoss im Flug wie einen Kreisel und verhindert, dass es sich überschlägt.
Der Drehkammerverschluss ist ein Verschluss für Waffen mit starrem Lauf, vor allem Repetierbüchsen: Die Kammer wird durch Drehen des Kammerstängels ver- und entriegelt und zum Laden längs bewegt.
Ein Drilling ist eine kombinierte Kipplaufwaffe mit drei Läufen – meist zwei glatten Schrotläufen nebeneinander und einem gezogenen Kugellauf mittig darunter – und bietet damit drei Schuss für Schrot und Kugel.
Ein Einzellader ist eine Schusswaffe ohne Magazin, bei der jede Patrone von Hand einzeln direkt ins Patronenlager gelegt wird; auch mehrläufige Kipplaufwaffen wie Doppelflinte oder Drilling zählen dazu.
Felder sind in der Waffenkunde die stehengebliebenen Erhöhungen zwischen den Zügen eines gezogenen Laufs; sie pressen das Geschoss in die Züge und geben ihm so den Drall.
Das Fernglas ist das wichtigste Beobachtungsgerät des Jägers. Mit ihm wird Wild gesucht, bestimmt und angesprochen, bevor überhaupt eine Waffe in Anschlag kommt.
Die Fischhaut ist eine rutschfeste Oberfläche mit rautenförmigem Muster, die am Schafthals und am Vorderschaft eines Gewehrs angebracht ist. Sie sorgt dafür, dass beide Hände sicheren Halt finden.
Eine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
Ein Flintenlaufgeschoss ist ein Einzelgeschoss, das statt einer Schrotladung aus dem glatten Flintenlauf verschossen wird. Mit ihm darf aus der Flinte auch Schalenwild erlegt werden.
Die Flügelsicherung ist ein drehbarer Sicherungsflügel am Verschluss einer Repetierbüchse. Beim klassischen System Mauser 98 hat sie drei Stellungen und blockiert den Schlagbolzen.
Ein Gasdrucklader ist eine Selbstladewaffe, die einen Teil der Pulvergase durch eine Bohrung im Lauf abzweigt. Dieses Gas treibt über einen Kolben den Verschluss an, sodass die Waffe nach dem Schuss selbsttätig nachlädt.
Ein Geradezugverschluss ist ein Büchsenverschluss, der sich zum Laden nur in Längsrichtung vor- und zurückbewegen lässt. Weil das Drehen der Kammer entfällt, kann schneller repetiert werden.
Der Gewehrriemen, auch Trageriemen, ist ein Riemen aus Leder, Neopren oder Nylon, mit dem eine Langwaffe über der Schulter oder auf dem Rücken getragen wird. Er ist an Riemenbügeln am Vorderschaft und am Kolben befestigt.
Die günstigste Einschießentfernung (GEE) ist die Entfernung, bis zu der mit einer bestimmten Büchsenpatrone ohne Änderung des Haltepunkts „Fleck“ geschossen werden kann. Sie liegt dort, wo das fallende Geschoss die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt.
Handspannung ist ein Schlosssystem, bei dem der Schütze die Schlagfeder erst unmittelbar vor dem Schuss bewusst von Hand spannt und danach wieder entspannt; bis dahin bleibt die Feder ohne Spannung.
Ein Hochschuss liegt vor, wenn der Treffpunkt oberhalb des Haltepunkts liegt – entweder bewusst beim Einschießen eingestellt oder unbeabsichtigt durch Fehler beim Schießen und äußere Einflüsse.
Innenballistik ist der Teil der Ballistik, der die Schussentwicklung im Lauf beschreibt – von der Zündung der Treibladung bis zu dem Moment, in dem das Geschoss die Mündung verlässt.
Das Kaliber gibt den Innendurchmesser des Laufs und damit den Durchmesser des Geschosses an; zugleich dient die Kaliberbezeichnung als eindeutige Kennung einer Patronensorte.
Der Kammerstängel ist der seitlich abstehende Griff an der Kammer eines Drehkammerverschlusses, mit dem der Schütze den Verschluss entriegelt, öffnet, durchlädt und wieder verriegelt.
Die Kimme ist das hintere Element der offenen Visierung: eine Kerbe oder ein Schlitz am Lauf oder Verschluss, in den der Schütze beim Zielen das Korn einpasst.
Der Kipplaufverschluss ist die Verschlussart der Kipplaufwaffen: Der Lauf wird zum Laden nach unten abgekippt und beim Schließen durch Haken, Nasen oder Riegel fest mit der Waffe verbunden.
Der Kolben, auch Hinterschaft genannt, ist der hintere Teil des Schafts einer Langwaffe, der beim Anschlag an der Schulter liegt und den Rückstoß aufnimmt.
Eine kombinierte Waffe ist eine Jagdlangwaffe, die mindestens einen Büchsenlauf für Kugelpatronen und einen Flintenlauf für Schrot in sich vereint, etwa Drilling oder Bockbüchsflinte.
Das Korn ist das vordere Element der offenen Visierung, ein kleiner Punkt oder Balken an der Laufmündung, der beim Zielen in die Kimme eingepasst und auf das Ziel gerichtet wird.
Die Laufseele, auch Laufbohrung oder Bohrung genannt, ist der innere Kanal des Laufs zwischen Übergangskegel und Mündung, durch den das Geschoss fliegt.
Das Magazin ist der Patronenvorrat einer Mehrladewaffe: Es nimmt mehrere Patronen auf, aus denen jeweils eine ins Patronenlager befördert wird, etwa bei Repetierbüchse oder Selbstladepistole.
Ein Mehrlader ist eine Schusswaffe mit Magazin, die mehrere Patronen aufnimmt; der Schütze führt nach jedem Schuss von Hand eine neue Patrone ins Patronenlager, typisch bei der Repetierbüchse.
Die Mündung ist das vordere Ende des Laufs einer Schusswaffe, an dem Geschoss oder Schrotladung die Waffe verlassen. Bei Flinten sitzt dort meist der Choke.
Die offene Visierung ist eine Zieleinrichtung ohne Linsen, bestehend aus Kimme und Korn. Der Schütze bringt Auge, Kimme, Korn und Ziel in eine Linie; sie eignet sich besonders für kurze Entfernungen.
Parallaxe ist die scheinbare Verschiebung des Absehens gegenüber dem Ziel im Zielfernrohr, die auftritt, wenn das Auge nicht gerade hinter dem Okular sitzt.
Die Patronenhülse ist der meist aus Messing gefertigte Behälter einer Patrone, der Zündhütchen, Treibladung und Geschoss aufnimmt und zu einer Einheit verbindet.
Das Patronenlager ist der hinterste Abschnitt des Laufs, in dem die Patrone vor dem Schuss liegt. Es muss genau zum Kaliber der verwendeten Munition passen.
Eine Pistole ist eine Kurzwaffe mit Magazin im Griff und einem Schlitten als Verschluss, der nach jedem Schuss selbsttätig nachlädt. Jagdlich ist sie nur in wenigen Ausnahmefällen zugelassen.
Ein Putzstock ist ein Stab zur Waffenpflege, mit dem Reinigungsmittel wie Filze, Patches oder Bürsten durch den Lauf geführt werden, um Pulverrückstände und Ablagerungen zu entfernen.
Eine Querflinte ist eine Flinte mit zwei glatten Läufen, die waagerecht nebeneinander liegen. Sie gilt als traditionelle Jagdflinte und wird auch Doppelflinte genannt.
Eine Randfeuerpatrone ist eine Patrone ohne Zündhütchen, bei der die Zündmasse im Bodenrand der Hülse sitzt. Bekannte Beispiele sind die Kleinkaliberpatronen .22 lfB und .22 WMR.
Eine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
Ein Revolver ist eine Kurzwaffe mit einer drehbaren Trommel, deren meist sechs Kammern je eine Patrone aufnehmen. Die Trommel ist dabei zugleich Magazin und Patronenlager.
Ein Röhrenmagazin ist ein röhrenförmiges Magazin unter dem Lauf, in dem die Patronen hintereinander liegen. Man findet es vor allem bei Unterhebel-Repetierern und Selbstladeflinten.
Ein Rückstoßlader ist eine Selbstladewaffe, bei der die Rückstoßenergie des Schusses Lauf und Verschluss nach hinten treibt, die Hülse auswirft und die nächste Patrone zuführt.
Der Schaft ist der Teil der Langwaffe, den der Schütze hält und anschlägt; er besteht aus Kolben, Schafthals und Vorderschaft und nimmt den Rückstoß auf.
Die Schaftbacke, kurz Backe, ist die Fläche am Kolben einer Langwaffe, an die der Schütze beim Anschlag seine Wange legt; sie legt die Kopfhaltung beim Zielen fest.
Ein Schalldämpfer ist ein Aufsatz für die Laufmündung, der den Mündungsknall verringert; jagdlich dient er vor allem dem Gehörschutz von Jäger und Hund.
Die Schiebesicherung ist eine Sicherung, bei der ein Schieber mit dem Daumen zwischen „gesichert“ und „entsichert“ verschoben wird; typisch ist sie bei Flinten und Kipplaufwaffen.
Der Schlagbolzen, auch Zündstift genannt, ist das Teil des Schlosses, das beim Abziehen auf das Zündhütchen der Patrone schlägt und so den Schuss auslöst.
Eine Schlagbolzensicherung blockiert den Schlagbolzen mechanisch, sodass er nicht ungewollt auf das Zündhütchen schlagen kann; sie gilt als die zuverlässigste Sicherungsart.
Die Schlagfeder, auch Schlossfeder genannt, ist die Feder im Schloss einer Waffe, die gespannt Energie speichert und beim Abziehen den Schlagbolzen auf das Zündhütchen treibt.
Das Schloss ist der Zündmechanismus einer Schusswaffe, der über Schlagfeder und Schlagbolzen die Patrone zündet; beim Aufbrechen heißt zudem die Verbindung der Beckenknochen Schloss.
Die Schränkung ist die seitliche Abweichung oder Ausbiegung des Gewehrschafts von der Längsachse der Waffe; sie passt den Schaft an Rechts- oder Linksschützen an.
Die Schrotgarbe ist die kegelförmige Wolke aus Schroten, die sich nach dem Verlassen des Flintenlaufs ausbreitet; ihre Dichte und Breite bestimmen die Wirkung des Schrotschusses.
Eine Schrotpatrone ist die Munition der Flinte: In einer meist aus Kunststoff gefertigten Hülse liegen Pulver, Pfropfen und viele kleine Metallkugeln, die Schrote.
Eine Selbstladebüchse, auch Halbautomat genannt, ist eine Büchse, die nach dem Schuss selbsttätig nachlädt, sodass der Schütze nicht von Hand repetieren muss; für ihre Verwendung bei der Jagd gelten Grenzen für die geladenen Patronen.
Die Senkung ist ein Schaftmaß: Sie gibt an, wie tief der hintere Schaft mit der Schaftkappe unter der nach hinten gedachten Verlängerung der Laufschiene bzw. Visierlinie liegt.
Die Sicherung ist eine mechanische oder konstruktive Einrichtung an einer Schusswaffe, die eine ungewollte Schussabgabe verhindern soll; sie senkt das Risiko, macht die Waffe aber nie ungefährlich.
Der Stecher ist eine Abzugseinrichtung an Büchsen und kombinierten Waffen, die nach dem Einstechen das Abzugsgewicht stark senkt; als Deutscher Stecher (Doppelzüngel) oder als Rückstecher (französischer Stecher).
Der Stoßboden ist die Fläche am Verschluss, die das Patronenlager nach hinten begrenzt und an der der Boden der geladenen Patronenhülse anliegt; er dient beim Schuss als Widerlager.
Ein Teilmantelgeschoss (TM) ist ein Büchsengeschoss, dessen Mantel die Spitze offen lässt, sodass der Bleikern dort frei liegt. Beim Auftreffen pilzt es auf und gibt viel Energie im Wildkörper ab.
Die Treibladung ist das Pulver in einer Patrone. Beim Zünden verbrennt es blitzschnell zu Gas, dessen Druck das Geschoss oder die Schrotgarbe durch den Lauf treibt.
Der Übergangskegel ist der kegelförmig enger werdende Abschnitt im Lauf zwischen Patronenlager und Laufseele. Dort greift das Geschoss erstmals in die Züge ein.
Verriegelungswarzen sind vorstehende Nocken am Verschluss einer Repetierwaffe. Beim Schließen rasten sie in Aussparungen ein und halten den Verschluss beim Schuss gegen den Gasdruck fest.
Der Verschluss ist das Bauteil einer Schusswaffe, das das Patronenlager gasdicht nach hinten abschließt und beim Schuss den Gasdruck von bis zu 4.000 bar sicher aufnimmt.
Ein Vollmantelgeschoss (VM) ist ein Geschoss, dessen Bleikern vollständig von einem Kupfermantel umschlossen ist. Es verformt sich kaum, durchschlägt das Wild und gibt dabei nur wenig Energie ab.
Ein Wechselmagazin ist ein herausnehmbares, außen an der Waffe eingesetztes Magazin, das einen schnellen Tausch des Patronenvorrats erlaubt; bei modernen Repetierbüchsen ist es Standard.
Ein Zerlegungsgeschoss ist ein Büchsengeschoss, das beim Auftreffen auf den Wildkörper in Splitter zerbricht und so seine Energie sehr früh abgibt; typisches Beispiel ist das H-Mantel-Geschoss.
Ein Zielfernrohr (ZF) ist eine auf der Büchse montierte Optik, die Vergrößerung und Zieleinrichtung in einem Gerät vereint und präzise Schüsse auf mittlere bis weite Entfernungen ermöglicht.
Züge sind die spiralförmig in die Innenwand eines gezogenen Laufes eingeschnittenen Rillen; zusammen mit den stehengebliebenen Feldern versetzen sie das Geschoss in Drehung.
Das Zündhütchen ist das kleine Zündelement in der Mitte des Hülsenbodens einer Zentralfeuerpatrone; seine schlagempfindliche Zündmasse entflammt, wenn der Schlagbolzen auftrifft, und zündet so die Treibladung.
Der Zylinderverschluss, auch Kammerverschluss genannt, ist der typische Verschluss der Repetierbüchse: ein zylindrischer Verschlusskörper, der das Patronenlager einer Waffe mit starrem Lauf nach hinten abschließt.
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