Hege
Auf-den-Stock-Setzen
auch: Auf Stock setzen
Auf-den-Stock-Setzen bedeutet, Sträucher und Bäume bis auf den Wurzelstock zurückzuschneiden, damit sie von unten neu austreiben. So werden Hecken und Feldgehölze verjüngt.
Was bedeutet „Auf-den-Stock-Setzen“?
Der Ausdruck gehört zur Gehölzpflege. Gemeint ist ein starker Rückschnitt, bei dem Sträucher und Bäume bis dicht über dem Boden abgeschnitten werden, sodass nur der Wurzelstock stehen bleibt. Aus ihm wachsen neue Triebe nach. Im Revier dient das der Verjüngung von Hecken und Feldgehölzen. Hecken gelten als wichtigste Strukturen im Offenland für Hase, Rebhuhn und Fasan; der regelmäßige Rückschnitt hält sie als Lebensraum funktionsfähig.
Wie und wann eine Hecke auf den Stock gesetzt wird
Empfohlen wird ein Rhythmus von etwa 10 bis 15 Jahren. Die Hecke wird dabei nie auf ganzer Länge zurückgeschnitten, sondern abschnittsweise und selektiv, damit stets ein Teil als Deckung stehen bleibt und der Strukturreichtum erhalten bleibt. Gearbeitet wird zwischen Oktober und Februar, also außerhalb der Brutzeit. Im Jahreskalender der Revierarbeit gehört die Heckenpflege deshalb in den Winter, neben Fütterungskontrolle in Notzeiten und der Instandhaltung von Hochsitzen. Ein ungemähter Krautsaum am Rand ergänzt die Pflege.
Bedeutung für die Biotophege
Das Auf-den-Stock-Setzen gehört zur Biotophege, die nicht einzelne Arten fördert, sondern den Lebensraum insgesamt für Deckung, Äsung und Brut aufwertet. Eine gut gepflegte Hecke ist mehrreihig aufgebaut, außen mit dornigen Sträuchern wie Schlehe und Weißdorn, in der Mitte mit höheren Arten, und sollte mindestens 5 bis 10 m breit sein. Ergänzend kann eine Benjeshecke aus Ästen und Reisig schnell Deckung schaffen.
„Auf-den-Stock-Setzen“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird nach der Bedeutung des Begriffs und danach, wie sich die Regeneration von Hecken und Feldgehölzen am besten fördern lässt. Die erwartete Antwort lautet: abschnittsweise auf den Stock setzen. Typischer Fehler ist, eine ganze Hecke auf einmal zu schneiden oder die Arbeit in die Brutzeit zu legen.
Häufige Fragen zu „Auf-den-Stock-Setzen“
Warum setzt man Hecken auf den Stock?
Um sie zu verjüngen und ihren Strukturreichtum zu erhalten. Aus dem Wurzelstock treiben danach neue Triebe aus.
Wann darf eine Hecke auf den Stock gesetzt werden?
Grundsätzlich nur vom 1. Oktober bis Ende Februar: § 39 Abs. 5 BNatSchG verbietet es, Hecken und andere Gehölze außerhalb des Waldes vom 1. März bis 30. September auf den Stock zu setzen. Geschnitten wird nur abschnittsweise.
„Auf-den-Stock-Setzen“ kommt in 4 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HeckeEine Hecke ist ein linienförmiger, meist mehrreihiger Gehölzstreifen im Offenland, der Niederwild und vielen anderen Arten Deckung, Nahrung, Brutplätze und Windschutz bietet und naturschutzrechtlich besonders geschützt ist.
- FeldgehölzEin Feldgehölz ist eine Insel aus Bäumen und Sträuchern mitten in der offenen Feldflur. Es liefert Niederwild und vielen anderen Tieren Deckung, Äsung sowie Brut- und Setzplätze.
- BiotophegeBiotophege ist die Form der Hege, die nicht einzelne Wildarten direkt fördert, sondern den Lebensraum dauerhaft so gestaltet, dass er Deckung, Äsung und Brutplätze für alle Arten bietet.
- BenjesheckeEine Benjeshecke ist ein locker aufgeschichteter Wall aus Ästen und Reisig, der sofort Deckung bietet und sich über eingetragene Samen nach und nach zu einer lebenden Hecke entwickelt.
- KrautsaumEin Krautsaum ist ein ungemähter Randstreifen aus Kräutern und Gräsern, der den Übergang zwischen einer Hecke und der angrenzenden Fläche bildet.
- LebensraumgestaltungLebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.
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