Hege
Biotop
auch: Lebensraum
Ein Biotop ist der Lebensraum einer Lebensgemeinschaft: ein abgrenzbarer Ausschnitt der Landschaft mit einheitlichen Standortbedingungen, etwa ein Mischwald, eine Feuchtwiese oder eine Hecke.
Was bedeutet „Biotop“?
Das Wort Biotop bezeichnet in der Ökologie den Raum, in dem eine Gemeinschaft von Pflanzen, Tieren und Pilzen lebt. Entscheidend ist, dass sich dieser Raum von seiner Umgebung abgrenzen lässt und innerhalb seiner Grenzen ähnliche Bedingungen herrschen – etwa beim Boden, der Feuchtigkeit oder dem Licht. Beispiele sind ein Eichenmischwald, eine nasse Wiese oder eine Feldhecke. Die Organismen, die dort zusammenleben, bilden die Biozönose. Biotop und Biozönose ergeben zusammen das Ökosystem, in dem Stoffe und Energie kreisen. Welche Arten an einem Standort vorkommen, hängt vom Zusammenwirken unbelebter und belebter Umweltfaktoren ab.
Gesetzlich geschützte Biotope
Bestimmte Biotoptypen stehen nach § 30 BNatSchG unmittelbar unter Schutz, ohne dass eine Behörde sie eigens ausweisen muss. Dazu gehören unter anderem Moore, Sümpfe, Bruchwälder, Röhrichte, Nasswiesen, Trockenrasen und Dünen. Sie dürfen weder zerstört noch verändert werden. Für die Jagdpraxis hat das Folgen: Handlungen, die ein solches Biotop zerstören oder erheblich beeinträchtigen können – etwa ein Wildacker, eine Tränke oder eine Kirrung im Niedermoor –, sind verboten; eine Ausnahme kann nur auf Antrag zugelassen werden, wenn sich die Beeinträchtigung ausgleichen lässt. Die Länder können weitere Biotoptypen schützen; Niedersachsen etwa zählt zusätzlich hochstaudenreiche Nasswiesen und Bergwiesen dazu. Zum geschützten Röhricht gehört beispielsweise das Rohrglanzgras.
Biotope im Revier lesen
Wer die Biotope seines Reviers kennt, kann Wildlebensräume beurteilen und gezielt gestalten. Die Pflanzen eines Standorts verraten viel über Boden, Feuchte und Nährstoffe, und das Vorkommen bestimmter Arten zeigt als Bioindikator den ökologischen Zustand an. Auch für die Wildgesundheit ist der Standort relevant: Feuchte Lebensräume fördern zum Beispiel den Befall des Rehwilds mit Leberegeln.
„Biotop“ in der Jägerprüfung
Die Definition gehört zu den Standardfragen der Ökologie und wird schriftlich wie mündlich verlangt, oft zusammen mit Biozönose, Ökosystem und Habitat. Daneben geht es um geschützte Biotoptypen und die Frage, welche jagdlichen Maßnahmen dort erlaubt sind. Der häufigste Fehler ist, Biotop und Habitat gleichzusetzen.
Häufige Fragen zu „Biotop“
Worin unterscheiden sich Biotop und Habitat?
Ein Biotop ist der Lebensraum aller Arten einer Lebensgemeinschaft, zum Beispiel ein Eichenmischwald. Das Habitat beschreibt enger den Lebensraum einer bestimmten Art innerhalb dieses Waldes, etwa den des Rehs.
Was ist ein gesetzlich geschütztes Biotop?
Das sind Biotoptypen, die nach § 30 BNatSchG automatisch geschützt sind, etwa Moore, Röhrichte oder Trockenrasen. Verboten sind Handlungen, die sie zerstören oder erheblich beeinträchtigen können; jagdliche Anlagen wie Wildäcker oder Tränken sind dort nur ausnahmsweise auf Antrag zulässig, wenn sich die Beeinträchtigung ausgleichen lässt.
Darf man in einem Moor eine Kirrung anlegen?
Nein. Ein Niedermoor ist ein geschütztes Biotop, deshalb ist eine Kirrung dort nicht zulässig.
„Biotop“ kommt in 36 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- ÖkosystemEin Ökosystem ist die Einheit aus einem Lebensraum (Biotop) und der darin lebenden Gemeinschaft (Biozönose), verbunden durch Stoff- und Energiekreisläufe und die Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und Umwelt.
- BiotophegeBiotophege ist die Form der Hege, die nicht einzelne Wildarten direkt fördert, sondern den Lebensraum dauerhaft so gestaltet, dass er Deckung, Äsung und Brutplätze für alle Arten bietet.
- NaturschutzNaturschutz umfasst alle rechtlichen und praktischen Maßnahmen, die Arten, Lebensräume und Landschaft erhalten. Über die Hege, die nach dem Bundesjagdgesetz auch die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen des Wildes umfasst, ist die Jagd eng mit dem Naturschutz verbunden.
- KirrungEine Kirrung ist eine Stelle, an der kleine Mengen Lockfutter ausgebracht werden, um Wild für die Bejagung anzulocken; rechtlich gilt sie als Jagdausübung, nicht als Hege oder Fütterung.
- WildackerEin Wildacker ist eine vom Jäger gezielt eingesäte oder bepflanzte Fläche, die dem Wild Äsung und je nach Kultur auch Deckung liefert; er ist eine Hegemaßnahme, keine Fütterungseinrichtung.
- HeckeEine Hecke ist ein linienförmiger, meist mehrreihiger Gehölzstreifen im Offenland, der Niederwild und vielen anderen Arten Deckung, Nahrung, Brutplätze und Windschutz bietet und naturschutzrechtlich besonders geschützt ist.
- NaturschutzgebietEin Naturschutzgebiet (NSG) ist nach § 23 BNatSchG ein rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet mit besonderem Schutz von Natur und Landschaft, ausgewiesen etwa zum Erhalt von Lebensstätten und Biotopen, aus Gründen der Wissenschaft, der Naturgeschichte oder der Landeskunde oder weil das Gebiet selten, eigenartig oder von hervorragender Schönheit ist. Jagd ist dort nur nach Maßgabe der Schutzverordnung möglich.
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