Hege
Hochsitz
auch: Ansitzeinrichtung
Ein Hochsitz ist eine erhöhte Ansitzeinrichtung, etwa als Leitersitz, Kanzel oder niedrige Bockleiter, von der aus der Jäger Wild beobachtet, anspricht und mit sicherem Kugelfang beschießt.
Was ist ein Hochsitz?
Hochsitze gehören zu den jagdlichen Einrichtungen eines Reviers, neben Fütterungsanlagen und Salzlecken. Man unterscheidet vor allem den Leitersitz, den Kanzelsitz und die Bockleiter. Letztere, auch Drückjagdbock genannt, ist ein niedriger, meist beweglicher Sitz von etwa 2 bis 3 Metern Höhe, der bei Drück- und Treibjagden auf Wiesen und freien Flächen aufgestellt wird. Der erhöhte Platz dient dem Beobachten und Ansprechen des Wildes sowie einer sicheren Schussabgabe. Hochsitze werden oft auch Ansitzeinrichtungen genannt.
Verkehrssicherung und Genehmigung
Für Hochsitze gilt die Verkehrssicherungspflicht des Jagdausübungsberechtigten; er haftet für Schäden durch unsichere Einrichtungen. Deshalb sind Sitze regelmäßig auf Fäulnis, Risse und gelockerte Schrauben zu kontrollieren, vor jeder Benutzung auf neue Schäden zu prüfen und schadhafte Teile unverzüglich zu ersetzen. Leitersprossen müssen fest mit den Holmen verbunden und nach unten abgestützt sein. Nicht mehr benötigte Sitze werden abgebaut, Leitern gegen unbefugtes Besteigen, vor allem durch Kinder, gesichert. In Naturschutzgebieten kann der Bau genehmigungspflichtig sein; ob zusätzlich eine Baugenehmigung nötig ist, richtet sich nach der Bauordnung des jeweiligen Landes. Hochsitze sollen sich ins Landschaftsbild einfügen; wer sie ohne Zustimmung auf bestellten Äckern errichtet, verursacht einen Jagdschaden.
Sicherer Umgang mit der Waffe am Hochsitz
Beim Auf- und Absteigen ist die Waffe immer entladen und wird mit dem Riemen über der Schulter auf dem Rücken getragen. Wer mit geladener Büchse ankommt, entlädt sie vor dem Aufstieg. Geladen wird erst oben; auf dem Sitz zeigt die Mündung nach oben. Mit gestochenem Abzug darf man weder klettern noch sich bewegen, weil der leichte Abzug bei Erschütterung auslösen kann. Bricht ein beschossenes Stück im Feuer zusammen und verschwindet im Gras, wird nachgeladen und schussbereit mindestens fünf Minuten gewartet. Im Jahreslauf sind Sichtkontrollen im Frühjahr und die Instandhaltung im Winter eingeplant.
„Hochsitz“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verknüpft den Hochsitz mit Unfallverhütung, Waffenhandhabung und Naturschutzrecht. Gefragt wird, wann Schäden zu beheben sind, welche Kontrollen ganzjährig gelten, wie Sprossen zu befestigen sind und wie die Waffe beim Besteigen getragen wird. Außerdem geht es um Genehmigungspflichten in Schutzgebieten und das Landschaftsbild. Ein häufiger Fehler ist die Vorstellung, man dürfe mit geladener, gesicherter Waffe aufsteigen.
Häufige Fragen zu „Hochsitz“
Wer haftet, wenn ein Hochsitz zusammenbricht?
Der Jagdausübungsberechtigte trägt die Verkehrssicherungspflicht und haftet für Schäden durch unsichere Hochsitze. Regelmäßige Kontrollen und sofortige Reparaturen sind daher Pflicht.
Darf man mit geladener Waffe auf den Hochsitz steigen?
Nein. Die Waffe wird vor dem Aufstieg entladen, auf dem Rücken getragen und erst oben geladen. Vor dem Abstieg wird sie wieder entladen.
Braucht man für einen Hochsitz eine Genehmigung?
Das hängt vom Ort und der Bauart ab. In Naturschutzgebieten kann eine naturschutzrechtliche Genehmigung nötig sein; ob zusätzlich eine Baugenehmigung erforderlich ist, richtet sich nach der Bauordnung des jeweiligen Landes.
„Hochsitz“ kommt in 66 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- KanzelEine Kanzel ist ein geschlossener Hochsitz: eine Kabine auf Pfählen oder einer Plattform, die den Jäger beim Ansitz vor Wind und Wetter schützt.
- AnsitzleiterEine Ansitzleiter, auch Leitersitz genannt, ist eine einfache jagdliche Einrichtung aus Leiter und Sitzbrett, die an einen Baum gelehnt oder freistehend aufgestellt wird und dem Jäger einen erhöhten, offenen Sitzplatz bietet.
- DrückjagdbockEin Drückjagdbock, auch Bockleiter genannt, ist ein niedriger, meist mobiler Hochsitz von etwa zwei bis drei Metern Höhe, der bei Drück- und Treibjagden als Schützenstand dient.
- AnsitzjagdDie Ansitzjagd, kurz Ansitz oder Anstand, ist eine Einzeljagd, bei der der Jäger an einem festen Platz wie Kanzel, Leiter oder Schirm auf Wild wartet, statt es aufzusuchen oder treiben zu lassen.
- KugelfangAls Kugelfang bezeichnet man einen Hintergrund hinter dem Wild, der ein Geschoss zuverlässig stoppt, etwa einen ansteigenden Hang oder Erdwall; fehlt er, unterbleibt der Büchsenschuss.
- GewehrriemenDer Gewehrriemen, auch Trageriemen, ist ein Riemen aus Leder, Neopren oder Nylon, mit dem eine Langwaffe über der Schulter oder auf dem Rücken getragen wird. Er ist an Riemenbügeln am Vorderschaft und am Kolben befestigt.
- NaturschutzgebietEin Naturschutzgebiet (NSG) ist nach § 23 BNatSchG ein rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet mit besonderem Schutz von Natur und Landschaft, ausgewiesen etwa zum Erhalt von Lebensstätten und Biotopen, aus Gründen der Wissenschaft, der Naturgeschichte oder der Landeskunde oder weil das Gebiet selten, eigenartig oder von hervorragender Schönheit ist. Jagd ist dort nur nach Maßgabe der Schutzverordnung möglich.
- JagdschadenJagdschaden ist ein Schaden an Grundstücken, Feldfrüchten oder anderen Sachen, der durch die Jagdausübung selbst entsteht; ersatzpflichtig ist er nur bei missbräuchlicher Jagd (§ 33 BJagdG).
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