Hege · Jägersprache
Hegering
Ein Hegering ist die kleinste Struktureinheit des Landesjagdverbandes: ein örtlicher Zusammenschluss von Jägern und Revieren, der Hegemaßnahmen, Jagden und Raubwildbejagung vor Ort abstimmt.
Was ist ein „Hegering“?
Der Hegering ist die unterste Ebene der jagdlichen Verbandsorganisation. In Nordrhein-Westfalen beruht er nicht auf dem Jagdgesetz, sondern auf der Satzung des Landesjagdverbandes, und fasst die Jägerschaft eines überschaubaren Gebiets zusammen. Mitglied werden können alle Jäger dieses Bereichs. Im Alltag ist er für viele Jäger die erste Anlaufstelle: Hier trifft man die Reviernachbarn, bespricht gemeinsame Vorhaben und organisiert die Zusammenarbeit über Reviergrenzen hinweg. Die Bezeichnung verweist bereits auf den Kern der Aufgabe, nämlich die gemeinsame Hege.
Aufgaben und Einbindung in die Jägerschaft
In Nordrhein-Westfalen legt der erweiterte Vorstand der Kreisjägerschaft Umfang und Grenzen der Hegeringe fest. Er koordiniert örtliche Hegemaßnahmen, gemeinsame Drückjagden und die Regulierung von Prädatoren. Sein Vorstand unterrichtet die Mitglieder über Verbandsangelegenheiten und aktuelle Fragen des Jagdwesens und betreut sie durch Beratung und Fortbildung. Mehrere Hegeringe eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt bilden die Kreisjägerschaft. Diese koordiniert Abschussplanung, Überwachung von Wildkrankheiten und Jägerausbildung. Darüber steht in Nordrhein-Westfalen der Landesjagdverband als Dachorganisation, der die Interessen der Jäger gegenüber Landesregierung, Behörden und Öffentlichkeit vertritt.
„Hegering“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung fragt vor allem nach der Einordnung: Der Hegering ist die kleinste Einheit des Landesjagdverbandes. Daneben wird der Unterschied zur Hegegemeinschaft erwartet. Wer sich die Grundlage merkt – in Nordrhein-Westfalen Verbandssatzung beim Hegering, Jagdgesetz bei der Hegegemeinschaft – und dazu den Mitgliederkreis kennt, kann beide sicher auseinanderhalten. Fehler entstehen, wenn man dem Hegering behördliche Befugnisse etwa bei der Abschussplanung zuschreibt.
Häufige Fragen zu „Hegering“
Was ist der Unterschied zwischen Hegering und Hegegemeinschaft?
Der Hegering ist die kleinste Struktureinheit des Landesjagdverbandes und beruht auf dessen Satzung; Mitglied können alle Jäger im Bereich sein. Die Hegegemeinschaft ist ein Zusammenschluss benachbarter Jagdausübungsberechtigter im Gebiet eines festgelegten Wildlebensraums.
Was macht ein Hegering?
Er stimmt örtliche Hegemaßnahmen ab, organisiert gemeinsame Drückjagden und die Prädatorenregulierung.
Wie hängen Hegering und Kreisjägerschaft zusammen?
Die Hegeringe eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt schließen sich zur Kreisjägerschaft zusammen. Sie übernimmt übergeordnete Aufgaben wie Abschussplanung und Ausbildung.
„Hegering“ kommt in 2 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HegegemeinschaftEine Hegegemeinschaft ist ein Zusammenschluss benachbarter Jagdausübungsberechtigter im Gebiet eines abgegrenzten Wildlebensraums, der die Hege bestimmter Wildarten wie Rotwild revierübergreifend abstimmt.
- KreisjägerschaftDie Kreisjägerschaft ist in Nordrhein-Westfalen die Untergliederung des Landesjagdverbandes für den Bereich einer Unteren Jagdbehörde, also meist eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt; sie gliedert sich ihrerseits in Hegeringe.
- LandesjägerschaftDie Landesjägerschaft ist der Dachverband der Jäger eines Bundeslandes; so heißt etwa der Verband in Niedersachsen, und in Mecklenburg-Vorpommern ist der Landesjagdverband gesetzlich als Landesjägerschaft anerkannt.
- HegeHege ist die gesetzliche Pflicht, einen artenreichen, gesunden und dem Lebensraum angepassten Wildbestand zu erhalten und seine Lebensgrundlagen zu pflegen und zu sichern (§ 1 Abs. 2 BJagdG).
- DrückjagdDie Drückjagd ist eine Bewegungs- und Gesellschaftsjagd vor allem auf Schalenwild, bei der wenige Treiber und Hunde das Wild ruhig in Bewegung bringen, sodass es vertraut an Schützen auf festen Ständen vorbeizieht.
- PrädatorenmanagementPrädatorenmanagement ist die gezielte Bejagung von Fressfeinden wie Fuchs, Krähe oder Elster, um gefährdete Bodenbrüter und Niederwild zu schützen – wirksam nur zusammen mit einer Verbesserung des Lebensraums.
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