Hege
Wildacker
Ein Wildacker ist eine vom Jäger gezielt eingesäte oder bepflanzte Fläche, die dem Wild Äsung und je nach Kultur auch Deckung liefert; er ist eine Hegemaßnahme, keine Fütterungseinrichtung.
Was ist ein Wildacker?
Auf einem Wildacker baut der Jäger Pflanzen an, die dem Wild zusätzliche Nahrung bieten. Er zählt damit zur Lebensraumverbesserung und wird ausdrücklich nicht zu den Fütterungseinrichtungen gerechnet, ebenso wenig wie die Salzlecke. Der Unterschied liegt darin, dass das Wild auf dem Wildacker selbst äst, statt vorgelegtes Futter aufzunehmen. Manche Kulturen erfüllen zugleich einen zweiten Zweck: Hohe Bestände bieten Deckung, andere liefern gesundheitsfördernde Nahrung. Die Futtermöhre etwa wird auf Wildäckern angebaut und wirkt dank ätherischer Öle als natürliches Mittel gegen Magen-Darm-Parasiten, was besonders Reh- und Rotwild sowie Hasen zugutekommt.
Standortwahl und Bestellung
Nicht jede Fläche ist geeignet. Aus Sicht des Naturschutzes kommen vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen, Ackerbrachen oder ein nicht mehr benötigter Holzlagerplatz im Wald in Frage; auch auf Stilllegungsflächen ist ein Wildacker möglich. Tabu sind wertvolle Lebensräume wie eine Zwergstrauch- und Wacholderheide mit Besenheide, Drahtschmiele und Wacholder. Ist der Boden stark versauert, etwa bei einem pH-Wert von 4,5, hilft eine Kalkdüngung. Bei der Saat richtet sich die Auswahl nach der Zielwildart: Klee und Raps eignen sich gut für Schalenwild, Buchweizen und Klee für Rehwild. Rübsen und Markstammkohl liefern auch bei längerem Frost noch saftige Grünäsung. Topinambur gilt als mehrjährige Daueräsungspflanze, deren Knollen Schwarzwild im Winter ausgräbt.
„Wildacker“ in der Jägerprüfung
Die Fragen drehen sich vor allem um geeignete Pflanzen für bestimmte Wildarten und um die Winteräsung. Hinzu kommen Standortfragen mit Naturschutzbezug, die Kalkung saurer Böden und die Abgrenzung zu Fütterungseinrichtungen. Ein weiterer Punkt ist, ob für die Anlage im Wald eine Genehmigung nötig ist; nach dem Fragenbestand gilt ein Wildacker dort als dem Wald gleichgestellte Fläche, die Einzelheiten regelt das jeweilige Landesrecht. Typischer Fehler ist die Annahme, jede freie Fläche dürfe umgebrochen werden.
Häufige Fragen zu „Wildacker“
Welche Pflanzen eignen sich für einen Wildacker?
Für Schalenwild werden Klee und Raps empfohlen, für Rehwild Buchweizen und Klee. Als Winteräsung bei Frost bewähren sich Rübsen und Markstammkohl. Futtermöhren wirken zusätzlich gegen Darmparasiten.
Wo darf man keinen Wildacker anlegen?
Auf naturschutzfachlich wertvollen Flächen wie Zwergstrauch- und Wacholderheiden. Sinnvoll sind dagegen landwirtschaftlich genutzte Flächen, Ackerbrachen oder ungenutzte Lagerplätze im Wald.
Ist ein Wildacker eine Fütterung?
Nein. Er zählt wie die Salzlecke nicht zu den Fütterungseinrichtungen, weil das Wild dort angebaute Pflanzen selbst äst.
„Wildacker“ kommt in 16 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- ÄsungsflächeEine Äsungsfläche ist ein Bereich im Revier, auf dem das Wild bevorzugt Nahrung aufnimmt – natürlich vorhanden oder vom Jäger zur Hege angelegt, etwa als Wildacker oder Wildwiese.
- WildwieseEine Wildwiese ist eine vom Jäger angelegte oder gepflegte Grünlandfläche, die extensiv bewirtschaftet wird, um Schalenwild und Niederwild bessere Äsung und Deckung zu bieten.
- WildfütterungWildfütterung ist das Vorlegen von Futter, um Wild vor allem in Notzeiten zu ernähren; sie ist Hege, unterscheidet sich klar von der Kirrung und ist je nach Landesrecht stark eingeschränkt.
- SalzleckeEine Salzlecke ist eine jagdliche Einrichtung aus Leckstein oder Salzblock, an der Wild Mineralstoffe wie Natrium und Calcium aufnehmen kann.
- BiotophegeBiotophege ist die Form der Hege, die nicht einzelne Wildarten direkt fördert, sondern den Lebensraum dauerhaft so gestaltet, dass er Deckung, Äsung und Brutplätze für alle Arten bietet.
- LebensraumgestaltungLebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.
- BracheEine Brache ist eine landwirtschaftliche Fläche, auf der vorübergehend keine Kultur angebaut wird; im Revier bietet sie Niederwild Deckung, Nahrung und Brutplätze.
Weitere Begriffe aus Hege
VogelschutzgebietWildkameraVergrämungWildkorridorVerbissgutachtenWildschadenVerbissWildtiermanagementAlle Begriffe aus Hege