Lesesteinhaufen
Ein Lesesteinhaufen, auch Steinlesehaufen genannt, ist ein Haufen aus Feldsteinen, die von Äckern aufgelesen und am Feldrand zusammengetragen wurden.
Zwischen den Steinen entstehen Spalten und Hohlräume, die sich in der Sonne rasch erwärmen. Eidechsen und Schlingnattern sonnen sich dort, Kröten, Spinnen und Wildbienen finden Verstecke, und Mauswiesel und Hermelin nutzen die Haufen als Unterschlupf und Jagdrevier.
Früher gehörten Lesesteinhaufen wie Hecken und Raine selbstverständlich zur Feldflur; viele wurden bei der Flurbereinigung beseitigt. Neu angelegt werden sie in sonniger Lage aus Steinen unterschiedlicher Größe, gern mit einem Krautsaum ringsum. Lang gezogene Wälle aus Lesesteinen heißen Steinriegel; sie zählen seit 2022 nach § 30 BNatSchG zu den gesetzlich geschützten Biotopen.