Hege
Krippe
auch: Futterkrippe
Eine Krippe ist eine wannenförmige Fütterungseinrichtung im Revier, in die Saftfutter wie Rüben, Äpfel oder Möhren für das Wild eingelegt wird.
Was ist eine „Krippe“?
Wie im Stall bezeichnet Krippe auch im Revier einen Futterbehälter. Jagdlich gehört sie zu den Wildfütterungsanlagen und damit zu den jagdlichen Einrichtungen. Unter diesen Anlagen hat jede ihren eigenen Zweck: Die Raufe nimmt Heu auf, das Futterhaus Körner und die Krippe saftiges Futter. Ihre Wannenform hält Rüben, Äpfel oder Möhren zusammen und bietet sie dem Wild dar. Wie alle Fütterungseinrichtungen dient die Krippe der Hege, also der Ernährung des Wildes, und nicht dem Anlocken zur Jagd.
Betrieb und Pflege
Saftfutter verdirbt schnell. Das Futter in der Krippe muss deshalb täglich ausgetauscht werden. Bei strengem Frost besteht zudem die Gefahr, dass es gefriert und für das Wild unbrauchbar wird. Wer eine Krippe betreibt, trägt wie bei jeder jagdlichen Einrichtung die Verkehrssicherungspflicht und muss sie sicher bauen, regelmäßig warten und rechtmäßig nutzen. Unnötige Störungen am Futterplatz sind zu vermeiden: Rehwild fährt seinen Stoffwechsel im Winter deutlich herunter, und Beunruhigung kann mehr Energie kosten, als das Futter liefert.
Fütterung nur im rechtlichen Rahmen
Füttern ist nicht beliebig erlaubt, sondern landesrechtlich streng geregelt, etwa über Notzeitvorgaben oder feste Fütterungszeiträume. In Nordrhein-Westfalen darf Schalenwild außerhalb von Notzeiten nur vom 15. Dezember bis 30. April gefüttert werden; Schwarzwild nur nach einer von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement festgestellten Notzeit mit Genehmigung der Veterinärbehörde. Außerhalb davon ist für Rehwild nur eine Gewöhnungsfütterung mit kräuterreichem Grasheu vorgesehen. Silage, Brot und größere Mengen Getreide gelten wegen der Gefahr einer Pansenübersäuerung als ungeeignet.
Einordnung in der Jägerprüfung
Das Wort Krippe kommt in unserem Fragenbestand nicht vor. Es gehört in das Sachgebiet Hege und jagdliche Einrichtungen, wo Raufe, Krippe und Futterhaus nach Futterart zu unterscheiden sind. Eng damit verbunden ist die in der Prüfung wichtige Abgrenzung zwischen Fütterung und Kirrung.
Häufige Fragen zu „Krippe“
Welches Futter kommt in eine Krippe?
Saftfutter, etwa Rüben, Äpfel oder Möhren. Heu gehört dagegen in die Raufe und Körner in das Futterhaus.
Wie oft muss das Futter in der Krippe erneuert werden?
Täglich, weil Saftfutter rasch verdirbt. Bei starkem Frost ist außerdem darauf zu achten, dass es nicht gefriert.
„Krippe“ für die Jägerprüfung lernen
Übe die Prüfungsfragen aus dem Sachgebiet Hege im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RaufeEine Raufe ist eine Fütterungseinrichtung für Raufutter wie Heu, Stroh, Luzerne oder Heusilage. Sie wird vor allem bei der Winterfütterung von Reh- und Rotwild eingesetzt.
- FutterhausEin Futterhaus ist eine überdachte Fütterungseinrichtung für Körnerfutter wie Weizen, Hafer oder Sonnenblumenkerne. Es versorgt vor allem Fasan, Rebhuhn und Kaninchen und hält das Futter trocken.
- WildfütterungWildfütterung ist das Vorlegen von Futter, um Wild vor allem in Notzeiten zu ernähren; sie ist Hege, unterscheidet sich klar von der Kirrung und ist je nach Landesrecht stark eingeschränkt.
- NotzeitNotzeit ist eine Zeit außergewöhnlichen Nahrungsmangels, in der Wild seinen Bedarf nicht mehr aus dem Lebensraum decken kann. Nur dann ist eine Fütterung des Wildes grundsätzlich gerechtfertigt.
- KirrungEine Kirrung ist eine Stelle, an der kleine Mengen Lockfutter ausgebracht werden, um Wild für die Bejagung anzulocken; rechtlich gilt sie als Jagdausübung, nicht als Hege oder Fütterung.
- SalzleckeEine Salzlecke ist eine jagdliche Einrichtung aus Leckstein oder Salzblock, an der Wild Mineralstoffe wie Natrium und Calcium aufnehmen kann.
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