Räuber-Beute-Beziehung
Die Räuber-Beute-Beziehung beschreibt, wie sich die Bestände eines Beutegreifers und seiner Beutetiere gegenseitig beeinflussen.
Im klassischen Modell finden die Räuber bei viel Beute reichlich Nahrung und ziehen mehr Junge auf. Ihre steigende Zahl drückt den Beutebestand, worauf mit Verzögerung auch die Räuber wieder abnehmen. So entstehen gegeneinander versetzte Schwankungen. Bekannt ist das Wechselspiel von Luchs und Schneeschuhhase in Kanada; bei uns ziehen etwa Mäusebussard, Waldohreule und Fuchs in Jahren mit vielen Feldmäusen deutlich mehr Junge auf.
In unserer Kulturlandschaft greift dieses Wechselspiel oft nicht. Generalisten wie Fuchs, Marderhund oder Waschbär hängen nicht von einer einzelnen Beuteart ab und finden auch in Siedlungen und auf Äckern Nahrung. Ihr Bestand bleibt deshalb hoch, selbst wenn seltene Beutearten wie Rebhuhn oder Kiebitz schon stark zurückgegangen sind. Hier setzt das Prädatorenmanagement an.