Hege · Jägersprache

Vergrämung

auch: Wild vergrämen

Vergrämung bedeutet, Wild durch Reize wie Geräusche, Gerüche oder flatternde Gegenstände gezielt von einer Fläche fernzuhalten oder zu vertreiben, etwa um Wildschäden oder Mähtod zu verhindern.

Was bedeutet „Vergrämung“?

Vergrämen heißt in der Jägersprache, Wild zu beunruhigen und zu vertreiben; im Alltag würde man von verscheuchen oder abschrecken sprechen. Der Begriff wird in zwei Richtungen verwendet. Zum einen ist Vergrämung ein bewusst eingesetztes Werkzeug: Wild soll aus Kulturen herausgehalten oder vor der Mahd aus einer Wiese gebracht werden. Zum anderen beschreibt das Wort eine ungewollte Folge falschen Verhaltens. Wer bei ungeeignetem Wind oder mit viel Lärm pirscht, vergrämt das Wild, und das gilt als unwaidgerecht. In mehreren Ländern regeln eigene Kormoranverordnungen, unter welchen Voraussetzungen Kormorane vergrämt werden dürfen.

Vergrämung bei der Kitzrettung

Vor dem Mähen von Grünland werden die Flächen am Vorabend vergrämt, damit Ricken ihre Kitze umlagern. Dazu dienen Knistertüten, Flatterbänder und Geruchsstoffe, ein Vorgehen, das auch als Verblenden bezeichnet wird. Ebenso werden Tücher an Stangen hochgehängt. Ergänzend kommen Hunde oder Infrarot-Drohnen zum Absuchen, akustische Wildscheuchen oder Wildsensoren am Mähwerk, Altgrasstreifen als Rückzugsraum und eine Schnitthöhe von mindestens 10 cm hinzu.

Vergrämung gegen Wildschäden

Im Wildschadensmanagement gehören Vergrämungsmittel zum chemischen Schutz. Es handelt sich um Duftstoffe, die Wild von einer Fläche fernhalten sollen; daneben gibt es Verbissschutzmittel, die durch ihren Geschmack abschrecken. Ihr Nachteil: Sie müssen regelmäßig erneuert werden, vor allem nach Regen, und ihre Wirkung ist begrenzt. Eine andere Form ist die Ablenkung. Wildäcker und Kirrungen können als Ausweichflächen dienen, die das Wild von den Schadensflächen fortlocken. Als wirksamster Schutz gelten allerdings Wildzäune.

Einordnung in die Jägerprüfung

Vergrämung gehört in die Sachgebiete Hege, Wildschadensverhütung und Naturschutz. In den Prüfungsfragen kommt der Begriff selten vor, etwa im Zusammenhang mit der Regelung für Kormorane per Verordnung. Gebraucht wird er vor allem, um Maßnahmen der Kitzrettung und der Wildschadensverhütung zu erklären und von Zäunen, Einzelschutz und Bejagung abzugrenzen.

Häufige Fragen zu „Vergrämung“

Wie vergrämt man Wild vor der Mahd?

Am Vorabend werden auf der Wiese Knistertüten, Flatterbänder, Geruchsstoffe oder an Stangen aufgehängte Tücher ausgebracht. Die Unruhe soll Ricken dazu bringen, ihre Kitze an einen anderen Ort zu bringen.

Wie lange wirken Vergrämungsmittel?

Nur begrenzt. Die Duftstoffe müssen regelmäßig erneuert werden, besonders nach Regen.

„Vergrämung“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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