Hege
Totholz
auch: Stehendes Totholz, Liegendes Totholz
Totholz ist abgestorbenes Holz im Wald und in Gehölzen, stehend oder liegend. Es bietet Höhlen, Verstecke und Nahrung und erweitert so die Artenvielfalt der Waldlebensgemeinschaft.
Was ist „Totholz“?
Unter Totholz versteht man abgestorbene Bäume, Stämme, Äste und Wurzelteller, die im Wald oder in Gehölzen verbleiben. Unterschieden wird zwischen stehendem und liegendem Totholz; besonders wertvoll sind starke, alte Stämme. Aus Sicht der Hege ist Totholz kein Abfall, sondern ein Lebensraumbaustein. Es erhöht das Angebot an Insekten, schafft Brut- und Versteckplätze und bereichert damit die Artengemeinschaft des Waldes. Auch Biber erzeugen durch ihre Tätigkeit an Gewässern Totholz und neue Feuchtlebensräume. Eine Sonderform ist die Benjeshecke, ein Wall aus Ästen und Reisig, der schnell Deckung bietet und sich über Sameneintrag nach etwa zwei bis drei Jahren begrünt.
Welche Tiere von Totholz leben
Holzbewohnende Käfer und Wildbienen finden im abgestorbenen Holz ihren Lebensraum, und das reichere Insektenangebot fördert wiederum die Spechte. Spechte gelten als Anzeiger für alte Bäume, Totholz und Höhlenreichtum. Die großen Höhlen des Schwarzspechts werden später von Hohltaube, Raufußkauz, Fledermäusen und weiteren Arten übernommen. Auch Bilche nutzen Hohlräume in starkem Alt- oder Totholz. Für Haarwild spielt Totholz ebenfalls eine Rolle: Die Wildkatze sucht Wurzelteller und Baumhöhlen als Verstecke, der Baummarder profitiert von alten Baumbeständen mit Höhlen und abgestorbenem Holz. Das Haselwild wiederum braucht strukturreiche Wälder, in denen Totholz neben Beerensträuchern, Lichtungen und gestuften Waldrändern vorkommt.
Totholz im Revier erhalten
Als Hegemaßnahme gilt, Alt- und Totholz im Wald stehen oder liegen zu lassen, soweit die Verkehrssicherheit das erlaubt. Höhlenbäume sollten bei Revierarbeiten erkannt, markiert und geschont werden. Wer Totholz belässt, unterstützt zugleich den Insektenschutz, der Nahrungsgrundlage für Küken der Hühnervögel und für viele andere Arten ist.
„Totholz“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung fragt nach dem ökologischen Wert von Totholz. Gemeint ist vor allem, dass es Brut- und Aufzuchtraum für viele Arten bietet und das Artenspektrum des Waldes erweitert. Beim starken stehenden Totholz werden zwei Gründe für den Erhalt erwartet: Brutraum für Höhlenbrüter und Lebensraum für spezielle Käferarten. Außerdem sollen Prüflinge Tiere nennen können, die solche Höhlen nutzen, etwa Fledermäuse und Bilche.
Häufige Fragen zu „Totholz“
Warum soll man Totholz im Wald liegen lassen?
Totholz ist Brut- und Aufzuchtraum für viele Arten und erhöht das Insektenangebot. So wächst die Vielfalt der Waldlebensgemeinschaft. Grenzen setzt die Verkehrssicherheit.
Welche Tiere nutzen Höhlen im Totholz?
Genannt werden vor allem höhlenbrütende Vögel, Fledermäuse und Bilche. Schwarzspechthöhlen dienen außerdem Hohltaube und Raufußkauz als Nachnutzungsquartier.
Was hat Totholz mit Spechten zu tun?
Spechte finden im abgestorbenen Holz Insekten und legen dort Höhlen an. Ihr Vorkommen zeigt deshalb an, dass ein Wald alte Bäume, Totholz und Höhlen bietet.
„Totholz“ kommt in 4 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
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- LebensraumgestaltungLebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.
- BenjesheckeEine Benjeshecke ist ein locker aufgeschichteter Wall aus Ästen und Reisig, der sofort Deckung bietet und sich über eingetragene Samen nach und nach zu einer lebenden Hecke entwickelt.
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