Hege
Drahthose
auch: Stammschutz aus Draht, Baumschutzgitter
Eine Drahthose ist ein Einzelschutz aus Drahtgeflecht, der um den Stamm oder die ganze Jungpflanze gelegt wird, um sie vor Fegen, Schälen, Verbiss oder Nagen durch Wild zu bewahren.
Was ist eine „Drahthose“?
Die Drahthose gehört zu den Maßnahmen des Einzelschutzes in der Wildschadensverhütung. Statt eine ganze Fläche einzuzäunen, wird jede gefährdete Pflanze für sich geschützt: Ein Mantel aus Drahtgeflecht umschließt den jungen Stamm und hält Wild auf Abstand. Der Name beschreibt die Form – das Gitter umhüllt die Pflanze wie ein Hosenbein. Eingesetzt wird die Drahthose vor allem in Forstkulturen und bei jungen Bäumen, deren Rinde und Triebe für Schalenwild oder Wildkaninchen besonders attraktiv sind.
Gegen welche Schäden die Drahthose hilft
Hauptzweck ist der Schutz vor Fegeschäden: Rehböcke streifen den Bast ihres Gehörns an jungen Stämmchen ab und bevorzugen dabei die Lärche. Außerdem schützt das Geflecht vor dem Schälen der Rinde, das vor allem vom Rotwild ausgeht, und vor dem Benagen durch Wildkaninchen. Auch verbissgefährdete Pflanzen lassen sich so sichern. Daneben gibt es weitere Formen des Einzelschutzes: Wuchshüllen aus Kunststoff, Kunststoffspiralen, Bleichstreifen, Metallfolien und sogenannte Stachelbäume gegen das Fegen, einen Grüneinband um schälgefährdete Stämme sowie Verbissschutzmittel oder Schafwolle auf den Terminaltrieben.
Vorteile gegenüber dem Zaun
Ein flächiger Wildzaun gilt als wirksamster Schutz, sperrt das Wild aber vollständig aus. Bei Drahthosen bleibt die Kultur oder der Jungwuchs für das Wild zugänglich und kann weiter als Einstand und Äsungsfläche dienen. Allein reicht der Einzelschutz jedoch selten: Um Fegeschäden durch Rehböcke dauerhaft zu begrenzen, gehört eine konsequente Bejagung dazu, die die Wilddichte an den Lebensraum anpasst. Hohe Bestände, fehlende natürliche Äsung und Störungen im Revier gelten als wesentliche Ursachen von Wildschäden.
„Drahthose“ in der Jägerprüfung
Sechs unterschiedliche Fragen im Bestand erwähnen die Drahthose. Sie tauchen im Themenfeld Wildschadensverhütung auf: Prüflinge sollen Einzelschutzmaßnahmen gegen Fegen, Schälen und Kaninchennagen benennen und den Vorteil gegenüber einer Zäunung erklären können. Wer nur den Zaun kennt oder die Drahthose allein der Verbissverhütung zuordnet, greift zu kurz.
Häufige Fragen zu „Drahthose“
Wogegen schützt eine Drahthose?
Vor allem gegen Fegeschäden durch Rehböcke, gegen das Schälen durch Rotwild und gegen Nageschäden durch Wildkaninchen. Sie kann auch verbissgefährdete Jungpflanzen sichern.
Warum Drahthose statt Zaun?
Beim Einzelschutz bleibt die Fläche für das Wild nutzbar. Es findet dort weiter Deckung und Äsung, während die wertvollen Einzelpflanzen geschützt sind.
Welche Alternativen zur Drahthose gibt es?
Wuchshüllen, Kunststoffspiralen, Metallfolien oder Stachelbäume sind weitere Einzelschutzmittel. Gegen Verbiss werden auch Streichmittel oder Schafwolle auf die Terminalknospen gebracht.
„Drahthose“ kommt in 6 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FegeschadenEin Fegeschaden ist die Verletzung junger Bäume, die entsteht, wenn männliches Schalenwild den Bast vom neuen Geweih oder Gehörn an Stämmen abstreift oder dort markiert; die Rinde wird dabei streifenförmig abgeschürft.
- SchälschadenEin Schälschaden ist ein Wildschaden im Wald, bei dem Wild – vor allem Rotwild – Rinde vom Stamm löst, um an die nährstoffreiche Bastschicht darunter zu gelangen.
- VerbissAls Verbiss bezeichnet man das Abäsen der Knospen und Triebe junger Bäume und Sträucher durch Wild, vor allem durch Rehwild. Er gehört zu den forstlichen Wildschäden und kann die Waldverjüngung verhindern.
- WildschadenWildschaden ist ein Schaden, den frei lebendes Wild an land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen und Kulturen anrichtet; ersatzpflichtig ist er nach § 29 BJagdG nur bei bestimmten Wildarten.
- WildkaninchenDas Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ist ein in Kolonien und unterirdischen Bauen lebender Hasenartiger, die Stammform des Hauskaninchens und jagdrechtlich Haarwild.
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- EinstandEinstand ist der jägersprachliche Begriff für den deckungsreichen Bereich, in dem sich Wild bevorzugt aufhält, ruht und bei Störungen Schutz sucht – vereinfacht gesagt sein Rückzugsort.
Weitere Begriffe aus Hege
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