Hege
Ackerrandstreifen
Ein Ackerrandstreifen ist ein Streifen am Rand eines Ackers, der als Kleinstruktur der Feldflur Niederwild, Insekten und Wildkräutern Deckung, Nahrung und Lebensraum bieten kann.
Was ist ein Ackerrandstreifen?
Ackerrandstreifen gehören wie Feldraine, Hecken und Steinlesehaufen zu den kleinen Strukturen der Feldflur. Ackerland wird regelmäßig gepflügt, geeggt und neu bestellt, sodass sich Deckung und Nahrung für Wild im Jahreslauf stark verändern. Randstrukturen am Feldrand ergänzen diese wechselnde Fläche. Solche Strukturen dienten vielen Wildarten als Deckung, Lebensraum und Nahrungsquelle und verbanden Biotope miteinander.
Warum Ackerrandstreifen fehlen und was sie bewirken
Mit der Flurbereinigung wurden kleine Parzellen zu großen, maschinengerechten Schlägen zusammengelegt. Dabei verschwanden viele Ackerrandstreifen, Raine und Hecken. Der Verlust dieser Vernetzung gilt als ein Hauptgrund für den Rückgang zahlreicher Arten; die intensive Landwirtschaft gilt als wichtigste Ursache dafür, dass das Niederwild abnimmt. Auch der Insektenschwund hängt damit zusammen. Das trifft das Rebhuhn direkt: Küken von Rebhuhn, Fasan und Wachtel ernähren sich in den ersten zwei bis drei Lebenswochen zu bis zu 90 % tierisch, vor allem von Insekten. Fehlen diese, verhungern die Küken. Randstreifen mit Wildkräutern bieten Insekten Nahrung und damit indirekt auch den Küken.
„Ackerrandstreifen“ in der Jägerprüfung
Der Begriff gehört in das Sachgebiet Landbau und Hege. In der Prüfung wird er bei der Frage genannt, wie sich der Lebensraum des Rebhuhns verbessern lässt. Als richtige Maßnahmen gelten dort die Anlage von Ackerrandstreifen, das Pflanzen von Hecken, Huderplätze, mehr Ruhe im Lebensraum und die Bejagung von Raubwild. Wer den Zusammenhang zwischen Ackerrand, Insekten und Kükenüberleben erklären kann, ist gut vorbereitet.
Häufige Fragen zu „Ackerrandstreifen“
Warum sind Ackerrandstreifen für das Rebhuhn wichtig?
Rebhuhnküken brauchen in den ersten Lebenswochen fast nur Insektennahrung. Randstreifen mit Wildkräutern fördern Insekten und geben zugleich Deckung. Ihre Anlage gilt deshalb als Hegemaßnahme für das Rebhuhn.
Warum gibt es heute weniger Ackerrandstreifen?
Durch die Flurbereinigung wurden kleine Flächen zu großen Schlägen zusammengelegt. Randstrukturen wie Raine, Hecken und Ackerränder wurden dabei vielfach beseitigt.
„Ackerrandstreifen“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FeldrainEin Feldrain ist ein schmaler, dauerhaft bewachsener Grenzstreifen zwischen Äckern, Wiesen oder Wegen. Er bietet Niederwild, Insekten und Kleinsäugern in der ausgeräumten Feldflur Deckung, Nahrung und Wanderwege.
- BlühstreifenEin Blühstreifen ist ein Streifen mit heimischen Blühpflanzen am Acker-, Weg- oder Gewässerrand, der Insekten fördert und so Nahrung für Küken und Niederwild schafft; für die Hege wird eine Breite von mindestens 6 Metern empfohlen.
- HeckeEine Hecke ist ein linienförmiger, meist mehrreihiger Gehölzstreifen im Offenland, der Niederwild und vielen anderen Arten Deckung, Nahrung, Brutplätze und Windschutz bietet und naturschutzrechtlich besonders geschützt ist.
- RebhuhnDas Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
- SteinlesehaufenEin Steinlesehaufen, auch Lesesteinhaufen, ist ein Haufen aus Steinen, die von Feldern aufgelesen und am Rand zusammengetragen wurden; er ist ein Kleinstrukturelement der Feldflur, das Tieren Versteck und Lebensraum bietet.
- BiotopverbundEin Biotopverbund verbindet voneinander getrennte Lebensräume über Hecken, Feldraine, Trittsteinbiotope oder Wildkorridore, damit Tiere zwischen ihnen wandern und Bestände sich austauschen können.
- LebensraumgestaltungLebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.
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