Hege
Äsungsfläche
auch: Nahrungsfläche
Eine Äsungsfläche ist ein Bereich im Revier, auf dem das Wild bevorzugt Nahrung aufnimmt – natürlich vorhanden oder vom Jäger zur Hege angelegt, etwa als Wildacker oder Wildwiese.
Was ist eine Äsungsfläche?
Äsung ist die Nahrung des Wildes, die Äsungsfläche der Ort, an dem es sie findet. In der Wildökologie gehören bevorzugte Äsungsflächen zusammen mit dem Einstand zum Kerngebiet, dem am stärksten genutzten Teil des Aktionsraums. Rehwild als Standwild wechselt Einstand und Äsungsflächen mit den Jahreszeiten. Schwarzwild bevorzugt deckungsreiche Wälder mit Wasser, Suhlen und nahen Äsungsflächen; Murmeltiere legen Wechsel zwischen Bau, Sonnenplatz und Äsung an. Wildkaninchen brauchen stets einen guten Zugang zu Äsungsflächen.
Äsungsflächen anlegen und pflegen
Die Anlage von Wildäckern und Äsungsflächen verbessert das Nahrungsangebot, besonders für Niederwild. In Rheinland-Pfalz etwa müssen Eigenjagdbesitzende oder Jagdgenossenschaften, die ihr Revier verpachtet haben, solche Hegemaßnahmen auf nicht wirtschaftlich genutzten Grundstücken in zumutbarem Umfang und gegen angemessene Entschädigung dulden; andere Länder regeln das eigenständig. Naturschutz setzt dabei Grenzen: Wer eine Wacholderheide mit Humus und Wildackermischung umgestalten will, verstößt ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde gegen das Naturschutzgesetz. Artenreicher Magerrasen bleibt als Äsungsfläche wertvoll, wenn er spät gemäht wird. Einzelschutz wie Drahthosen erhält Kulturen und Jungwuchs als Einstand und Äsungsfläche, statt sie auszuzäunen.
Äsungsflächen und Jagddruck
An Äsungsflächen lässt sich Wild gut beobachten, und bei der optischen Lockjagd werden dort Lockvögel in Schussentfernung aufgestellt. Wird immer wieder an denselben wenigen Äsungsflächen angesessen, steigt jedoch der Jagddruck – ebenso wie bei häufigem Pirschen im selben Revierteil. Das Wild meidet die Flächen dann oder ändert seine Gewohnheiten.
„Äsungsfläche“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird nach Konflikten mit dem Naturschutz, nach der Duldungspflicht von Grundeigentümern, nach Jagddruck und nach dem Vorteil von Einzelschutz gegenüber Zäunen. Typischer Fehler: annehmen, jede Fläche dürfe ohne Genehmigung in einen Wildacker umgewandelt werden.
Häufige Fragen zu „Äsungsfläche“
Darf ich überall eine Äsungsfläche anlegen?
Nein. Eine Wacholderheide etwa darf ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde nicht umgestaltet werden. Sonst liegt ein Verstoß gegen das Naturschutzrecht vor.
Muss der Grundeigentümer Äsungsflächen dulden?
Das regelt das Landesrecht. In Rheinland-Pfalz etwa müssen Eigenjagdbesitzende oder Jagdgenossenschaften verpachteter Jagdbezirke Äsungsflächen auf nicht wirtschaftlich genutzten Grundstücken in zumutbarem Umfang und gegen angemessene Entschädigung dulden.
Warum sollte man nicht immer an derselben Äsungsfläche ansitzen?
Häufiges Ansitzen an wenigen Flächen erhöht den Jagddruck. Das Wild wird vergrämt und nutzt die Fläche seltener.
„Äsungsfläche“ kommt in 7 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- ÄsungÄsung ist das jägersprachliche Wort für die Nahrung des Wildes, vom Reh über den Hasen bis zum Schwarzwild. Im Alltag würde man von Futter sprechen.
- WildackerEin Wildacker ist eine vom Jäger gezielt eingesäte oder bepflanzte Fläche, die dem Wild Äsung und je nach Kultur auch Deckung liefert; er ist eine Hegemaßnahme, keine Fütterungseinrichtung.
- WildwieseEine Wildwiese ist eine vom Jäger angelegte oder gepflegte Grünlandfläche, die extensiv bewirtschaftet wird, um Schalenwild und Niederwild bessere Äsung und Deckung zu bieten.
- AktionsraumDer Aktionsraum ist der gesamte Bereich, den ein Wildtier innerhalb eines bestimmten Zeitraums regelmäßig nutzt. Er umfasst Einstand, Kerngebiet und Streifgebiet; der englische Fachbegriff lautet Home Range.
- EinstandEinstand ist der jägersprachliche Begriff für den deckungsreichen Bereich, in dem sich Wild bevorzugt aufhält, ruht und bei Störungen Schutz sucht – vereinfacht gesagt sein Rückzugsort.
- DrahthoseEine Drahthose ist ein Einzelschutz aus Drahtgeflecht, der um den Stamm oder die ganze Jungpflanze gelegt wird, um sie vor Fegen, Schälen, Verbiss oder Nagen durch Wild zu bewahren.
- LebensraumgestaltungLebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.
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