Hege
Prädatorenmanagement
auch: Prädatorenkontrolle, Raubwildmanagement
Prädatorenmanagement ist die gezielte Bejagung von Fressfeinden wie Fuchs, Krähe oder Elster, um gefährdete Bodenbrüter und Niederwild zu schützen – wirksam nur zusammen mit einer Verbesserung des Lebensraums.
Was bedeutet „Prädatorenmanagement“?
Prädatoren sind Beutegreifer, also Tiere, die andere Tiere erbeuten. Unter Prädatorenmanagement versteht man die planvolle Bejagung solcher Fressfeinde mit dem Ziel, bedrohte Arten zu entlasten. Im Fokus stehen die Dichte des Fuchses sowie die Bestände von Krähen und Elstern. Geschützt werden sollen vor allem Bodenbrüter wie Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche und Bekassine sowie Niederwild wie Hase, Kaninchen und Fasan. Rechtlich bewegt es sich im Rahmen der Hegepflicht nach § 1 BJagdG und der für die jeweiligen Arten geltenden Jagd- und Schonzeiten. Das Konzept versteht sich als Artenschutzmaßnahme, die den gesetzlichen Artenschutz ergänzt, ihn aber nicht ersetzen kann.
Warum Bejagung allein nicht reicht
Der Rückgang von Arten wie dem Rebhuhn hat mehrere Ursachen. Neben der Prädation zählen dazu der Verlust von Strukturen, intensive Bewirtschaftung, fehlende Brachen, weniger Insekten, frühe Mahd, Pestizide und Witterung. Deshalb gilt der Grundsatz, dass Prädatorenmanagement nur eingebettet in eine Lebensraumhege Wirkung zeigt. Dazu gehören Brachen und Blühstreifen, Altgrasstreifen, Feldraine und Hecken, Stoppelfelder über Winter, eine späte, wildtierfreundliche Mahd und weniger Störungen in der Brutzeit. Beim Auerwild wird das Instrument ausdrücklich nur als Teil eines Gesamtkonzepts gesehen, und auch das Aussetzen von Fasanen kann eine nachhaltige Lebensraumhege nicht ersetzen.
Voraussetzungen für ein waidgerechtes Vorgehen
Wer Fressfeinde bejagt, muss die Arten sicher ansprechen können und die Rechtslage kennen, denn nicht jedes Raubtier ist regulär bejagbares Raubwild. Waidgerechtes Raubwildmanagement umfasst daher neben der Jagd auch Biotophege, Fallenkunde und Artenschutzwissen. Raubwild wirkt auf Niederwild, Bodenbrüter und Kleinsäuger ein, darf aber nie losgelöst von Deckung, Landwirtschaft, Krankheiten und Witterung betrachtet werden. Den Erfolg überprüft der Jäger durch Monitoring, etwa mit Kettenzählung, Rufkartierung, Scheinwerfertaxation oder Revierbeobachtung.
„Prädatorenmanagement“ in der Jägerprüfung
Der Begriff gehört in die Sachgebiete Wildtierkunde sowie Naturschutz und Hege. Er wird gebraucht, wenn es um den Schutz von Bodenbrütern, die Rebhuhnhege oder den Umgang mit invasiven Beutegreifern geht. Wer ihn erklären kann, sollte die Zielarten, die betroffenen Fressfeinde und die Verbindung zur Lebensraumverbesserung benennen. Eine einseitige Darstellung als reine Raubwildbejagung greift fachlich zu kurz, weil der Artenrückgang meist viele Ursachen hat.
Häufige Fragen zu „Prädatorenmanagement“
Welche Arten sollen durch Prädatorenmanagement geschützt werden?
Vor allem Bodenbrüter wie Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche und Bekassine. Außerdem soll es Niederwildarten wie Hase, Kaninchen und Fasan zugutekommen.
Welche Prädatoren stehen im Mittelpunkt?
In erster Linie der Fuchs sowie Krähen und Elstern. Ihre Bestände sollen dort verringert werden, wo gefährdete Arten brüten oder ihre Jungen aufziehen.
Reicht es, Füchse zu bejagen, um das Rebhuhn zu retten?
Nein. Das Rebhuhn leidet vor allem unter dem Verlust von Brachen, Insekten und Deckung. Ohne gleichzeitige Verbesserung des Lebensraums bleibt die Bejagung von Fressfeinden weitgehend wirkungslos.
„Prädatorenmanagement“ für die Jägerprüfung lernen
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RaubwildRaubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.
- RebhuhnDas Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
- BodenbrüterBodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
- FuchsDer Fuchs, genauer Rotfuchs (Vulpes vulpes), ist ein Hundeartiger und das häufigste heimische Raubwild in Deutschland. Er ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger und Allesfresser mit Schwerpunkt auf Mäusen und anderen Kleinsäugern.
- RabenvögelRabenvögel (Corvidae) sind eine Familie besonders intelligenter, lernfähiger Singvögel. Zu ihnen gehören unter anderem Rabenkrähe, Nebelkrähe, Saatkrähe, Kolkrabe, Elster, Eichelhäher und Dohle.
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- BlühstreifenEin Blühstreifen ist ein Streifen mit heimischen Blühpflanzen am Acker-, Weg- oder Gewässerrand, der Insekten fördert und so Nahrung für Küken und Niederwild schafft; für die Hege wird eine Breite von mindestens 6 Metern empfohlen.
- ArtenschutzArtenschutz ist der gezielte Schutz einzelner wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch rechtliche Vorschriften, praktische Maßnahmen und wissenschaftliche Arbeit.
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