Jagddruck
Als Jagddruck bezeichnet man die Beunruhigung, die durch häufiges und andauerndes Bejagen auf das Wild wirkt.
Er entsteht weniger durch die Zahl der erlegten Stücke als durch die Häufigkeit der Störungen: ständiges Ansitzen an denselben Äsungsflächen, wiederholtes Pirschen im selben Revierteil, Pirschfahrten oder Jagd zu allen Tages- und Nachtzeiten. Wenige, gut organisierte Bewegungsjagden und Ansitzphasen mit langen Ruhepausen erzeugen dagegen vergleichsweise wenig Druck.
Unter hohem Jagddruck wird Wild heimlich und nachtaktiv, meidet offene Äsungsflächen und zieht sich in Dickungen und Wald zurück. Dort äst es verstärkt an Knospen, Trieben und Rinde, sodass Verbiss- und Schälschäden zunehmen. Zugleich wird es schwerer, den Abschussplan zu erfüllen. Gegenmittel sind Intervalljagd, Bewegungsjagden, Schwerpunktbejagung auf Schadflächen und Ruhezonen.