Hege

Kitzrettung

auch: Rehkitzrettung

Kitzrettung umfasst alle Maßnahmen, mit denen Rehkitze vor der Mahd in Wiesen aufgespürt und aus dem Gefahrenbereich des Mähwerks gebracht werden, heute meist per Drohne mit Wärmebildkamera.

Was bedeutet „Kitzrettung“?

Rehkitze reagieren in ihren ersten Lebenswochen auf Gefahr nicht mit Flucht, sondern drücken sich fest in die Vegetation. Genau das wird ihnen beim Mähen zum Verhängnis. Kitzrettung meint deshalb die Absuche von Grünland unmittelbar vor der Mahd und das Umsetzen gefundener Kitze. Mähwerke bedrohen neben Kitzen auch Küken von Bodenbrütern und junge Feldhasen; die Maßnahmen schützen daher weitere Arten mit. Gute Absprachen zwischen Landwirtschaft und Jägerschaft gelten als zentrales Hegethema.

So läuft eine Kitzrettung ab

Vor jedem Mähtermin stimmen sich Landwirt und Jäger ab, damit die Fläche rechtzeitig abgesucht werden kann. Standard ist heute eine Drohne mit Wärmebildkamera, die Kitze an ihrer Körperwärme erkennt. Am besten fliegt man am frühen Morgen, solange der Unterschied zwischen kühler Wiese und warmem Tier am größten ist. Gefundene Kitze werden nur mit Handschuhen oder einem Büschel Gras angefasst, damit kein Menschengeruch haften bleibt, und an den Rand gesetzt. Nach Hause mitgenommen werden sie nicht, denn die Ricke kehrt zurück. Weitere Möglichkeiten sind Vergrämung, Treiberketten und ein Mähtermin vor der Setzzeit. Gemäht wird zudem von innen nach außen, damit Tiere seitlich ausweichen können.

Wer ist verantwortlich?

Die rechtliche Hauptverantwortung für die Absuche trägt der Landwirt als Bewirtschafter. Grundlage ist § 17 des Tierschutzgesetzes, der das Töten eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund unter Strafe stellt. Der Jäger wirkt aus seiner Hegepflicht nach § 1 BJagdG mit. Eine eigene gesetzliche Pflicht zur Kitzrettung für den einzelnen Jäger besteht so nicht; umgesetzt wird sie in der Praxis über Absprachen zwischen Landwirt und Revierinhaber.

Einordnung in der Jägerprüfung

Das Wort Kitzrettung selbst steht in keiner Frage unseres Bestands. Das Thema gehört aber zu Hege und Wildbiologie und steckt in Fragen zum Rehwild, die Maßnahmen gegen das Ausmähen verlangen. Es verbindet Wissen über das Drückverhalten der Kitze mit Kenntnissen zur Grünlandbewirtschaftung und zum Tierschutzrecht.

Häufige Fragen zu „Kitzrettung“

Warum findet die Drohnensuche frühmorgens statt?

Dann ist die Wiese noch kühl und der Temperaturunterschied zum warmen Kitz am größten. Die Wärmebildkamera erkennt das Tier so am zuverlässigsten.

Muss der Jäger die Wiese vor dem Mähen absuchen?

Primär verantwortlich ist nach dem Tierschutzgesetz der Landwirt. Der Jäger unterstützt aus seiner Hegepflicht; eine eigenständige gesetzliche Kitzrettungspflicht für ihn gibt es so nicht.

Darf man ein gefundenes Kitz mitnehmen?

Nein. Es wird geruchsneutral aus der Gefahrenzone gebracht und bleibt in der Nähe, weil die Ricke zu ihm zurückkehrt.

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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