Hege · Jägersprache
Bestandshege
auch: Regulierende Hege
Bestandshege ist der Teil der Hege, der den Wildbestand selbst durch gezielte Bejagung steuert – nach Zahl, Geschlechterverhältnis, Altersaufbau und Gesundheit.
Was bedeutet „Bestandshege“?
Nach § 1 BJagdG muss jeder Jagdausübungsberechtigte hegen. Ziel ist ein artenreicher, gesunder und an den Lebensraum angepasster Wildbestand samt der Pflege seiner Lebensgrundlagen. Die Hege lässt sich in drei Bereiche aufteilen: Biotophege verbessert den Lebensraum, schützende Hege richtet sich gegen Prädatoren und Störungen, und die Bestandshege reguliert den Bestand durch die Jagd. Man nennt sie deshalb auch regulierende Hege. In einfachen Worten geht es darum, durch überlegtes Schießen einen Wildbestand zu erhalten, der gesund ist und zu Landschaft und Landwirtschaft passt.
Werkzeuge der Bestandshege
Zentrales Instrument ist der Abschuss nach Plan. Über die Auswahl der Stücke steuert der Jäger, wie sich Geschlechter und Altersklassen im Bestand verteilen. Nach dem Selektionsprinzip werden Stücke, die krank oder schwach erscheinen, bevorzugt erlegt. So soll ein Bestand entstehen, der weder überhöht ist noch an Vielfalt verliert. Die Bestandshege steht dabei nicht über der Lebensraumverbesserung: Beide Formen sind gleichrangig, und die Biotophege gilt als die nachhaltigste Form jagdlichen Handelns. Hegemaßnahmen folgen einem Jahresrhythmus, den ein Revierplan übersichtlich festhält.
Einordnung für die Jägerprüfung
Im ausgewerteten Fragenbestand taucht der Begriff nicht wörtlich auf. Er gehört in das Themenfeld Wildhege und den Hegeauftrag des § 1 BJagdG. Gebraucht wird er, um die Gliederung der Hege sauber wiederzugeben und Maßnahmen richtig zuzuordnen: Abschussplanung und Selektion zählen zur Bestandshege, Heckenpflanzung oder Blühstreifen zur Biotophege.
Häufige Fragen zu „Bestandshege“
Was ist der Unterschied zwischen Bestandshege und Biotophege?
Die Bestandshege reguliert den Wildbestand über die Jagd, etwa durch Abschussplan und Selektion. Die Biotophege verbessert dagegen Deckung, Äsung und Brutmöglichkeiten im Lebensraum. Nach dem Hegeauftrag stehen beide gleichrangig nebeneinander.
Was bedeutet Selektionsprinzip?
Beim Selektionsprinzip entnimmt der Jäger bevorzugt Stücke, die krank oder schwach wirken. Damit soll der verbleibende Bestand gesund bleiben.
„Bestandshege“ für die Jägerprüfung lernen
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HegeHege ist die gesetzliche Pflicht, einen artenreichen, gesunden und dem Lebensraum angepassten Wildbestand zu erhalten und seine Lebensgrundlagen zu pflegen und zu sichern (§ 1 Abs. 2 BJagdG).
- BiotophegeBiotophege ist die Form der Hege, die nicht einzelne Wildarten direkt fördert, sondern den Lebensraum dauerhaft so gestaltet, dass er Deckung, Äsung und Brutplätze für alle Arten bietet.
- Schützende HegeSchützende Hege ist der Teil der Hege, der Wild vor natürlichen und menschengemachten Störungen schützt – etwa durch erlaubte Regulierung von Prädatoren und durch Ruhezonen.
- AbschussplanDer Abschussplan ist die behördlich bestätigte oder festgesetzte Planung, wie viele Stücke einer Wildart nach Geschlecht und Altersklasse in einem Revier für ein Jagdjahr oder – je nach Landesrecht – für mehrere Jagdjahre erlegt werden sollen.
- RevierplanEin Revierplan ist eine schriftliche Übersicht über alle Hegemaßnahmen in einem Jagdrevier. Er ist nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen, um die Arbeit im Revier über das Jahr zu ordnen.
- HegeringEin Hegering ist die kleinste Struktureinheit des Landesjagdverbandes: ein örtlicher Zusammenschluss von Jägern und Revieren, der Hegemaßnahmen, Jagden und Raubwildbejagung vor Ort abstimmt.
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