Hege
Biosphärenreservat
Ein Biosphärenreservat ist ein großräumiges Schutzgebiet nach § 25 BNatSchG, in dem eine durch traditionelle Nutzung geprägte Landschaft erhalten und naturschonendes Wirtschaften modellhaft erprobt wird.
Was ist ein „Biosphärenreservat“?
Biosphärenreservate sind eine der Schutzgebietskategorien des Bundesnaturschutzgesetzes und dort in § 25 geregelt. Sie gehen auf das UNESCO-Programm „Man and the Biosphere“ zurück. Anders als ein Nationalpark, der die Natur möglichst sich selbst überlässt, soll ein Biosphärenreservat zeigen, wie Menschen eine Landschaft nutzen können, ohne ihre Naturgüter zu verbrauchen. Es handelt sich um große Gebiete, die für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind. In wesentlichen Teilen erfüllen sie die Anforderungen an ein Naturschutzgebiet, im übrigen Bereich überwiegend die an ein Landschaftsschutzgebiet.
Zonen und Zwecke
Ein Biosphärenreservat ist in drei Zonen gegliedert. In der Kernzone hat der Schutz Vorrang, die Pflegezone erlaubt extensive Nutzung, und in der Entwicklungszone wird nachhaltig gewirtschaftet. Vorrangig dient das Gebiet dazu, eine über Generationen vielfältig genutzte Kulturlandschaft samt ihrer gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt zu bewahren, zu entwickeln oder wiederherzustellen – dazu zählen auch Wildformen und alte Kulturformen von Nutztieren und Nutzpflanzen. Außerdem sollen dort besonders schonende Wirtschaftsweisen beispielhaft erprobt werden. Soweit der Schutzzweck es zulässt, kommen Forschung, Naturbeobachtung und Bildung für nachhaltige Entwicklung hinzu.
Jagd im Biosphärenreservat
Eine einheitliche Regel für die Jagd gibt es nicht; sie ist je nach Zone unterschiedlich ausgestaltet. Für Jäger ist daher wichtig, die geltende Schutzverordnung zu kennen, denn nicht in jeder Schutzgebietskategorie ist die Jagdausübung im gleichen Umfang möglich.
„Biosphärenreservat“ in der Jägerprüfung
Meist soll man Biosphärenreservate als eine der gesetzlichen Schutzgebietsarten neben Naturschutzgebiet, Nationalpark, Landschaftsschutzgebiet und Naturpark nennen. Anspruchsvoller sind Aufgaben, in denen die gesetzliche Umschreibung aus § 25 BNatSchG vorgegeben wird und der passende Begriff gesucht ist. Auch Landesbezüge kommen vor: In Rheinland-Pfalz wird nach der Anzahl gefragt – dort gibt es nur eines –, und in Thüringen nach den Kategorien des § 13 des Landesnaturschutzgesetzes, zu denen es ebenfalls gehört.
Häufige Fragen zu „Biosphärenreservat“
Was ist der Unterschied zwischen Biosphärenreservat und Nationalpark?
Im Nationalpark soll sich die Natur weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln, die Jagd ist stark eingeschränkt oder verboten. Das Biosphärenreservat bewahrt dagegen eine durch Nutzung geprägte Landschaft und erprobt schonende Wirtschaftsweisen; die Jagd ist je nach Zone geregelt.
Welche Zonen hat ein Biosphärenreservat?
Es gliedert sich in Kernzone, Pflegezone und Entwicklungszone. Von der Kern- über die Pflege- bis zur Entwicklungszone tritt der Schutzvorrang zurück, während die zulässige Nutzung zunimmt.
„Biosphärenreservat“ kommt in 8 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- NationalparkEin Nationalpark ist ein Schutzgebiet nach § 24 BNatSchG: ein großräumiges, weitgehend unzerschnittenes Gebiet von besonderer Eigenart, in dem sich die Natur in einem überwiegenden Teil möglichst ungestört entwickeln soll.
- NaturschutzgebietEin Naturschutzgebiet (NSG) ist nach § 23 BNatSchG ein rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet mit besonderem Schutz von Natur und Landschaft, ausgewiesen etwa zum Erhalt von Lebensstätten und Biotopen, aus Gründen der Wissenschaft, der Naturgeschichte oder der Landeskunde oder weil das Gebiet selten, eigenartig oder von hervorragender Schönheit ist. Jagd ist dort nur nach Maßgabe der Schutzverordnung möglich.
- LandschaftsschutzgebietEin Landschaftsschutzgebiet (LSG) ist ein nach § 26 BNatSchG durch Rechtsverordnung ausgewiesenes Gebiet, das Naturhaushalt, Landschaftsbild und Erholungswert schützt; die Jagd ist dort in der Regel erlaubt.
- Natura 2000Natura 2000 ist das Netz der Europäischen Union aus Schutzgebieten nach der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie. Es umfasst also FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete (SPA).
- NaturschutzNaturschutz umfasst alle rechtlichen und praktischen Maßnahmen, die Arten, Lebensräume und Landschaft erhalten. Über die Hege, die nach dem Bundesjagdgesetz auch die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen des Wildes umfasst, ist die Jagd eng mit dem Naturschutz verbunden.
- FFH-GebietEin FFH-Gebiet ist ein Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG). Es sichert bestimmte Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten und bildet zusammen mit den Vogelschutzgebieten das Netz Natura 2000.
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