Hege

Lebensraumgestaltung

auch: Habitatgestaltung

Lebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.

Was bedeutet „Lebensraumgestaltung“?

Lebensraumgestaltung ist der praktische Kern der Biotophege. Anstatt eine einzelne Wildart gezielt zu fördern, verbessert der Jäger die Landschaft selbst, sodass alle dort lebenden Arten profitieren. Drei Grundbedürfnisse stehen im Mittelpunkt: Schutz vor Witterung und Feinden, ausreichend Nahrung und geeignete Orte für die Aufzucht der Jungen. Diese Form der Hege gilt als besonders nachhaltig und wirksam. Sie ist nicht an ein großes Revier oder hohe Ausgaben gebunden; auch mit einfachen Mitteln lassen sich Strukturen schaffen. Im Offenland profitieren davon vor allem Hase, Rebhuhn und Fasan.

Hecken richtig anlegen und pflegen

Die Hecke gilt im Offenland als das wertvollste Strukturelement. Damit sie Deckung bietet, sollte sie mehrreihig und möglichst breit angelegt werden. Gepflanzt wird mehrreihig, außen dornige Sträucher wie Schlehe und Weißdorn, in der Mitte höher wachsende Arten. Verwendet werden heimische Gehölze, darunter Haselnuss, Holunder, Hartriegel und Hagebutte. Verläuft die Hecke quer zur vorherrschenden Windrichtung, schützt sie das Niederwild zusätzlich vor Wind. Zur Pflege wird sie in größeren Abständen abschnittsweise auf den Stock gesetzt, nie vollständig auf einmal, und nur zwischen Oktober und Februar, denn vom 1. März bis 30. September verbietet § 39 Abs. 5 BNatSchG das Auf-den-Stock-Setzen. Ein ungemähter Krautsaum am Rand bildet den Übergang zur Fläche.

Die Benjeshecke als schnelle Lösung

Wer rasch Deckung schaffen will, schichtet Äste und Reisig zu einem Totholzwall auf. Durch eingetragene Samen begrünt sich diese Benjeshecke innerhalb von zwei bis drei Jahren von selbst. Sie kostet wenig und passt auch in kleine Reviere.

Einordnung in der Jägerprüfung

Der Begriff gehört in das Sachgebiet Hege, genauer zur Biotophege, und berührt zugleich Wildkunde sowie Naturschutz. Wer ihn beherrscht, kann erklären, warum Deckung, Äsung und Brutmöglichkeiten für Niederwild entscheidend sind, und kennt die Eckwerte einer guten Heckenanlage und -pflege. Typische Stolpersteine sind zu schmal geplante Hecken und die Annahme, eine Hecke dürfe vollständig auf einmal zurückgeschnitten werden. Auch der Pflegezeitraum außerhalb der Brutzeit muss sitzen.

Häufige Fragen zu „Lebensraumgestaltung“

Welche Breite braucht eine Niederwildhecke?

Mehrreihig und möglichst breit. Schmalere Hecken bieten kaum Deckung.

Wann wird eine Hecke auf den Stock gesetzt?

In größeren Abständen, immer nur abschnittsweise und nur von Oktober bis Februar, weil das Auf-den-Stock-Setzen vom 1. März bis 30. September verboten ist. So bleibt die Brutzeit ungestört und ein Teil der Deckung erhalten.

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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