Hege
Raufe
auch: Heuraufe, Futterraufe
Eine Raufe ist eine Fütterungseinrichtung für Raufutter wie Heu, Stroh, Luzerne oder Heusilage. Sie wird vor allem bei der Winterfütterung von Reh- und Rotwild eingesetzt.
Was ist eine „Raufe“?
Eine Raufe ist für Raufutter gedacht; gemeint sind Heu, Stroh, Luzerne und Heusilage. Gebaut wird sie als Gitterrahmen oder als Holzkonstruktion. Sie bewahrt das Futter vor der Witterung. In Prüfungsfragen erscheint sie auch unter dem Namen Heuraufe. Anders als die Kirrung, die nur anlocken soll, gehört die Raufe zur echten Fütterung, mit der Wild in Notzeiten versorgt wird. Typischer Einsatzort ist die Winterfütterung von Reh- und Rotwild.
Raufe, Krippe und Futterhaus im Vergleich
Die Raufe ist eine von mehreren Wildfütterungsanlagen, die zu den jagdlichen Einrichtungen eines Reviers zählen. Für jede Futterart gibt es eine passende Bauform: Die Raufe dient dem Heu, die Krippe dem Saftfutter und das Futterhaus den Körnern. Neben den Fütterungsanlagen gehören Hochsitze wie Leitersitz, Kanzel und Bockleiter sowie Salzlecken zu den jagdlichen Einrichtungen. Für alle diese Anlagen trägt der Jagdausübungsberechtigte die Verkehrssicherungspflicht.
Fütterung ist nicht Kirrung
Die Raufe gehört zur Fütterung, und Fütterung verfolgt ein anderes Ziel als die Kirrung. Fütterung soll das Wild in der Notzeit ernähren und ist streng geregelt. Die Kirrung dagegen gilt rechtlich als Jagdausübung, weil sie das Wild anlocken soll, um es zu erlegen. Für Schwarzwild ist die Fütterung in Nordrhein-Westfalen nur bei festgestellter Notzeit und mit veterinärbehördlicher Genehmigung erlaubt. Ob und wann eine Raufe befüllt werden darf, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht.
„Raufe“ in der Jägerprüfung
Die Raufe wird dem Sachgebiet Hege und jagdliche Einrichtungen zugeordnet. In der Prüfung wird sie bei der Frage gebraucht, welche Anlagen überhaupt zu den Fütterungseinrichtungen zählen; neben der Heuraufe gehört etwa der Futtertrog dazu. Wichtig ist, jeder Einrichtung das richtige Futter zuzuordnen. Ein häufiger Fehler in diesem Themenfeld ist die Verwechslung von Fütterung und Kirrung.
Häufige Fragen zu „Raufe“
Was kommt in eine Raufe?
Raufutter, also Heu, Stroh, Luzerne oder Heusilage. Körner gehören in ein Futterhaus, Saftfutter in eine Krippe.
Für welches Wild wird eine Raufe verwendet?
Typisch ist sie bei der Fütterung von Reh- und Rotwild im Winter. Die Gitter- oder Holzkonstruktion hält die Witterung vom Futter fern.
„Raufe“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Verwandte Begriffe
- KrippeEine Krippe ist eine wannenförmige Fütterungseinrichtung im Revier, in die Saftfutter wie Rüben, Äpfel oder Möhren für das Wild eingelegt wird.
- FutterhausEin Futterhaus ist eine überdachte Fütterungseinrichtung für Körnerfutter wie Weizen, Hafer oder Sonnenblumenkerne. Es versorgt vor allem Fasan, Rebhuhn und Kaninchen und hält das Futter trocken.
- WildfütterungWildfütterung ist das Vorlegen von Futter, um Wild vor allem in Notzeiten zu ernähren; sie ist Hege, unterscheidet sich klar von der Kirrung und ist je nach Landesrecht stark eingeschränkt.
- NotzeitNotzeit ist eine Zeit außergewöhnlichen Nahrungsmangels, in der Wild seinen Bedarf nicht mehr aus dem Lebensraum decken kann. Nur dann ist eine Fütterung des Wildes grundsätzlich gerechtfertigt.
- KirrungEine Kirrung ist eine Stelle, an der kleine Mengen Lockfutter ausgebracht werden, um Wild für die Bejagung anzulocken; rechtlich gilt sie als Jagdausübung, nicht als Hege oder Fütterung.
- SalzleckeEine Salzlecke ist eine jagdliche Einrichtung aus Leckstein oder Salzblock, an der Wild Mineralstoffe wie Natrium und Calcium aufnehmen kann.
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