Hege
K-Stratege
auch: K Strategen
Ein K-Stratege ist eine Tierart, die wenige Junge bekommt, diese intensiv versorgt und deren Bestand sich nahe der Tragkapazität des Lebensraums einpendelt; Beispiel ist das Rotwild.
Was bedeutet „K-Stratege“?
Der Begriff stammt aus der Populationsökologie. Das „K“ steht für die Tragkapazität, also die Zahl an Individuen, die ein Lebensraum dauerhaft ernähren kann. K-Strategen setzen bei der Fortpflanzung auf Qualität statt Menge: Sie bringen pro Wurf oder Jahr nur wenige Junge zur Welt, kümmern sich lange und intensiv um sie und werden selbst vergleichsweise alt. Ihre Vermehrungsrate ist niedrig, dafür überleben die Nachkommen häufiger. Den Gegenpol bilden die r-Strategen, die viele Junge mit wenig Fürsorge produzieren.
Kennzeichen, Beispiele und Folgen für die Bejagung
Typisch für K-Strategen sind wenige Jungtiere, lange Aufzucht, hohe Lebenserwartung und Bestände, die dicht an der Grenze der Tragkapazität liegen. Geregelt werden solche Populationen vor allem durch dichteabhängige Faktoren, die umso stärker wirken, je mehr Tiere sich den Lebensraum teilen. Als Musterbeispiel gilt das Rotwild mit einem Kalb pro Jahr. Unsere Lernunterlagen zählen außerdem Wolf, Luchs und – mit im Mittel vier bis acht Frischlingen – auch das Wildschwein zu dieser Gruppe. Kaninchen und Fasan stehen dagegen für die r-Strategie mit vielen Würfen und früher Geschlechtsreife. Weil sich K-Strategen langsam vermehren, erholt sich ihr Bestand nach zu starker Bejagung nur zögerlich. Die Entnahme muss deshalb behutsam geplant werden. Als Richtwert für nachhaltige Nutzung gilt, dass der Abschuss den jährlichen Zuwachs nicht übersteigen soll. Da Populationen logistisch auf die Tragkapazität zuwachsen, ist der nutzbare Zuwachs bei etwa der Hälfte von K am größten.
Einordnung in der Jägerprüfung
Der Begriff gehört in das Sachgebiet Wildbiologie und Ökologie und berührt die Hege. In unserem Fragenbestand taucht das Wort selbst nicht auf. Das Konzept hilft aber, Zuwachs, Tragfähigkeit und die Vorsicht bei der Abschussplanung von Rotwild zu verstehen und Arten sinnvoll gegenüberzustellen.
Häufige Fragen zu „K-Stratege“
Wofür steht das K in K-Stratege?
K bezeichnet die Tragkapazität eines Lebensraums, also die Bestandsgröße, die er auf Dauer tragen kann. Populationen von K-Strategen halten sich meist in deren Nähe.
Welche heimischen Wildarten sind K-Strategen?
Klassisches Beispiel ist das Rotwild, das jährlich nur ein Kalb setzt. Auch Wolf und Luchs werden genannt, in unseren Unterlagen zusätzlich das Wildschwein.
„K-Stratege“ für die Jägerprüfung lernen
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- TragkapazitätDie Tragkapazität, abgekürzt K, ist die größte Zahl an Individuen einer Art, die ein Lebensraum auf Dauer ernähren und beherbergen kann.
- r-StrategeEin r-Stratege ist eine Tierart, die sich rasch und mit vielen Jungen vermehrt, dafür wenig in den einzelnen Nachwuchs investiert. Beispiele aus dem Revier sind Wildkaninchen, Feldhase und Fasan.
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- AbschussplanDer Abschussplan ist die behördlich bestätigte oder festgesetzte Planung, wie viele Stücke einer Wildart nach Geschlecht und Altersklasse in einem Revier für ein Jagdjahr oder – je nach Landesrecht – für mehrere Jagdjahre erlegt werden sollen.
- HegeHege ist die gesetzliche Pflicht, einen artenreichen, gesunden und dem Lebensraum angepassten Wildbestand zu erhalten und seine Lebensgrundlagen zu pflegen und zu sichern (§ 1 Abs. 2 BJagdG).
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