Hege
Schälschaden
auch: Schälen, Schälschäden
Ein Schälschaden ist ein Wildschaden im Wald, bei dem Wild – vor allem Rotwild – Rinde vom Stamm löst, um an die nährstoffreiche Bastschicht darunter zu gelangen.
Was ist ein Schälschaden?
Beim Schälen zieht oder nagt Wild die Rinde von Bäumen ab und äst die darunterliegende Bastschicht, das Kambium. Der Hauptverursacher ist Rotwild. Auch Damwild und Sikawild können bei hohen Dichten schälen, ebenso Muffelwild. Rehwild dagegen verursacht Verbiss- und Fegeschäden, aber keine Schälschäden. Gefährdet sind vor allem Fichte, Buche und Eiche im Dickungs- und Stangenholzalter. Nicht zu verwechseln ist das Wildschälen mit dem gleichnamigen Begriff aus der Landwirtschaft, wo Schälen das flache Umbrechen der Stoppel nach der Ernte meint.
Sommer- und Winterschälung
Am Schadbild lässt sich die Jahreszeit ablesen. Im Sommer ist die Rinde saftig und löst sich leicht, sodass das Wild lange Streifen vom Stamm abzieht. Im Winter sitzt die Rinde fest und ist trocken; das Wild nagt sie dann in kleinen Stücken ab. Beide Formen hinterlassen offene Wunden am Stamm. Da sich Schadbilder ähneln können, sollten Spuren, Fraßbild und Lage im Revier gemeinsam bewertet werden, bevor ein Schaden einer bestimmten Art zugeordnet wird.
Folgen: Rotfäule und Wertverlust
Durch die Rindenwunde dringen Pilze ein. Bei der Fichte entsteht so Rotfäule, die das Holz über Jahre entwertet und den Baum zerstören kann; ein geschälter Stamm kann bis zu 80 % seines Holzwerts verlieren. Bei der Kiefer führt das Schälen dagegen nicht zu Fäulnis. Schälschäden gelten zudem als Weiser für eine überhöhte Wilddichte und werden bei der Einschätzung des Bestands für den Abschussplan berücksichtigt. Dauernder Jagddruck und Störungen können Rotwild stärker in den Wald drängen, wo es dann vermehrt an Rinde äst.
„Schälschaden“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt vor allem die Zuordnung: Welche Wildarten schälen, welche nicht? Rotwild und Muffelwild sind richtig, Rehwild falsch. Weitere Schwerpunkte sind die Kette Schälung, Pilzbefall und Rotfäule, die Ausnahme Kiefer sowie die Doppelbedeutung von Schälen im Ackerbau. Häufig wird der Schälschaden fälschlich dem Rehwild zugeschrieben.
Häufige Fragen zu „Schälschaden“
Welche Wildarten verursachen Schälschäden?
Hauptverursacher ist das Rotwild. Muffelwild kann ebenfalls schälen, Dam- und Sikawild vor allem bei hohen Dichten. Rehwild schält nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterschälung?
Im Sommer löst sich die saftige Rinde leicht und wird in langen Streifen abgezogen. Im Winter ist sie fest und trocken und wird nur in kleinen Stücken abgenagt.
Warum sind Schälschäden für den Forst so teuer?
Über die Wunde gelangen Pilze in den Stamm und lösen bei der Fichte Rotfäule aus. Das Holz verliert dadurch einen großen Teil seines Werts, im Extremfall bis zu 80 %.
„Schälschaden“ kommt in 41 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- WildschadenWildschaden ist ein Schaden, den frei lebendes Wild an land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen und Kulturen anrichtet; ersatzpflichtig ist er nach § 29 BJagdG nur bei bestimmten Wildarten.
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- VerbissAls Verbiss bezeichnet man das Abäsen der Knospen und Triebe junger Bäume und Sträucher durch Wild, vor allem durch Rehwild. Er gehört zu den forstlichen Wildschäden und kann die Waldverjüngung verhindern.
- FegeschadenEin Fegeschaden ist die Verletzung junger Bäume, die entsteht, wenn männliches Schalenwild den Bast vom neuen Geweih oder Gehörn an Stämmen abstreift oder dort markiert; die Rinde wird dabei streifenförmig abgeschürft.
- RindenhobelEin Rindenhobel ist ein forstliches Gerät, das beim biologisch-mechanischen Schälschutz eingesetzt wird. Er soll Baumstämme vor Schälschäden durch Schalenwild, insbesondere Rotwild, bewahren.
- MuffelwildMuffelwild, auch Mufflon genannt, ist das kleinste Wildschaf. Es gehört zu den Hornträgern und Wiederkäuern und wird jagdrechtlich als Schalenwild geführt; der Widder trägt Schnecken.
- AbschussplanDer Abschussplan ist die behördlich bestätigte oder festgesetzte Planung, wie viele Stücke einer Wildart nach Geschlecht und Altersklasse in einem Revier für ein Jagdjahr oder – je nach Landesrecht – für mehrere Jagdjahre erlegt werden sollen.
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