Hege · Jägersprache

Biotophege

auch: Lebensraumhege

Biotophege ist die Form der Hege, die nicht einzelne Wildarten direkt fördert, sondern den Lebensraum dauerhaft so gestaltet, dass er Deckung, Äsung und Brutplätze für alle Arten bietet.

Was bedeutet „Biotophege“?

Biotophege heißt übersetzt Lebensraumpflege. Sie ist neben Bestandshege und schützender Hege einer der drei Bausteine des Hegeauftrags und steht gleichrangig neben der Regulierung des Bestands durch die Jagd. Fachlich gilt sie als die nachhaltigste und wirksamste Art zu hegen, weil sie an den Ursachen ansetzt: Fehlen Deckung, Nahrung oder Brutmöglichkeiten, helfen weder Aussetzungen noch reine Prädatorenbejagung auf Dauer. Da sie keine besondere Revierform und kein großes Budget voraussetzt, kann jeder Jäger Biotophege betreiben – und leistet damit aktiven Naturschutz, auch ohne einen Schuss abzugeben.

Typische Maßnahmen im Revier

Hecken bieten im Offenland den höchsten Deckungswert, wenn sie 5 bis 10 Meter breit, mehrreihig und aus dornigen heimischen Sträuchern aufgebaut sind. Blühstreifen fördern Insekten und damit die Kükennahrung. Auf Wildäckern sorgen Luzerne und Klee für bessere Äsung von Reh und Hase, während Buchweizen und Sonnenblumen Rebhuhn und Fasan zugutekommen. Belassenes Totholz hilft Spechten, Fledermäusen und Insekten. Für Feldvögel wirken außerdem Brachen, Altgrasstreifen, späte Mahd mit wildtierfreundlicher Technik und kleinteilige Strukturen. Viele dieser Maßnahmen nützen gleichzeitig Feldhase, Singvögeln und Insekten.

Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft

Als wichtigste Partner des Jägers für die Biotophege gelten die Landwirte. Jäger und Bewirtschafter können gemeinsam Agrarumweltmaßnahmen beantragen, etwa aus ELER-Programmen. In der Vertragslandwirtschaft zahlt der Jäger eine Entschädigung für angelegte Blühstreifen. Hilfreich ist auch, Stoppelfelder über Herbst und Winter stehen zu lassen, weil sie Niederwild Nahrung und Deckung geben. Wildschäden sollten offen angesprochen und mit Lösungen wie Verbissschutz oder Zäunen beantwortet werden.

Einordnung für die Jägerprüfung

Wörtlich taucht der Begriff im ausgewerteten Fragenbestand nicht auf. Er gehört in das Themenfeld Hege und bildet die Klammer für viele Einzelthemen wie Hecken, Blühstreifen, Wildäcker und Niederwildhege. In der mündlichen Prüfung hilft er, Maßnahmen zu begründen und von der Bestandshege abzugrenzen.

Häufige Fragen zu „Biotophege“

Welche Maßnahmen gehören zur Biotophege?

Typisch sind das Anlegen und Pflegen von Hecken, Blühstreifen und Wildäckern, das Belassen von Totholz sowie Brachen, Altgrasstreifen und späte Mahd. Ziel ist stets mehr Deckung, Äsung und Brutraum.

Warum gilt Biotophege als nachhaltigste Form der Hege?

Sie verbessert die Lebensgrundlagen dauerhaft und wirkt auf viele Arten gleichzeitig. Was etwa dem Rebhuhn hilft, nützt auch Feldhase, Insekten und Singvögeln.

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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