Hege
Hecke
auch: Feldhecke, Gehölzhecke
Eine Hecke ist ein linienförmiger, meist mehrreihiger Gehölzstreifen im Offenland, der Niederwild und vielen anderen Arten Deckung, Nahrung, Brutplätze und Windschutz bietet und naturschutzrechtlich besonders geschützt ist.
Was ist eine Hecke?
In der Revierhege gilt die Hecke als wichtigstes Strukturelement der offenen Feldflur. Für Feldhase, Rebhuhn und Fasan ist sie Deckung, Wind- und Wetterschutz zugleich; auch das Rehwild nutzt Hecken und Gebüsche als Teil der von ihm bevorzugten Übergangszonen. Raubwild wie Wiesel und Iltis jagt bevorzugt entlang solcher Gehölzstreifen. Typische Heckenbewohner außerhalb des Wildes sind etwa Neuntöter und Haselmaus. Von einem Feldgehölz unterscheidet sich die Hecke durch ihre lange, schmale Form, die Lebensräume in der Landschaft miteinander verbindet.
Anlage einer wildgerechten Hecke
Damit eine Hecke echten Deckungswert hat, sollte sie mindestens 5 bis 10 Meter breit sein, besser 10 bis 15 Meter; schmalere Streifen bringen dem Wild kaum etwas. Aufgebaut wird sie mehrreihig: außen dornige Sträucher wie Schlehe und Weißdorn, in der Mitte höher wachsende Arten. Verwendet werden heimische Gehölze, zum Beispiel Haselnuss, Holunder, Hartriegel und Hagebutte. Wird die Hecke quer zur Hauptwindrichtung gepflanzt, schützt sie das Niederwild vor Wind. Ein ungemähter Krautsaum am Rand bildet den Übergang zur Feldflur. Eine Sonderform ist die Benjeshecke, die aus einem etwa 3 bis 4 Meter breiten und rund 1,5 Meter hohen Wall aus Baumschnitt heranwächst.
Pflege und Schutz
Hecken in der Feldflur stehen unter besonderem Schutz. Vom 1. März bis 30. September ist es verboten, Hecken abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen, damit das Brutgeschäft der Vögel ungestört bleibt; zulässig sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte (§ 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG). Pflegearbeiten gehören deshalb in die Zeit von Oktober bis Februar. Bewährt hat sich, eine Hecke alle 10 bis 15 Jahre abschnittsweise auf den Stock zu setzen, nie auf ganzer Länge zugleich. Zudem darf die Bodendecke an Hecken nicht abgebrannt werden (§ 39 Abs. 5 BNatSchG); auch außerhalb der Schutzzeit kann eine Rodung als Eingriff in Natur und Landschaft genehmigungs- oder ausgleichspflichtig sein.
„Hecke“ in der Jägerprüfung
Der Begriff kommt in Wildbiologie, Naturschutz und Revierhege vor. Häufig gefragt sind der zulässige Pflegezeitraum, die Sperrfrist im Frühjahr und Sommer samt ihrem Zweck sowie der Schutzstatus. Fallbeispiele drehen sich darum, ob ein Eigentümer eine störende Hecke beseitigen oder eine beschattende Hecke zurückschneiden darf. Hinzu kommen die Benjeshecke und typische Heckenbewohner. Ein verbreiteter Fehler ist die Annahme, der Eigentümer dürfe mit seiner Hecke jederzeit nach Belieben verfahren.
Häufige Fragen zu „Hecke“
Wann darf man eine Hecke schneiden?
Schonende Form- und Pflegeschnitte sind ganzjährig zulässig; Abschneiden, Auf-den-Stock-Setzen und Beseitigen dagegen nur von Oktober bis Februar. Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist das verboten, um brütende Vögel zu schützen.
Wie breit sollte eine Hecke für Niederwild sein?
Mindestens 5 bis 10 Meter, ideal sind 10 bis 15 Meter. Schmalere Hecken bieten kaum Deckung.
Was ist eine Benjeshecke?
Eine Hecke, die sich aus einem aufgeschichteten Wall aus Baumschnitt entwickelt. Der Wall ist etwa 3 bis 4 Meter breit und rund 1,5 Meter hoch; aus ihm geht mit der Zeit die eigentliche Hecke hervor.
„Hecke“ kommt in 69 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- BenjesheckeEine Benjeshecke ist ein locker aufgeschichteter Wall aus Ästen und Reisig, der sofort Deckung bietet und sich über eingetragene Samen nach und nach zu einer lebenden Hecke entwickelt.
- FeldgehölzEin Feldgehölz ist eine Insel aus Bäumen und Sträuchern mitten in der offenen Feldflur. Es liefert Niederwild und vielen anderen Tieren Deckung, Äsung sowie Brut- und Setzplätze.
- Auf-den-Stock-SetzenAuf-den-Stock-Setzen bedeutet, Sträucher und Bäume bis auf den Wurzelstock zurückzuschneiden, damit sie von unten neu austreiben. So werden Hecken und Feldgehölze verjüngt.
- KrautsaumEin Krautsaum ist ein ungemähter Randstreifen aus Kräutern und Gräsern, der den Übergang zwischen einer Hecke und der angrenzenden Fläche bildet.
- BiotophegeBiotophege ist die Form der Hege, die nicht einzelne Wildarten direkt fördert, sondern den Lebensraum dauerhaft so gestaltet, dass er Deckung, Äsung und Brutplätze für alle Arten bietet.
- RebhuhnDas Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
- FeldhaseDer Feldhase (Lepus europaeus) ist ein Niederwild der offenen Kulturlandschaft aus der Ordnung der Hasenartigen. Er ist kein Nagetier, ruht in einer oberirdischen Sasse und bringt behaarte, sehende Junge zur Welt.
- LebensraumgestaltungLebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.
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