Röhricht
Röhricht nennt man dichte, hoch wachsende Bestände aus Schilf, Rohrkolben und ähnlichen Pflanzen am Ufer von Seen, Teichen und Flüssen und in Verlandungszonen.
Die wichtigste Röhrichtpflanze ist das Schilf, das oft mannshoch und höher wird; dazu kommen Rohrkolben, Teichsimse, Wasserschwaden und Rohrglanzgras. Röhricht wächst im Flachwasser oder auf nassem Boden, festigt Ufer, filtert Nährstoffe aus dem Wasser und treibt die Verlandung von Gewässern voran.
Für viele Vögel ist Röhricht Brutplatz und Deckung, etwa für Rohrdommel, Blässhuhn, Rohrweihe, Wasserralle und Teichrohrsänger; auch Stockenten und Graugänse brüten im Schilfgürtel, und Schwarzwild zieht sich gern in große Schilfflächen zurück. Röhrichte sind nach § 30 BNatSchG gesetzlich geschützte Biotope. Nach § 39 Abs. 5 BNatSchG dürfen sie vom 1. März bis zum 30. September nicht zurückgeschnitten werden und außerhalb dieser Zeit nur in Abschnitten; die Landesregierungen können die Verbotszeit erweitern oder aus klimatischen Gründen um bis zu zwei Wochen verschieben. Schussschneisen im Schilf werden deshalb nur außerhalb dieser Zeit und nur abschnittsweise gemäht, sonst braucht es eine Genehmigung der Naturschutzbehörde.