Hege
Fährtenzählung
auch: Spurenzählung
Die Fährtenzählung ist eine indirekte Methode der Wildbestandserhebung, bei der vor allem im Schnee gezählt wird, wie oft Wild festgelegte Strecken überquert hat.
Was ist eine „Fährtenzählung“?
Wildbestände lassen sich selten vollständig beobachten. Neben der direkten Sichtung nutzt das Wildtiermanagement deshalb indirekte Verfahren, die aus hinterlassenen Zeichen auf den Bestand schließen. Die Fährtenzählung ist eines davon: Nach Schneefall werden an vorher bestimmten Strecken die Überquerungen durch Wild erfasst. Im Schnee zeichnen sich frische Fährten deutlich ab und lassen sich deshalb gut auszählen. Fährte ist dabei der jagdliche Begriff für die Spur des Schalenwildes.
Einordnung in das Wildtiermanagement
Die Fährtenzählung steht neben weiteren indirekten Methoden: Die Losungsanalyse lässt Rückschlüsse auf Bestandsdichte und Gesundheit zu, Wildkameras liefern Hinweise auf Altersklassen, Geschlechterverhältnis und Aktivität, und Verbissgutachten zeigen, wie stark die Waldverjüngung verbissen wird und ob ein Bestand zu hoch ist. Zusammen mit den Streckenzahlen der Vorjahre bilden solche Erhebungen die Grundlage für die Abschussplanung. In Nordrhein-Westfalen ist der Abschussplan für Schalenwild außer Reh- und Schwarzwild verbindlich; der Jagdausübungsberechtigte stellt ihn auf, die Untere Jagdbehörde bestätigt oder setzt ihn fest.
„Fährtenzählung“ im Prüfungsstoff
Im Fragenbestand kommt die Fährtenzählung nicht ausdrücklich vor. Sie gehört in das Sachgebiet Wildhege und Wildtiermanagement, wo die Methoden der Bestandserfassung behandelt werden. Dort hilft sie zu verstehen, woher die Zahlen stammen, auf denen Abschusspläne beruhen, und warum man mehrere Verfahren miteinander kombiniert.
Häufige Fragen zu „Fährtenzählung“
Wann wird eine Fährtenzählung durchgeführt?
Vor allem bei Schnee. Dann lassen sich die Überquerungen an festgelegten Strecken gut erkennen und auszählen.
Welche anderen Methoden der Bestandserfassung gibt es?
Zu den indirekten Verfahren gehören außerdem Losungsanalyse, Wildkameras und Verbissgutachten. Sie werden oft kombiniert, weil jede Methode andere Informationen liefert.
Wofür braucht man die Ergebnisse?
Erhebungen des Wildbestands sind neben Verbissgutachten und früheren Streckenzahlen eine Grundlage für den Abschussplan.
„Fährtenzählung“ für die Jägerprüfung lernen
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- WildtiermanagementWildtiermanagement ist die planvolle Steuerung von Wildbeständen mit Instrumenten wie Abschussplan, Streckenliste, Monitoring und Wildschadensmanagement, gestützt auf Forschung und Populationsökologie.
- AbschussplanDer Abschussplan ist die behördlich bestätigte oder festgesetzte Planung, wie viele Stücke einer Wildart nach Geschlecht und Altersklasse in einem Revier für ein Jagdjahr oder – je nach Landesrecht – für mehrere Jagdjahre erlegt werden sollen.
- WildkameraEine Wildkamera, auch Fotofalle genannt, ist eine selbsttätig auslösende Kamera, mit der Jäger und Monitoring-Stellen Wildvorkommen, Aktivitätszeiten und Bestandsstruktur erfassen.
- LosungsanalyseDie Losungsanalyse ist eine indirekte Methode des Wildtiermanagements: Gefundene Losung wird ausgewertet, um auf Bestandsdichte und Gesundheitszustand des Wildes zu schließen.
- VerbissgutachtenEin Verbissgutachten ist ein forstliches Gutachten, das bewertet, wie stark Schalenwild die Verjüngung des Waldes beeinflusst. Es zeigt, ob der Wildbestand für den Wald zu hoch ist.
- FährteFährte ist das jägersprachliche Wort für die Spur des Schalenwildes, also die Abfolge seiner Tritte im Boden; den einzelnen Abdruck eines Laufes nennt man Tritt oder Trittsiegel.
- WechselEin Wechsel ist in der Jägersprache ein Pfad, den Wild regelmäßig benutzt, etwa zwischen Einstand, Äsung und Ruheplätzen; im Alltag spricht man von einem Wildpfad.
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