Hege
Landesjägerschaft
auch: Landesjagdverband
Die Landesjägerschaft ist der Dachverband der Jäger eines Bundeslandes; so heißt etwa der Verband in Niedersachsen, und in Mecklenburg-Vorpommern ist der Landesjagdverband gesetzlich als Landesjägerschaft anerkannt.
Was ist eine „Landesjägerschaft“?
Die Jägerschaft ist in Stufen organisiert. Den kleinsten Baustein bildet der Hegering, der als unterste Struktureinheit des Landesverbands gilt. Mehrere Hegeringe schließen sich auf Kreisebene zusammen, in Nordrhein-Westfalen zur Kreisjägerschaft. An der Spitze steht die Landesjägerschaft als Dachorganisation eines Landes. Je nach Land trägt dieser Verband unterschiedliche Namen; in Baden-Württemberg und Bayern etwa ist vom Landesjagdverband die Rede. In Nordrhein-Westfalen ist der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) der Dachverband der Kreisjägerschaften; das Kürzel LJN steht für die Landesjägerschaft Niedersachsen.
Aufgaben am Beispiel NRW und Mecklenburg-Vorpommern
In Nordrhein-Westfalen vertritt der Landesjagdverband die jagdpolitischen Interessen der Jäger. In Mecklenburg-Vorpommern sind ihr gesetzliche Aufgaben übertragen, darunter die Weiterbildung, die Anerkennung von Schweißhundeführern und die Feststellung, ob ein Jagdhund brauchbar ist. Bei Such-, Drück- und Treibjagden, bei der Jagd auf Schnepfen oder Wasserwild und bei jeder Nachsuche dürfen dort nur Hunde eingesetzt werden, die eine Brauchbarkeitsprüfung bestanden haben und deren Brauchbarkeit von der Landesjägerschaft bestätigt wurde; geprüft wird in den Fachgruppen Gehorsam, Bringen, Wasserarbeit, Schweißarbeit, Bauarbeit und Stöbern. In Baden-Württemberg übernehmen die Kreisjägervereinigungen des Landesjagdverbands den Großteil der Brauchbarkeitsprüfungen.
Mitwirkung in Behörden und Verfahren
Je nach Landesrecht ist die Landesjägerschaft auch in behördliche Abläufe eingebunden. In Mecklenburg-Vorpommern etwa wird der Kreisjägermeister vom Landrat als unterer Jagdbehörde auf ihren Vorschlag bestellt, und im Jagdbeirat der unteren Jagdbehörde sitzt neben Vertretern von Wildschadensausgleichskasse, Land- und Forstwirtschaft, Jagdgenossenschaften, Fischerei, Naturschutz und Veterinärwesen auch eine Vertretung der Landesjägerschaft. Hat sie einen Schweißhundeführer anerkannt, muss ein Revierinhaber dulden, dass dieser sein Revier mit Schusswaffe zur Nachsuche betritt. Jagdverbände können zudem als Naturschutzvereinigung anerkannt werden; ob das zutrifft, hängt vom einzelnen Verband und vom Land ab.
„Landesjägerschaft“ in der Jägerprüfung
Die Fragen sind stark landesbezogen. Verlangt werden die Aufgaben des Verbands im eigenen Land, die Zuständigkeit für Brauchbarkeitsprüfungen und Schweißhundeführer, die Berufung des Kreisjägermeisters und die Zusammensetzung des Jagdbeirats. Auch die Einordnung des Hegerings als kleinste Einheit kommt vor. Fehler entstehen, wenn Verband und Behörde verwechselt oder Regelungen eines anderen Landes übertragen werden.
Häufige Fragen zu „Landesjägerschaft“
Was ist der Unterschied zwischen Landesjägerschaft und Kreisjägerschaft?
Die Kreisjägerschaft bündelt die Hegeringe auf Kreisebene. Die Landesjägerschaft oder der Landesjagdverband ist der Dachverband darüber, in Nordrhein-Westfalen ist das der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen.
Wer bestätigt in Mecklenburg-Vorpommern die Brauchbarkeit von Jagdhunden?
Die Landesjägerschaft Mecklenburg-Vorpommern, nachdem der Hund die Brauchbarkeitsprüfung bestanden hat. Ohne diese Bestätigung darf er dort bei Such-, Drück- und Treibjagden, bei der Jagd auf Schnepfen oder Wasserwild und bei Nachsuchen nicht verwendet werden.
Ist ein Landesjagdverband ein Naturschutzverband?
Nicht automatisch. Ein Jagdverband kann als Naturschutzvereinigung anerkannt werden; ob ein bestimmter Landesjagdverband diese Anerkennung besitzt, richtet sich nach dem jeweiligen Verband und Land.
„Landesjägerschaft“ kommt in 17 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- KreisjägerschaftDie Kreisjägerschaft ist in Nordrhein-Westfalen die Untergliederung des Landesjagdverbandes für den Bereich einer Unteren Jagdbehörde, also meist eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt; sie gliedert sich ihrerseits in Hegeringe.
- HegeringEin Hegering ist die kleinste Struktureinheit des Landesjagdverbandes: ein örtlicher Zusammenschluss von Jägern und Revieren, der Hegemaßnahmen, Jagden und Raubwildbejagung vor Ort abstimmt.
- HegegemeinschaftEine Hegegemeinschaft ist ein Zusammenschluss benachbarter Jagdausübungsberechtigter im Gebiet eines abgegrenzten Wildlebensraums, der die Hege bestimmter Wildarten wie Rotwild revierübergreifend abstimmt.
- BrauchbarkeitsprüfungDie Brauchbarkeitsprüfung ist der landesrechtlich geregelte Nachweis, dass ein Jagdhund für den Einsatz im Jagdbetrieb geeignet ist, etwa für Nachsuche, Stöbern oder das Bringen von Wild.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- NaturschutzverbandEin Naturschutzverband ist eine Vereinigung, die sich für den Schutz von Natur, Arten und Lebensräumen einsetzt. Auch Jagdverbände können als Naturschutzvereinigung anerkannt werden; ob das im Einzelfall zutrifft, hängt vom jeweiligen Verband und Land ab.
- Untere JagdbehördeDie untere Jagdbehörde (UJB) ist die örtliche Verwaltungsstelle für Jagdangelegenheiten. Sie stellt Jagdscheine aus, nimmt Pachtverträge und Abschusspläne entgegen und trifft jagdrechtliche Einzelentscheidungen.
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