Randpatrone
Eine Randpatrone hat am Hülsenboden einen vorstehenden Rand, an dem der Auszieher angreift; ihre Bezeichnung trägt ein R, etwa 7 × 57 R.
Mit künstlicher Intelligenz erzeugte AbbildungDer Rand legt die Patrone im Patronenlager fest und gibt dem Auszieher sicheren Halt. Randpatronen sind deshalb typisch für Kipplaufwaffen wie Drilling, Bockbüchsflinte und Kipplaufbüchse, bei denen der Auszieher die Hülse beim Öffnen am Rand heraushebt. Viele Patronen gibt es als Paar: die 7 × 57 R für Kipplaufwaffen und die randlose 7 × 57 mit Ausziehrille für Repetierer, ebenso die 7 × 65 R als Schwester der 7 × 64.
Mit Randfeuer hat das R nichts zu tun: Patronen wie die 7 × 57 R werden ganz gewöhnlich über ein Zündhütchen in der Bodenmitte gezündet. Auch Revolverpatronen haben in der Regel einen Rand.
Verwandte Begriffe
Randlose PatroneEine randlose Patrone hat am Hülsenboden keinen vorstehenden Rand, sondern eine eingedrehte Ausziehrille, in die der Auszieher greift.GürtelpatroneEine Gürtelpatrone hat kurz vor dem Hülsenboden einen umlaufenden, verstärkten Wulst, den Gürtel, an dem sich die Hülse im Patronenlager abstützt.RandfeuerpatroneEine Randfeuerpatrone hat kein Zündhütchen; ihr Zündsatz liegt im hohlen Rand des Hülsenbodens, den der Schlagbolzen beim Schuss zusammenquetscht.KipplaufbüchseEine Kipplaufbüchse ist eine einläufige Büchse, deren Lauf zum Laden und Entladen nach unten abgekippt wird und die nur einen Schuss fasst.DrillingEin Drilling ist eine kombinierte Kipplaufwaffe mit drei Läufen, meist zwei Schrotläufen nebeneinander und einem Kugellauf mittig darunter.AuszieherDer Auszieher ist ein Bauteil am Verschluss oder am Laufbündel, das die Hülse am Boden erfasst und beim Öffnen ein Stück aus dem Patronenlager zieht.