Waffenkunde
Repetierbüchse
auch: Repetierer, Bolt Action
Eine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
Was ist eine „Repetierbüchse“?
Beim Repetieren öffnet der Schütze die Kammer, zieht die leere Hülse aus und wirft sie aus, schiebt eine neue Patrone aus dem Magazin vor und verriegelt wieder. Diese Handbewegung ersetzt die Automatik eines Selbstladers. Die Repetierbüchse ist ein Einläufer mit einem gezogenen Lauf und zählt zu den Mehrladern, im Unterschied zu Einzelladern ohne Magazin und zu Selbstladern. Im Englischen spricht man von Bolt-Action. Als klassisches System gilt der Mauser 98. Daneben gibt es Repetierer mit Geradezugverschluss.
Verschluss, Schloss und Magazin
Der Verschluss der Repetierbüchse heißt Zylinder- oder Kammerverschluss. Anders als bei Kipplaufwaffen bilden Verschluss und Schloss hier eine Einheit: Schlagbolzen und Schlagfeder sitzen in der Kammer. Beim Drehkammerverschluss lösen sich durch Drehen des Kammerstängels die Verriegelungswarzen, und beim Zurückziehen wird die Hülse ausgeworfen. Das Schloss spannt sich beim Öffnen und Schließen der Waffe, sofern kein Handspannschloss verbaut ist. Die Flügelsicherung des Mauser 98 sichert den Schlagbolzen. Als Magazin dient entweder ein fest eingebautes Kastenmagazin für meist 3 bis 5 Patronen oder ein herausnehmbares Wechselmagazin, das bei modernen Repetierern Standard ist. Die Beschusszeichen stehen auf dem Patronenlager oder dem Laufansatz.
Einsatz, Sicherheit und rechtliche Einordnung
Repetierbüchsen gelten als präzise und robust und werden vor allem bei Ansitzjagd, Pirsch und Bergjagd geführt. § 19 BJagdG begrenzt den Ladezustand halbautomatischer Langwaffen auf insgesamt drei Patronen; Repetierer fallen nicht unter dieses Verbot. Andere waffen- und landesrechtliche Vorgaben gelten aber weiter. Vor dem Besteigen eines Hochsitzes wird die Waffe entladen. Beim Laden, Entladen und Öffnen des Verschlusses zeigt die Mündung stets in eine ungefährliche Richtung, auf dem Schießstand zum Geschossfang. Zusammen mit einer Doppelflinte und der Munition darf der Repetierer in einem nicht unterteilten Sicherheitsbehältnis mit Widerstandsgrad 0 aufbewahrt werden.
„Repetierbüchse“ in der Jägerprüfung
Weil sich Laden, Entladen und Ladezustand an ihr gut vorführen lassen, ist die Repetierbüchse ein Standardobjekt der praktischen Prüfung. In der Theorie wird nach dem Namen des Verschlusses, nach der Funktion der Flügelsicherung, dem Spannzeitpunkt des Schlosses und der Lage der Beschusszeichen gefragt. Außerdem geht es um Patronen mit Rille, die aus Repetierern verschossen werden. Ein häufiger Fehler ist, das Halbautomatenverbot auch auf den Repetierer anzuwenden.
Häufige Fragen zu „Repetierbüchse“
Welches Verschlusssystem hat ein Repetierer?
Zylinder- oder Kammerverschluss. Beim verbreiteten Drehkammerverschluss wird der Kammerstängel gedreht, um die Verriegelung zu lösen.
Gilt die Drei-Patronen-Grenze auch für Repetierer?
Nein. § 19 BJagdG begrenzt die Ladung nur bei halbautomatischen Langwaffen. Für Repetierer gelten aber die allgemeinen Sicherheitsregeln und sonstige waffenrechtliche Vorgaben.
In welchem Moment wird beim Repetierer das Schloss gespannt?
Beim Öffnen und Schließen der Kammer. Eine Ausnahme bilden Waffen mit Handspannung, bei denen der Schütze bewusst von Hand spannt.
„Repetierbüchse“ kommt in 84 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- ZylinderverschlussDer Zylinderverschluss, auch Kammerverschluss genannt, ist der typische Verschluss der Repetierbüchse: ein zylindrischer Verschlusskörper, der das Patronenlager einer Waffe mit starrem Lauf nach hinten abschließt.
- DrehkammerverschlussDer Drehkammerverschluss ist ein Verschluss für Waffen mit starrem Lauf, vor allem Repetierbüchsen: Die Kammer wird durch Drehen des Kammerstängels ver- und entriegelt und zum Laden längs bewegt.
- GeradezugverschlussEin Geradezugverschluss ist ein Büchsenverschluss, der sich zum Laden nur in Längsrichtung vor- und zurückbewegen lässt. Weil das Drehen der Kammer entfällt, kann schneller repetiert werden.
- KammerstängelDer Kammerstängel ist der seitlich abstehende Griff an der Kammer eines Drehkammerverschlusses, mit dem der Schütze den Verschluss entriegelt, öffnet, durchlädt und wieder verriegelt.
- WechselmagazinEin Wechselmagazin ist ein herausnehmbares, außen an der Waffe eingesetztes Magazin, das einen schnellen Tausch des Patronenvorrats erlaubt; bei modernen Repetierbüchsen ist es Standard.
- FlügelsicherungDie Flügelsicherung ist ein drehbarer Sicherungsflügel am Verschluss einer Repetierbüchse. Beim klassischen System Mauser 98 hat sie drei Stellungen und blockiert den Schlagbolzen.
- SelbstladebüchseEine Selbstladebüchse, auch Halbautomat genannt, ist eine Büchse, die nach dem Schuss selbsttätig nachlädt, sodass der Schütze nicht von Hand repetieren muss; für ihre Verwendung bei der Jagd gelten Grenzen für die geladenen Patronen.
- HandspannungHandspannung ist ein Schlosssystem, bei dem der Schütze die Schlagfeder erst unmittelbar vor dem Schuss bewusst von Hand spannt und danach wieder entspannt; bis dahin bleibt die Feder ohne Spannung.
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