Waffenkunde

Absehen

auch: Fadenkreuz, Leuchtabsehen

Das Absehen ist die im Zielfernrohr sichtbare Zielmarke – etwa ein Fadenkreuz oder Leuchtpunkt –, mit der der Schütze den Haltepunkt auf das Ziel legt.

Was ist ein Absehen?

Im Zielfernrohr liegt zwischen Objektiv und Okular eine Zieleinrichtung, die der Jäger als Absehen bezeichnet. Umgangssprachlich spricht man vom Fadenkreuz. Durch das Absehen legt der Schütze fest, wohin der Schuss gehen soll. Die Stellung des Absehens im Augenblick der Schussabgabe heißt Abkommen. Stand es genau auf dem gewünschten Haltepunkt, ist der Schütze gut abgekommen; wich es ab, muss er sich Richtung und Maß der Abweichung merken, weil das später bei der Beurteilung des Schusses hilft. Wird das Absehen beim Abkrümmen weggerissen, spricht man vom Verreißen.

Absehenformen und ihr Einsatz

Es gibt verschiedene Absehen. Das Absehen 1 ist ein feines Kreuz und eignet sich für genaue Schüsse auf ruhendes Wild. Das Absehen 4 kombiniert dicke Balken mit einem feinen Zentrum; es lässt sich schnell erfassen und wird deshalb für die Drückjagd empfohlen. Ein Leuchtpunkt in Rot oder Grün macht das Zentrum in der Dämmerung, bei der Nachtjagd oder bei Bewegungsjagden gut sichtbar. Als unbeleuchtetes Absehen gilt das Absehen 6 bei tiefer Dämmerung als am wenigsten geeignet. Die Balken können auch zum Schätzen dienen: Füllt ein breit stehender Rehbock bei vierfacher Vergrößerung den Raum zwischen den Querbalken eines Absehens 1, ist er etwa 100 m entfernt.

Erste oder zweite Bildebene

Bei variablen Zielfernrohren kommt es darauf an, wo das Absehen sitzt. In der ersten Bildebene wächst und schrumpft es mit der Vergrößerung, die Proportionen zum Ziel bleiben gleich, sodass Entfernungen damit geschätzt werden können. In der zweiten Bildebene bleibt es immer gleich groß und stimmt nur bei einer bestimmten Vergrößerung. Liegen Zielbild und Absehen nicht in derselben Ebene, entsteht ein Parallaxefehler, den hochwertige Gläser korrigieren lassen. Nach Montage, Sturz, Stoß oder Munitionswechsel muss die Treffpunktlage erneut geprüft werden.

„Absehen“ in der Jägerprüfung

Prüflinge sollen den Begriff als Zieleinrichtung im Zielfernrohr erkennen und die gängigen Formen ihrem Einsatz zuordnen, besonders Leuchtpunkt und Drückjagd. Gerechnet wird auch mit der Entfernungsschätzung über die Balken. Beim Einschießen gilt: Das Absehen wird in die Richtung verstellt, in der die Treffer liegen. Rechtlich relevant ist, dass Nachtzielgeräte mit eigenem Absehen nicht erworben werden dürfen; für Mecklenburg-Vorpommern wird bei Schwarzwild nach Vorsatzgeräten ohne eigenes Absehen gefragt.

Häufige Fragen zu „Absehen“

Welches Absehen eignet sich für die Drückjagd?

Empfohlen wird ein Absehen 4 mit dicken Balken und feinem Zentrum, oft zusätzlich mit Leuchtpunkt. Es lässt sich auf bewegtem Wild schnell erfassen.

Wozu dient ein beleuchtetes Absehen?

Es bleibt auch bei schlechtem Licht deutlich erkennbar. Das hilft in der Dämmerung, bei der Nachtjagd und bei Bewegungsjagden.

In welche Richtung verstellt man das Absehen beim Einschießen?

In die Richtung, in der die Treffer liegen. Sitzen die Schüsse zu weit links, wird das Absehen nach links verstellt, um Fleckschuss zu erreichen.

„Absehen“ kommt in 34 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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