Waffenkunde

Geradezugverschluss

auch: Geradezugrepetierer

Ein Geradezugverschluss ist ein Büchsenverschluss, der sich zum Laden nur in Längsrichtung vor- und zurückbewegen lässt. Weil das Drehen der Kammer entfällt, kann schneller repetiert werden.

Was ist ein „Geradezugverschluss“?

Der Verschluss dichtet das Patronenlager nach hinten ab und muss beim Schuss Gasdrücken von bis zu 4.000 bar standhalten. Versagt er, kann die Waffe zerbersten. Unterschieden werden Verschlüsse von Kipplaufwaffen und solche von Waffen, deren Lauf fest mit dem System verbunden ist. Der Geradezugverschluss gehört zur zweiten Gruppe. Er wird ausschließlich längs bewegt: Der Schütze zieht ihn gerade zurück und schiebt ihn gerade wieder vor. Als bekanntes Beispiel gilt die Blaser R8. Er zählt zu den modernen Systemen.

Repetieren mit dem Geradezug

Beim Repetieren wird der Verschluss geöffnet, die abgeschossene Hülse ausgezogen und ausgeworfen, eine neue Patrone aus dem Magazin zugeführt und der Verschluss wieder verriegelt. Beim Geradezug geschieht das mit einer einzigen Zurück- und Vorbewegung. Beim Drehkammerverschluss muss die Kammer dagegen erst gedreht werden, bevor sie sich zurückziehen lässt. Der Wegfall dieser Drehbewegung ist der Grund, weshalb der Geradezug als schneller gilt.

Einsatz bei einläufigen Büchsen

Eingesetzt wird der Geradezugverschluss gewöhnlich bei einläufigen Büchsen, also Repetierbüchsen mit starrem Lauf. Bei Kipplaufwaffen wie Flinten, Drillingen oder Bockbüchsflinten kommt er nicht vor, denn dort wird der Lauf zum Laden abgekippt, und Verschluss und Schloss sind getrennte Baugruppen. Die Blaser R8 ist zugleich ein bekanntes Beispiel für die Handspannung: Die Schlagfeder bleibt entspannt, bis der Schütze sie kurz vor dem Schuss bewusst spannt.

„Geradezugverschluss“ in der Jägerprüfung

In der Waffenkunde geht es um die Frage, bei welchen Waffen dieser Verschluss üblich ist, und um den Unterschied zum Drehkammerverschluss. In der mündlichen Prüfung wird oft verlangt, die Bewegungsrichtungen beider Systeme zu beschreiben. Fehlerquelle: den Geradezug einer Kipplaufwaffe zuzuordnen oder ihn mit einem Selbstlader zu verwechseln, der ohne Zutun des Schützen nachlädt.

Häufige Fragen zu „Geradezugverschluss“

Was ist der Vorteil eines Geradezugverschlusses?

Er lässt sich schneller bedienen, weil der Schütze die Kammer nur zurückzieht und wieder vorschiebt, ohne sie zu drehen.

Worin unterscheiden sich Geradezug- und Drehkammerverschluss?

Beim Drehkammerverschluss wird die Kammer zum Öffnen gedreht und dann zurückgezogen. Beim Geradezugverschluss entfällt die Drehung; der Verschluss bewegt sich nur längs.

„Geradezugverschluss“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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