Waffenkunde

Vollmantelgeschoss

auch: VM Geschoss, Vollmantel

Ein Vollmantelgeschoss (VM) ist ein Geschoss, dessen Bleikern vollständig von einem Kupfermantel umschlossen ist. Es verformt sich kaum, durchschlägt das Wild und gibt dabei nur wenig Energie ab.

Was ist ein „Vollmantelgeschoss“?

Das Vollmantelgeschoss gehört zu den Büchsengeschossen. Anders als beim Teilmantelgeschoss ist sein Kern aus Blei rundum von einem Mantel aus Kupfer eingehüllt, auch an der Spitze. Diese Bauart hält das Geschoss beim Auftreffen weitgehend in Form. Daraus folgen seine beiden Haupteigenschaften: Es besitzt unter den gängigen Geschossarten die größte Durchschlagskraft, zerlegt sich im Wildkörper aber in der Regel nicht und bleibt in seiner Tötungswirkung deutlich hinter Deformations- und Zerlegungsgeschossen zurück. Neben dem Brenneke-Flintenlaufgeschoss gilt es als typisches Beispiel für ein Geschoss, das sich im Wild nicht zerlegt.

Warum das Vollmantelgeschoss für Schalenwild ungeeignet ist

Weil das Geschoss kaum aufpilzt, geht es durch das Stück hindurch und überträgt nur einen geringen Teil seiner Energie. Das Wild wird zwar getroffen, die Wirkung ist aber schwach. Hinzu kommt die Gefahr hinter dem Ziel: Das Geschoss tritt aus und kann ohne ausreichenden Kugelfang Menschen oder Sachen hinter dem Stück gefährden. Für Schalenwild werden daher jagdlich geeignete Deformations- oder Zerlegungsgeschosse genommen. Die gesetzlichen Mindestenergien nach § 19 BJagdG – 1.000 Joule E100 für Rehwild, für übriges Schalenwild 2.000 Joule E100 bei mindestens 6,5 mm Kaliber – ersetzen diese Abwägung nicht. Waidgerecht ist nur eine Munition, die zu Wildart, Entfernung, Treffpunktlage und Geschosskonstruktion passt.

Wo Vollmantelgeschosse eingesetzt werden

Ein jagdliches Einsatzfeld ist das Raubwild, weil der Balg durch das kaum verformte Geschoss nur wenig beschädigt wird. Teilweise wird es auch für den Fangschuss genutzt. Auch dabei bleibt ein sicherer Kugelfang Pflicht, denn die hohe Durchschlagskraft gilt in jedem Fall.

„Vollmantelgeschoss“ in der Jägerprüfung

Die Prüfung stellt das Vollmantelgeschoss gern anderen Geschossarten gegenüber. Gefragt wird, welches Geschoss auf gesundes Schalenwild nicht verwendet werden soll, welches die größte Durchschlagskraft besitzt und welche Geschosse sich im Wildkörper normalerweise nicht zerlegen. In allen drei Fällen ist das Vollmantelgeschoss die gesuchte Antwort, bei der letzten zusammen mit dem Flintenlaufgeschoss. Wer die Bauweise mit geschlossenem Mantel kennt, kann alle drei Eigenschaften daraus ableiten.

Häufige Fragen zu „Vollmantelgeschoss“

Darf man mit Vollmantelgeschossen auf Rehwild schießen?

Für Schalenwild und damit auch für Rehwild werden Deformations- oder Zerlegungsgeschosse verwendet. Das Vollmantelgeschoss gibt zu wenig Energie im Wildkörper ab und gilt deshalb als waidgerecht problematisch.

Wofür wird ein Vollmantelgeschoss verwendet?

Vor allem beim Raubwild, weil es den Balg schont, und teilweise für den Fangschuss. In jedem Fall muss ein Kugelfang vorhanden sein.

„Vollmantelgeschoss“ kommt in 14 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Waffenkunde

VorderschaftVerschlussWechselmagazinVerriegelungswarzenÜbergangskegelTreibladungZielfernrohrTiefschussAlle Begriffe aus Waffenkunde

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Vollmantelgeschoss: Bedeutung & Erklärung für die Jägerprüfung | Jagdprüfung.de