Waffenkunde
Wechselmagazin
Ein Wechselmagazin ist ein herausnehmbares, außen an der Waffe eingesetztes Magazin, das einen schnellen Tausch des Patronenvorrats erlaubt; bei modernen Repetierbüchsen ist es Standard.
Was ist ein Wechselmagazin?
Das Ladesystem einer Waffe legt fest, auf welchem Weg Patronen hineingelangen und zugeführt werden. Es bestimmt damit Kapazität, Tempo beim Nachladen und Handhabung. Mehrlader, also Repetierer, besitzen ein Magazin als Vorrat. Das Wechselmagazin ist die externe Variante: Es wird als Ganzes entnommen, außerhalb der Waffe befüllt und wieder eingesetzt. Dadurch lässt sich ein leeres Magazin rasch gegen ein volles tauschen. Bei aktuellen Repetierbüchsen gehört diese Bauform zur Standardausstattung.
Abgrenzung zu Kasten- und Röhrenmagazin
Das Kastenmagazin sitzt fest im Schaft und wird von oben gefüllt; meist fasst es drei bis fünf Patronen. Beim Röhrenmagazin liegen die Patronen hintereinander in einer Röhre unter dem Lauf, wie es bei Unterhebel-Repetierern und Selbstladeflinten üblich ist. Das Wechselmagazin unterscheidet sich von beiden durch seine vollständige Entnehmbarkeit. Einzellader wie Kipplaufwaffen kommen dagegen ganz ohne Magazin aus: Jede Patrone wird direkt ins Patronenlager gelegt.
Grenzen nach Waffenrecht
Das Waffenrecht zählt bestimmte große Wechselmagazine zu den verbotenen Gegenständen. Betroffen sind bei Zentralfeuer Magazine für Kurzwaffen mit mehr als 20 Patronen und für Langwaffen mit mehr als 10 Patronen. Für halbautomatische Langwaffen ist jagdrechtlich zudem entscheidend, wie die Waffe bei der Schussabgabe geladen ist, und nicht allein, was das Magazin technisch aufnehmen könnte.
Einordnung in der Jägerprüfung
Im Fragenbestand kommt das Wechselmagazin nicht eigens vor. Es gehört in das Sachgebiet Waffenkunde, wo Ladesysteme von Einzellader, Repetierer und Selbstlader unterschieden werden, und berührt das Waffenrecht über die Regeln zu verbotenen Magazinen.
Häufige Fragen zu „Wechselmagazin“
Was ist der Unterschied zwischen Wechsel- und Kastenmagazin?
Das Kastenmagazin ist fest in den Schaft eingelassen und wird von oben geladen. Das Wechselmagazin wird komplett aus der Waffe genommen, außerhalb befüllt und wieder eingesetzt.
Wie viele Patronen darf ein Wechselmagazin fassen?
Bei Zentralfeuer liegt die Verbotsgrenze für Kurzwaffen-Magazine oberhalb von 20 und für Langwaffen-Magazine oberhalb von 10 Patronen. Bei halbautomatischen Langwaffen zählt jagdrechtlich zusätzlich der tatsächliche Ladezustand beim Schuss.
„Wechselmagazin“ für die Jägerprüfung lernen
Übe die Prüfungsfragen aus dem Sachgebiet Waffenkunde im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- MagazinDas Magazin ist der Patronenvorrat einer Mehrladewaffe: Es nimmt mehrere Patronen auf, aus denen jeweils eine ins Patronenlager befördert wird, etwa bei Repetierbüchse oder Selbstladepistole.
- MehrladerEin Mehrlader ist eine Schusswaffe mit Magazin, die mehrere Patronen aufnimmt; der Schütze führt nach jedem Schuss von Hand eine neue Patrone ins Patronenlager, typisch bei der Repetierbüchse.
- RepetierbüchseEine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
- RöhrenmagazinEin Röhrenmagazin ist ein röhrenförmiges Magazin unter dem Lauf, in dem die Patronen hintereinander liegen. Man findet es vor allem bei Unterhebel-Repetierern und Selbstladeflinten.
- EinzelladerEin Einzellader ist eine Schusswaffe ohne Magazin, bei der jede Patrone von Hand einzeln direkt ins Patronenlager gelegt wird; auch mehrläufige Kipplaufwaffen wie Doppelflinte oder Drilling zählen dazu.
- SelbstladebüchseEine Selbstladebüchse, auch Halbautomat genannt, ist eine Büchse, die nach dem Schuss selbsttätig nachlädt, sodass der Schütze nicht von Hand repetieren muss; für ihre Verwendung bei der Jagd gelten Grenzen für die geladenen Patronen.
- PatronenlagerDas Patronenlager ist der hinterste Abschnitt des Laufs, in dem die Patrone vor dem Schuss liegt. Es muss genau zum Kaliber der verwendeten Munition passen.
Weitere Begriffe aus Waffenkunde
ZerlegungsgeschossVorderschaftZielballistikVollmantelgeschossZielfernrohrVerschlussZügeVerriegelungswarzenAlle Begriffe aus Waffenkunde