Waffenkunde
Außenballistik
auch: Äußere Ballistik
Die Außenballistik ist der Teil der Ballistik, der das Verhalten des Geschosses beschreibt, nachdem es den Lauf verlassen hat, bis es auf das Ziel trifft – vor allem seine Flugbahn.
Was ist Außenballistik?
Die Ballistik als Ganzes beschreibt die Bewegung eines Geschosses vom Zünden der Treibladung bis zum Einschlag. Sie wird in Abschnitte gegliedert, und die Außenballistik ist derjenige, der mit dem Verlassen der Mündung beginnt und mit dem Auftreffen endet. Sie behandelt also den Flug zum Ziel. Zu ihren Themen gehören die Geschossflugbahn und die Geschossform, weil beide bestimmen, wie sich ein Projektil auf dem Weg durch die Luft verhält. Im Sachgebiet Waffen steht die Ballistik gleichrangig neben Jagdwaffen, Munition, Optik, Waffenhandhabung und blanken Waffen.
Einordnung in die Teilbereiche der Ballistik
Vor der Außenballistik liegt die Innenballistik, also alles, was im Lauf geschieht: Der Schlagbolzen trifft das Zündhütchen, es entsteht ein Gasdruck von bis zu 4.000 bar, und das Geschoss wird in Millisekunden auf 800 bis 1.000 m/s beschleunigt; im gezogenen Lauf erhält es durch Züge und Felder seinen Drall. An der Mündung folgt die Übergangs- oder Mündungsballistik mit Knall, Mündungsfeuer und expandierenden Gasen, die das Geschoss kurz beeinflussen. Ein drallstabilisiertes Geschoss rotiert zu diesem Zeitpunkt bereits mit 200.000 bis 300.000 Umdrehungen pro Minute. Nach der Außenballistik schließt die Zielballistik an, die beschreibt, was im Ziel passiert.
„Außenballistik“ in der Jägerprüfung
Prüflinge sollen die Teilbereiche der Ballistik aufzählen und richtig abgrenzen: Innen-, Mündungs-, Außen- und Zielballistik. Als jagdlich relevant gelten in einer Frage Innen-, Außen- und Zielballistik. Gefragt wird außerdem, womit sich die Außenballistik befasst – richtig sind Flugbahn und Geschossform. Häufiger Fehler ist, Vorgänge im Lauf oder an der Mündung der Außenballistik zuzuordnen.
Häufige Fragen zu „Außenballistik“
Womit beschäftigt sich die Außenballistik?
Mit dem Flug des Geschosses von der Mündung bis zum Ziel, insbesondere mit der Flugbahn und dem Einfluss der Geschossform.
Welche Teilbereiche der Ballistik gibt es?
Innenballistik, Übergangs- oder Mündungsballistik, Außenballistik und Zielballistik. Sie folgen dem Weg des Geschosses vom Patronenlager bis in das Ziel.
„Außenballistik“ kommt in 5 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- BallistikBallistik ist die Lehre vom Schuss: Sie beschreibt, wie sich ein Geschoss bewegt – vom Zünden der Treibladung über den Flug bis zur Wirkung im Ziel.
- InnenballistikInnenballistik ist der Teil der Ballistik, der die Schussentwicklung im Lauf beschreibt – von der Zündung der Treibladung bis zu dem Moment, in dem das Geschoss die Mündung verlässt.
- ZielballistikZielballistik ist der Teil der Ballistik, der beschreibt, wie ein Geschoss beim Auftreffen im Ziel wirkt – jagdlich also seine Wirkung im Wildkörper.
- ÜbergangskegelDer Übergangskegel ist der kegelförmig enger werdende Abschnitt im Lauf zwischen Patronenlager und Laufseele. Dort greift das Geschoss erstmals in die Züge ein.
- DrallDrall ist die Drehung, die ein Geschoss im gezogenen Büchsenlauf durch Züge und Felder erhält; sie stabilisiert das Geschoss im Flug wie einen Kreisel und verhindert, dass es sich überschlägt.
- Günstigste EinschießentfernungDie günstigste Einschießentfernung (GEE) ist die Entfernung, bis zu der mit einer bestimmten Büchsenpatrone ohne Änderung des Haltepunkts „Fleck“ geschossen werden kann. Sie liegt dort, wo das fallende Geschoss die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt.
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