Waffenkunde
Kipplaufbüchse
Eine Kipplaufbüchse ist eine einläufige Büchse mit Kipplaufverschluss, die zum Laden und Entladen abgekippt wird und nur einen Schuss fasst.
Was ist eine „Kipplaufbüchse“?
Die Kipplaufbüchse vereint zwei Merkmale im Namen: Sie ist eine Büchse, verschießt also Kugelpatronen aus einem gezogenen Lauf, und sie wird wie eine Flinte über das Abkippen des Laufs geladen. Anders als bei der Repetierbüchse gibt es weder Kammer noch Magazin. Nach jedem Schuss muss der Jäger die Waffe öffnen, die Hülse entnehmen und eine neue Patrone von Hand einlegen. Sie zählt neben Repetier-, Selbstlade- und Blockbüchsen zu den gängigen Büchsenarten.
Stärken, Grenzen und Einsatz
Der Lauf lässt sich schnell abkippen, sodass Laden und Entladen rasch gehen. Die Waffe ist leicht und handlich, was sie für Pirsch, Bergjagd und Ansitz empfiehlt. Ihr Nachteil ist der einzelne Schuss: Ein schneller zweiter Schuss ist nicht möglich. Für einen Fangschuss eignet sie sich nur je nach Lage und mit passender Laborierung. Bei Kipplaufbüchsen wird bevorzugt ein Rückstecher eingebaut, wie auch bei Repetierern und kombinierten Waffen. Randlose Patronen dürfen aus ihr verschossen werden, sofern Waffen- und Munitionskaliber genau übereinstimmen.
„Kipplaufbüchse“ in der Jägerprüfung
In der Prüfung wird die Kipplaufbüchse meist im Zusammenhang mit anderen Waffen genannt, etwa wenn Kipplaufwaffen aufzuzählen sind: Doppelflinte, Bockflinte, Bockbüchsflinte, Drilling, Kipplaufbüchse und Bergstutzen. Außerdem geht es um die Zuordnung des Stechers und um die Frage, ob randlose Büchsenpatronen verwendet werden dürfen. Eine häufige Falle sind Aussagen über andere Büchsentypen in derselben Frage, etwa zur Magazinkapazität von Selbstladern.
Häufige Fragen zu „Kipplaufbüchse“
Wie viele Schuss hat eine Kipplaufbüchse?
Nur einen. Nach dem Schuss wird der Lauf abgekippt, die Hülse entfernt und von Hand nachgeladen.
Wofür eignet sich eine Kipplaufbüchse besonders?
Als leichte, handliche Waffe für Pirsch, Bergjagd und Ansitz. Wo mit schnellen Folgeschüssen zu rechnen ist, ist sie wegen des Einzelschusses weniger geeignet.
Welche anderen Kipplaufwaffen gibt es?
Zu den Kipplaufwaffen zählen unter anderem Doppel- und Bockflinte, Bockbüchsflinte, Drilling und Bergstutzen. Sie alle öffnet man zum Laden, indem der Lauf abgeklappt wird.
„Kipplaufbüchse“ kommt in 5 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- KipplaufverschlussDer Kipplaufverschluss ist die Verschlussart der Kipplaufwaffen: Der Lauf wird zum Laden nach unten abgekippt und beim Schließen durch Haken, Nasen oder Riegel fest mit der Waffe verbunden.
- BüchseEine Büchse ist eine für den Kugelschuss gebaute Langwaffe mit gezogenem Lauf: Züge und Felder versetzen das Geschoss in Drall und stabilisieren so seinen Flug.
- RepetierbüchseEine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
- EinzelladerEin Einzellader ist eine Schusswaffe ohne Magazin, bei der jede Patrone von Hand einzeln direkt ins Patronenlager gelegt wird; auch mehrläufige Kipplaufwaffen wie Doppelflinte oder Drilling zählen dazu.
- Kombinierte WaffeEine kombinierte Waffe ist eine Jagdlangwaffe, die mindestens einen Büchsenlauf für Kugelpatronen und einen Flintenlauf für Schrot in sich vereint, etwa Drilling oder Bockbüchsflinte.
- StecherDer Stecher ist eine Abzugseinrichtung an Büchsen und kombinierten Waffen, die nach dem Einstechen das Abzugsgewicht stark senkt; als Deutscher Stecher (Doppelzüngel) oder als Rückstecher (französischer Stecher).
- DrillingEin Drilling ist eine kombinierte Kipplaufwaffe mit drei Läufen – meist zwei glatten Schrotläufen nebeneinander und einem gezogenen Kugellauf mittig darunter – und bietet damit drei Schuss für Schrot und Kugel.
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