Waffenkunde

Patronenlager

auch: Patronenkammer

Das Patronenlager ist der hinterste Abschnitt des Laufs, in dem die Patrone vor dem Schuss liegt. Es muss genau zum Kaliber der verwendeten Munition passen.

Was ist das „Patronenlager“?

Der Lauf einer Jagdwaffe gliedert sich von hinten nach vorne in Patronenlager, Übergangskegel, Laufseele und Mündung. Im Patronenlager ruht die Patrone, wenn die Waffe geladen ist. Hier wird die Treibladung gezündet, und hier entsteht der höchste Gasdruck. Deshalb sind die Laufwände in diesem Bereich deutlich stärker als weiter vorne. Nach vorne verjüngt sich das Lager zum Übergangskegel, in dem das Geschoss in die Züge eintritt. Nach hinten dichtet der Verschluss das Patronenlager gasdicht ab. Bei einer Pistole gibt es ein einziges Lager im Lauf, beim Revolver dagegen mehrere Lager in der Trommel, getrennt vom Lauf.

Patronenlager kontrollieren: Sicherheit beim Laden und Entladen

Vor jedem Schießen prüft der Jäger, ob Patronenlager und Lauf frei von Fremdkörpern und sichtbar unbeschädigt sind. Beim Entladen einer halbautomatischen Waffe wird zuerst das Magazin entnommen, dann der Verschluss geöffnet und schließlich das Lager kontrolliert. Ist es leer, wird die Waffe möglichst mit geöffnetem Verschluss abgelegt. Bei Einzelladern kommt die Patrone ohne Magazin direkt ins Lager. Mit halbautomatischen Langwaffen darf nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c BJagdG nur geschossen werden, wenn sie mit insgesamt nicht mehr als drei Patronen geladen sind – in der Praxis etwa zwei im Magazin und eine im Patronenlager. Bei Flinten muss die Hülsenlänge zum Lager passen, weil die geöffnete Schrothülse nicht länger als das Lager sein darf.

Beschusszeichen und Laufhaken am Patronenlager

Weil das Patronenlager den größten Belastungen ausgesetzt ist, finden sich dort die Beschusszeichen. Bei Repetierbüchsen sitzen sie auf dem Lager oder am Laufansatz. Bei Kipplaufwaffen stehen sie unter dem Patronenlager, links und rechts neben den Laufhaken. Auch die Laufhaken selbst liegen bei Kipplaufwaffen unterhalb der Patronenlager des Laufbündels.

„Patronenlager“ in der Jägerprüfung

Der Begriff taucht in zahlreichen Prüfungsfragen auf. Gefragt wird nach der Lage der Beschusszeichen, nach der Reihenfolge beim Entladen, nach dem Grund für die dicke Laufwand im hinteren Teil und nach dem Unterschied zwischen Pistole und Revolver. In der praktischen Prüfung gehört die Kontrolle des Lagers zu jeder Waffenhandhabung. Ein verbreiteter Fehler ist, Verschluss und Schloss zu vertauschen: Der Verschluss schließt das Lager ab, das Schloss zündet die Patrone.

Häufige Fragen zu „Patronenlager“

Warum ist die Laufwand am Patronenlager dicker?

Im Patronenlager wird die Ladung gezündet, dort ist der Gasdruck am höchsten. Die stärkere Wandung fängt diese Belastung auf.

Wo befinden sich die Beschusszeichen?

Bei Repetierbüchsen auf dem Patronenlager oder dem Laufansatz, bei Kipplaufwaffen unterhalb des Lagers seitlich der Laufhaken.

Wie viele Patronenlager hat ein Revolver?

Mehrere: Jede Kammer der Trommel ist ein eigenes Lager, das vom Lauf getrennt ist. Die Pistole besitzt dagegen nur ein Lager im Lauf.

„Patronenlager“ kommt in 75 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Waffenkunde

PutzstockParallaxeQuerflinteOffene VisierungRandfeuerpatroneMündungRepetierbüchseMehrladerAlle Begriffe aus Waffenkunde

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Patronenlager: Bedeutung & Erklärung für die Jägerprüfung | Jagdprüfung.de