Waffenkunde
Gasdrucklader
auch: Gasdruck Selbstlader
Ein Gasdrucklader ist eine Selbstladewaffe, die einen Teil der Pulvergase durch eine Bohrung im Lauf abzweigt. Dieses Gas treibt über einen Kolben den Verschluss an, sodass die Waffe nach dem Schuss selbsttätig nachlädt.
Was ist ein „Gasdrucklader“?
Nach der Art, wie Patronen in die Waffe gelangen, unterscheidet die Waffenkunde Einzellader, Mehrlader (Repetierer) und Selbstlader. Beim Einzellader wird jede Patrone von Hand ins Lager gelegt, beim Repetierer lädt der Schütze über den Verschluss nach. Selbstlader, auch halbautomatische Waffen genannt, erledigen das Nachladen nach jedem Schuss von allein. Für diesen Vorgang gibt es zwei gebräuchliche Prinzipien: den Rückstoßlader und den Gasdrucklader. Der Gasdrucklader nutzt dafür die Energie der Pulvergase, die beim Schuss ohnehin im Lauf entstehen.
So funktioniert das Gasdruckprinzip
Wird ein Schuss abgegeben, treibt das Treibgas das Geschoss durch den Lauf. Ein kleiner Teil dieses Gases wird unterwegs durch eine seitliche Bohrung aus dem Lauf abgeleitet. Er drückt auf einen Kolben, der wiederum den Verschluss nach hinten bewegt und öffnet. Dabei wird die leere Hülse ausgeworfen und anschließend eine neue Patrone zugeführt. Kennzeichnend ist, dass der Lauf dabei fest steht. Dem Verschluss kommt eine besonders heikle Aufgabe zu: Er muss das Patronenlager beim Schuss gasdicht verschließen und Drücken von bis zu 4.000 bar standhalten.
Unterschied zum Rückstoßlader
Beim Rückstoßlader stammt die Energie für das Nachladen nicht aus abgezweigtem Gas, sondern aus dem Rückstoß. Dieser treibt Lauf und Verschluss gemeinsam zurück; der Lauf ist also beweglich gelagert. Beim Gasdrucklader bleibt der Lauf dagegen unbeweglich, nur Kolben und Verschluss arbeiten. Selbstladewaffen besitzen häufig eine Druckknopf- oder Querriegelsicherung nahe dem Abzugsbügel. Jagdrechtlich kommt es bei halbautomatischen Langwaffen auf den Ladezustand bei der Schussabgabe an, nicht pauschal auf die technisch mögliche Magazinkapazität.
„Gasdrucklader“ in der Jägerprüfung
Der Begriff erscheint im Fach Waffenkunde bei den Lade- und Verschlusssystemen. Abgefragt wird vor allem, welche Ladeprinzipien bei Selbstladewaffen üblich sind; die richtige Antwort nennt Rückstoß- und Gasdrucklader. In der mündlichen Prüfung sollte man zusätzlich erklären können, woher die Energie zum Nachladen kommt und ob der Lauf sich bewegt. Häufig werden die beiden Prinzipien vertauscht.
Häufige Fragen zu „Gasdrucklader“
Wie funktioniert ein Gasdrucklader?
Ein Teil der Pulvergase wird über eine Bohrung im Lauf abgeleitet und bewegt einen Kolben. Dieser öffnet den Verschluss, die Hülse wird ausgeworfen und eine neue Patrone zugeführt.
Bewegt sich beim Gasdrucklader der Lauf?
Nein, der Lauf ist fest eingebaut. Nur Kolben und Verschluss bewegen sich. Ein beweglicher Lauf ist dagegen das Kennzeichen des Rückstoßladers.
„Gasdrucklader“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RückstoßladerEin Rückstoßlader ist eine Selbstladewaffe, bei der die Rückstoßenergie des Schusses Lauf und Verschluss nach hinten treibt, die Hülse auswirft und die nächste Patrone zuführt.
- SelbstladebüchseEine Selbstladebüchse, auch Halbautomat genannt, ist eine Büchse, die nach dem Schuss selbsttätig nachlädt, sodass der Schütze nicht von Hand repetieren muss; für ihre Verwendung bei der Jagd gelten Grenzen für die geladenen Patronen.
- VerschlussDer Verschluss ist das Bauteil einer Schusswaffe, das das Patronenlager gasdicht nach hinten abschließt und beim Schuss den Gasdruck von bis zu 4.000 bar sicher aufnimmt.
- EinzelladerEin Einzellader ist eine Schusswaffe ohne Magazin, bei der jede Patrone von Hand einzeln direkt ins Patronenlager gelegt wird; auch mehrläufige Kipplaufwaffen wie Doppelflinte oder Drilling zählen dazu.
- MehrladerEin Mehrlader ist eine Schusswaffe mit Magazin, die mehrere Patronen aufnimmt; der Schütze führt nach jedem Schuss von Hand eine neue Patrone ins Patronenlager, typisch bei der Repetierbüchse.
- MagazinDas Magazin ist der Patronenvorrat einer Mehrladewaffe: Es nimmt mehrere Patronen auf, aus denen jeweils eine ins Patronenlager befördert wird, etwa bei Repetierbüchse oder Selbstladepistole.
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