Waffenkunde

Fernglas

auch: Feldstecher

Das Fernglas ist das wichtigste Beobachtungsgerät des Jägers. Mit ihm wird Wild gesucht, bestimmt und angesprochen, bevor überhaupt eine Waffe in Anschlag kommt.

Was ist ein „Fernglas“ bei der Jagd?

Kein optisches Gerät wird auf der Jagd so häufig benutzt wie das Fernglas, umgangssprachlich auch Feldstecher genannt. Es dient dazu, Wild zu entdecken, die Wildart zu bestimmen und Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand zu beurteilen. Auch der Kugelfang wird zunächst mit dem Glas geprüft. Erst danach nimmt der Jäger die Waffe auf. Das Zielfernrohr ist dagegen eine Zieloptik und ersetzt das Fernglas nicht. Neben Fernglas und Zielfernrohr gehört die offene Visierung zu den drei optischen Hilfsmitteln, die der Jäger kennen muss.

Aufbau und Kennzahlen

Ein Fernglas besteht aus Objektiv, Prismensystem und Okular. Die Linsen sind vergütet: Eine aufgedampfte Metallschicht verbessert die Bildqualität. Die übliche Angabe wie 8×56 nennt zuerst die Vergrößerung und danach den Durchmesser des Objektivs in Millimetern. Aus beiden Werten lassen sich zwei Größen ableiten. Die Austrittspupille ergibt sich aus Objektivdurchmesser geteilt durch Vergrößerung, bei 8×56 also 7 mm. Die Dämmerungszahl ist die Wurzel aus dem Produkt beider Zahlen; für 8×56 ergibt das rund 21,2. Das Sehfeld, etwa 145 m, bezieht sich stets auf eine Entfernung von 1000 m.

Welches Glas für welchen Einsatz?

Ein 8×42 gilt als Allroundglas mit großem Sehfeld, das sich gut freihändig halten lässt. Ein 10×42 zeigt auf Distanz mehr Einzelheiten, hat aber ein engeres Sehfeld und verwackelt leichter. Das 8×56 ist das typische Nachtglas: Große Austrittspupille und hohe Dämmerungsleistung machen es etwa für Schwarzwild bei Mondlicht geeignet, dafür ist es schwerer. 10×50 stellt einen Mittelweg zwischen Vergrößerung und Dämmerungsleistung dar. Für die Pirsch am Tag im Hochgebirge auf Gamswild wird ein Glas wie 10×40 empfohlen.

„Fernglas“ in der Jägerprüfung

Im Fach Waffenkunde werden vor allem die Kennzahlen abgefragt: Was bedeuten die beiden Zahlen, auf welche Entfernung bezieht sich das Sehfeld, welches Glas passt zur Nachtjagd, welches zum Hochgebirge. Auch die Vergütung der Linsen kommt vor. Sicherheitsrelevant ist die Regel, Wild nie durch das Zielfernrohr anzusprechen. In einem Fall zum Jagdschutz hilft das Fernglas, bei einem beobachteten Wilderer Farbe, Marke und Kennzeichen des Fahrzeugs festzuhalten, bevor Polizei und Revierinhaber verständigt werden. Häufig verwechselt wird die Reihenfolge der Zahlen.

Häufige Fragen zu „Fernglas“

Was bedeutet 8×42 bei einem Fernglas?

Die 8 steht für die achtfache Vergrößerung, die 42 für den Objektivdurchmesser in Millimetern. Ein solches Glas gilt als vielseitiges Allroundglas.

Welches Fernglas eignet sich für die Dämmerung?

Gläser mit großem Objektiv wie 8×56. Sie haben eine Austrittspupille von 7 mm und eine hohe Dämmerungszahl, sind aber größer und schwerer als ein 8×42.

Wie berechnet man die Austrittspupille?

Man teilt den Objektivdurchmesser durch die Vergrößerung. Bei einem 8×56 ergibt 56 geteilt durch 8 eine Austrittspupille von 7 mm.

„Fernglas“ kommt in 19 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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