Waffenkunde

Zündhütchen

Das Zündhütchen ist das kleine Zündelement in der Mitte des Hülsenbodens einer Zentralfeuerpatrone; seine schlagempfindliche Zündmasse entflammt, wenn der Schlagbolzen auftrifft, und zündet so die Treibladung.

Was ist ein Zündhütchen?

Eine Zentralfeuerpatrone besteht aus vier Teilen: Hülse, Zündhütchen, Treibladung und Geschoss. Das Zündhütchen sitzt mittig im Boden der Hülse und enthält eine Zündmasse, die auf Schlag reagiert. Es bildet den Anfang der Zündkette. Bei Schrotpatronen ist es genauso angeordnet wie bei Büchsenmunition. Patronen, deren Zündhütchen auf dem Hülsenboden sichtbar ist, heißen deshalb Zentralfeuerpatronen; sie sind der Standard bei Jagdmunition. Zündhütchen für Vorderladerwaffen mit Perkussionszündung gelten dagegen nicht als Munition im Sinne des Waffengesetzes.

Vom Abzug bis zur Zündung

Wird der Abzug betätigt, gibt der Abzugsstollen die gespannte Schlagfeder frei. Sie treibt den Schlagbolzen nach vorn, der auf das Zündhütchen schlägt. Die Zündmasse entzündet sich, und ihre Flamme setzt das Pulver in Brand. Die Treibladung verbrennt innerhalb von Millisekunden und erzeugt einen Gasdruck von bis zu 4.000 bar, der das Geschoss beschleunigt. Damit der Schlagbolzen das Zündhütchen nicht ungewollt trifft, gibt es Schlagbolzensicherungen, die ihn mechanisch blockieren.

Boxer- und Berdan-Zündung, Randfeuer

Bei Zentralfeuerpatronen unterscheidet man zwei Bauarten. Bei der Boxer-Zündung sitzt der Amboss im Zündhütchen selbst, und es gibt einen Zündkanal; sie ist bei Jagdmunition üblich und lässt sich wiederladen. Bei der Berdan-Zündung befindet sich der Amboss im Hülsenboden, dazu kommen zwei Zündkanäle; sie ist vor allem militärisch verbreitet. Randfeuerpatronen besitzen kein Zündhütchen: Die Zündmasse liegt im Rand des Patronenbodens. Sie finden sich nur bei Kleinkalibern wie .22 lfB oder .22 WMR.

„Zündhütchen“ in der Jägerprüfung

Meist geht es um die Unterscheidung von Zentral- und Randfeuer: Das sichtbare Zündhütchen kennzeichnet die Zentralfeuerpatrone, sein Fehlen die Randfeuerpatrone. Außerdem werden die Bestandteile von Büchsen- und Schrotpatronen abgefragt. Auch die Pufferpatrone kommt vor, eine Übungspatrone ohne Zündhütchen und ohne Ladung. Eine rechtliche Frage betrifft Perkussionszündhütchen und den Munitionsbegriff des Waffengesetzes.

Häufige Fragen zu „Zündhütchen“

Wo sitzt das Zündhütchen?

Zentral im Boden der Patronenhülse, sowohl bei Büchsen- als auch bei Schrotpatronen. Deshalb spricht man von Zentralfeuer.

Was ist der Unterschied zwischen Boxer- und Berdan-Zündung?

Bei Boxer liegt der Amboss im Zündhütchen und es gibt einen Zündkanal; die Hülse kann wiedergeladen werden. Bei Berdan sitzt der Amboss im Hülsenboden, und es gibt zwei Zündkanäle.

Hat eine Randfeuerpatrone ein Zündhütchen?

Nein. Die Zündmasse ist im Rand des Patronenbodens untergebracht. Randfeuer gibt es nur bei Kleinkalibern.

„Zündhütchen“ kommt in 14 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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